QueenA
Mentorin
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Guten Morgen,
mir ist beim Lesen deines Eingangspost ein Gedanke gekommen, den ich gerne zur mit Dir teilen möchte. Vielleicht kennst du das: Man lernt einen Mann kennen, der erste Eindruck ist gut, man tauscht ein paar persönliche Dinge aus und plötzlich sagt er Dinge, die du geschrieben hast: „Bei mir bist du sicher, ich halte dich.“ Auf den ersten Blick klingt das nett. Aber wenn man darüber nachdenkt, ist es ein sehr großes Versprechen für einen Menschen, den man gerade erst kennengelernt hat.
Vielleicht ist genau das der Punkt, der verunsichert: Wie kann jemand so früh eine so große Verantwortung übernehmen wollen? Manchmal sagen Menschen solche Sätze, um im Moment ein gutes Gefühl zu geben, ohne dass Taten folgen. Und genau diese Diskrepanz kann befremdlich wirken.
Eigentlich geht es beim Kennenlernen doch darum, locker und entspannt herauszufinden: Wer ist der andere? Was mag er oder sie? Welche Interessen, welche Pläne, welche Träume gibt es? Ein Mann, der es ernst meint, wird genau das zeigen indem er präsent ist, sich meldet, ohne Druck aufbaut und dir das Gefühl gibt, dass er dich wirklich kennenlernen will.
Auch das Thema „wie viel erzähle ich über mich?“ spielt hier eine Rolle. Die eigene Vergangenheit darf Raum haben, aber sie muss nicht gleich zu Beginn im Mittelpunkt stehen. Gerade am Anfang reicht es, anzureißen, worum es geht, und nach und nach Vertrauen wachsen zu lassen. Alles andere kann schnell zu viel sein ->für beide Seiten.
Und noch ein Gedanke: Treffen im öffentlichen Raum, langsames Herantasten, kein sofortiges Einbeziehen von Sexualität, all das kann helfen, sich sicherer zu fühlen. Wenn es zu einer Beziehung kommt, bleibt später genug Zeit, um tiefere Themen zu teilen.
Am Ende glaube ich, dass Versprechen wie „Ich werde dich immer halten“ oder “für dich da sein” nicht in die ersten Treffen gehören. Solche Worte brauchen ein ganzes Leben, um mit Inhalt gefüllt zu werden. Am Anfang sind kleine, ehrliche Signale wertvoller: „Ich möchte dich wirklich kennenlernen.“
Ich schreibe das nicht, um zu werten, sondern um eine Beobachtung zu teilen. Vielleicht ist es ein guter Anlass, sich zu fragen: Welche Erwartungen habe ich eigentlich in der Kennenlernphase und was wünsche ich mir wirklich?
Und hier sind die schon wertvolle Rückmeldungen gegeben worden und auch sich damit auseinanderzusetzen, dass alleine sein zu wollen nichts verwerfliches ist und auch ein Signal ist, wenn das Thema aufkommt. Du hast geschrieben, dass du gerne auch eine Familie möchtest. Das sind zwei starke Gegensätzliche Lebens Modelle: sprech das mal an mit deiner Psychologin/ Psychologin: besonders im Bezug zu deiner erlebten Kindheit.
@tlell hat dir glaube ich schon geschrieben, dass du auf dich als Person heute schauen sollst: wundervoll und selbstbestimmt. Dein Leben kannst du heute selbst gestalten ohne Einfluss durch die Vergangenheit! Du bist toll und es benötigt niemanden von außen dir das zu zeigen oder zu sagen: es reicht dein Wissen darum! 🌻
Alles Liebe!