Zitat von Yonda:Zitat von Ovation:...
So viele zerstörte Leben, irgend etwas kann doch mit dem Gefühl Liebe nicht stimmen.....?
Ovation
Was kann denn die Liebe dafür, dass wir aus "verkorksten" (also leidvollen Beziehungen wie sie auch immer waren) kommen und darüber Schmerzen empfinden, dass diese Beziehungen a) so waren wie sie waren und b) dass sie auseinander gingen und c) die Art und Weise der Trennung noch einen drauf setzt?
Meine Ansicht: Die Liebe kennt keine Form. Sie ist. Sie ist einfach da und will gefühlt werden. Ich kann still da sitzen und Liebe fühlen ... für einen anderen Menschen, für mich, für meine Kinder, für den ExAP, für den ExEP, für Gott und die Welt

Darüber hinaus wünschen wir uns, dass sich die Liebe in Handlungen ausdrückt: das kann auf ganz verschiedene Arten und Weisen geschehen. Durch Fürsorge, Aufmerksamkeit, zärtliche Hingabe, S6, ... Und wieder darüber hinaus erwartet man für den Ausdruck der Liebe die Präsenz der geliebten Person, weil man die Handlungen der eigenen Liebe von der geliebten Person gespiegelt bekommen möchte. Das erfüllt mit Freude, Dankbarkeit, erhöht die Bindung und das Zugehörigkeitsgefühl. Und die Erwartung der "endlosen" Fortsetzung. Dafür mag und kann ich mich und niemanden verurteilen. Das ist so menschlich. Und ich weiß auch nicht, ob eine in Handlung ge- und erlebte Liebe nicht irgendwann von Gleichgültigkeit geprägt ist, wenn keinerlei Erwartungen bestehen.
Was kann also das Gefühl der Liebe dafür, dass sich unsere "Beziehungsambitionen" nicht erfüllt haben? Unsere Wünsche auf der Strecke blieben?
Die Kunst besteht jetzt darin, die Liebe sein zu lassen, wo sie wohnt: im eigenen Herzen, und sie abzukoppeln von den Bedingungen der Handlungen. Das ist auch ein schmerzhafter Prozess, sich in die Handlungslosigkeit zu ergeben, weil wir gesellschaftlich so geprägt sind, dass wir nur ordentlich und reichlich tun müssen, um etwas zu erreichen. Bei der Liebe führt diese Haltung allerdings zu großen Schmerzen, wenn man von den "liebesschlüssigen" Handlungen nicht ablassen mag.
@ Yonda
das hast du vorzüglich beschrieben...und legt dar und vor allem nahe, den eigenen Umgang
mit Liebe zu überdenken, egal ob es sich um "gegebene" oder "erhaltene" Liebe handelt. Eine
Rolle spielt aus meiner Sicht auch, wie sich die eigene Liebe für einen selbst anfühlt. Erwarte
ich von mir selbst schon "zu viel" Liebe für mich, oder lasse ich die Liebe so zu, wie sie mir
selbst vorkommt - das IST der Liebe zu sich selbst so anzunehmen, wie sie ist - falls überhaupt
vorhanden.
Von Erwartungshaltungen sich selbst und anderen gegenüber die Liebe betreffend will ich gar
nicht reden. Liebe kann nicht "erwartet" werden, darf nicht erwartet werden. Sie wird aus meiner
Sicht so "gegeben", wie es ermöglicht werden kann - auf vielfältige Weise und in vielen Bereichen
des eigenen Lebens und mit anderen Menschen im Zusammenleben.
"Liebe ist geben und bekommen - aber niemals ein "vereinnahmen" oder "vereinnahmt werden"!"