Guten Abend!
Wütend bin ich auch nicht, war ich auch nie. Vielleicht, weil mein AM versucht hat, sich zu trennen. Gelogen hat er erst später, als er merkte, er schafft es nicht. Und selbst da glaube ich noch, er hat vor sich gar nicht zugegeben oder gar nicht realisiert, dass aus unseren Plänen Träume geworden waren, die nie umgesetzt werden würden. Er hat sich irgendwo gewünscht, mit mir zusammen zu sein, und, wie vorher schon erwähnt, daran geglaubt, wenn wir darüber gesprochen haben...
Ich bin eher fassungslos. Wie konnte ich nicht sehen? Wie konnte ich nicht sehen, dass er sich nie lösen können würde? Dass er es tief drinnen nicht will? Es war klar, dass seine EF mit den Kindern ans andere Ende der Welt zieht, natürlich würde er nicht gehen! Und wenn doch, wie hätten wir glücklich werden sollen? Ganz abgesehen davon, dass wir beide aus langen Beziehungen kamen, die in keinster Weise verarbeitet waren... Die ganze Trennung von meinem Mann war irgendwie nur geparkt in mir, überlagert von den Gefühlen für meinen AM. Sie kam ja auch wieder hoch, noch während es mit ihm hin und her ging.
Ich schließe mich dir an, Holy:
Zitat von Holylake:dass ich ganz viel Gutes aus der Affäre in mein Leben mitnehme. Und deshalb fühlen sich die (vertanen?) Jahre nicht vertan an, sondern sie sollten mir etwas über mich beibringen. Bin bis jetzt gekommen auf:
Ich kann bedingungslos lieben.
Ich kann mich 100 % fallenlassen
...
Ich weiß jetzt, was Schmerz ist. Ich weiß, dass man manchmal einfach nicht funktionieren kann. Dadurch bin ich um einiges verständnisvoller geworden meinen Mitmenschen gegenüber.
Ich weiß jetzt, dass man manchmal blind ist oder entscheidungsunfähig oder wie gelähmt. Siehe oben, das macht mich durchaus offener, auch anderen Ansichten und Erfahrungen gegenüber.
Ich weiß Dinge an meinem Mann zu schätzen, die ich vorher für selbstverständlich genommen habe. Ich weiß ihn mehr zu schätzen.
Ich kann viel offener mit meinem Mann reden. Und er mit mir. Also, wir miteinander.
Auch über 6. Unser 6 jetzt ist mit dem vor der Trennung nicht zu vergleichen. Viieeel besser.
Zwei noch übrig gebliebene Probleme habe ich:
Die 5 Kilo, die ich mir angefuttert habe. Mit Mitte 20 hätte ich jetzt ein paar Tage Salat gegessen und weg wären sie gewesen. Mit Ende 40 sind 5 Kilo ein echtes Problem.
Mein Job. Den habe ich ja Mitte des Jahres gewechselt, im selben Unternehmen, das war eins von diesen Angeboten, wo man nicht nein sagen konnte, selbst wenn ich gewollt hätte. Keine Ahnung, ob es am Job liegt oder daran, dass es mir so schlecht ging, als ich ihn angefangen habe - mir fehlt da jede Eigeninitiative und ich komme aus diesem Loch nicht raus. Siehe oben, bin wie gelähmt. Ich will diesen Job nicht, ich weiß aber auch nicht, was ich alternativ will, und überhaupt.