Trennung auf Zeit?

Uranus

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Liebe Leute,
wir sind seit 20 Jahren verheiratet und plötzlich 'fordert' meine Frau eine Trennung...auf Zeit (..auf Zeit? Wer weiß das?)

Seit März dieses Jahres versuchte ich(55) an meine Frau, 51, heranzukommen. Sie zog sich mehr und mehr zurück, sprach kaum, und wenn ich sie fragte, was los sei, sagte sie (diesen Satz kann ich kaum noch hören!) ...Ich brauche Zeit. Ich muss zu mir selbst finden.

Dann , im  September, nachdem wir fünf Sitzungen bei einer Paarpsychologin gemacht hatten,  stellte sich heraus, dass sie eine Einzeltherapie machen wollte. OK., nun macht sie eine, und ich lebe seit dem 21. September in einem gemieteten Zimmer, meine Frau mit unserer Tochter(17) in unserem Haus.

Mensch, ist das schwer!

Mir ist eigentlich jede Kommunikation untersagt. Manchmal 'darf' ich ins Haus. Sie legt mir den Schlüssel unter die Matte, und dann tanke ich in der alten-vertrauten Umgebung ein paar Stunden ... um 15 Uhr verlässt du bitte das Haus ... auf.

Ansonsten soll ich alle Kommunikation unterlassen - also: keine Anrufe, keine sms - nichts!

Vor ca. drei Wochen kam ich unangemeldet ins Haus (ich klingelte, weil ich ihr meinen Schlüssel gegeben hatte, damit sie keine Angst hat, ich 'überfalle' sie) und fragte sie, ob es denn nun wirklich eine Trennung auf Zeit sei und wir wieder zusammenkommen? Sie: Ich weiß nicht!

Das zehrt...Ich weiß nicht!

Ja, ich glaube nicht, dass sie einen Lover hat -genau so wenig wie ich selbst.

Nun habe ich alles getan, was sie von mir velangte, u.a. die Kommunikationsstille, die sehr schwer fällt.

Und jetzt?

Wie lange soll ich diese furchtbare Ungewissheit noch aushalten?
Und außerdem: Weihnachten steht vor der Tür ...ein Greul, wenn ich daran denke, hier in diesem Zimmer zu hocken.
Allein die Wochenende kann ich schon schwer ertragen. Ich lenke mich ab und fahre oft Autobahn.

Ich bilde mir nicht ein, da gibt es einen Zauberspruch, der die Probleme aus der Welt schafft. Aber da gibt es euch, die ihr vielleicht ähnliches erfahren habt.
Was kann ich tun? Wie kamt ihr darüber hinweg? Wie habt ihr das zumindest etwas verkraftet?

Von meinem Schmerz, eine wunderbare Frau (vielleicht) zu verlieren und eine genauso wunderbare Tochter, sehe ich da mal ab.
Klar, bleibe ich immer ihr Papa. Aber das gemeinsame Leben fehlt doch ... und damit fast alles andere.

Leute, war schön euch zu schreiben. Danke.

Alles Gute
Uranus  

18.11.2006 22:28 • #1


Rosebund


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Hallo lieber Uranus,

ich kann Deine/Ihre Situation sehr gut verstehen, denn mein Freund und ich haben auch eine Trennung auf Zeit vereinbart. 6 Monate. Und es sind bis heute 20 Tage erst vergangen.

Das Gefühl der Einsamkeit, Trauer, Verzweiflung und Ungewissheit kenne ich.

Wenn Du möchtest, dann möchte ich gerne meine Erfahrungen und Gedanken mitteilen, die Dir vielleicht weiterhelfen können.

Erst einmal sind all Deine Gefühle, egal ob tiefe Trauer, Schmerz, Verzweiflung etc. völlig NORMAL. Bedenke aber immer dabei, dass alles nur vorübergehend sein wird. Auch wenn es für Dich unglaubwürdig erscheint, ist es wirklich so.

Immer wenn diese Gefühle dich "überfallen", dann stehe zu ihnen und verneine/verdränge sie nicht. Denn diese Gefühle ist der Weg zu Deinem Heilungsprozeß.

Es gibt nur einen einzigen wahrhaftigen Weg in dieser Zeit der "Trennung auf Zeit". Betrachte doch diese Zeit nicht negativ, sondern als eine großartige Chance zu wachsen.

Du fragst dich bestimmt: wie soll das gehen?

Indem du diese Phase als eine Art Klausur bzw. Innenschau deklarierst und eine innerliche Entwicklung machst.

Gewähre deiner Frau die Zeit, die sie benötigt. Bedränge sie nicht, suche nicht nach Antworten bei ihr.

Ganz nach dem chinesischen Sprichwort "Willst du das etwas zu dir zurückkommt, dann lass es laufen". Dieser Satz ist mir immer wieder in den dunkelsten Stunden ein Trost.

Konzentriere dich immer auf den Augenblick, auf hier und jetzt. Werfe all deine Gedanken um die Zukunft, wie die Probetrennung ausgehen wird, in einen Mülleimer. Genauso auch all die Gedanken um die Vergangenheit, was alles schief gegangen ist..... Was zählt ist wirklich der Augenblick. Bleibe immer Augenblick stehen, wenn der Schmerz und die Trauer dich überwältigen.

Ich weiß, es ist echt hart. Aber da mußt du durch und du wirst es auch schaffen  ;)

Ganz besonders möchte ich Dir ein Buch empfehlen: "Verliebt, verlassen, wie verwandelt". Es hat mir wirklich sehr geholfen, die Dinge zu verstehen, die während einer Trennung passieren. Bitte kauf dir dieses Buch.

Wenn Du deine Frau wirklich liebst, dann lass innerlich los. Sie wird die Veränderungen spüren. Du sagst, dass du in der vertrauten Umgebung (dein Haus) tankst. Aber ich persönlich finde, dass Du das Messer in deiner Wunde nochmal umdrehst. Hör auf, dich selber zu verletzen oder zu erniedrigen. Das hast du bestimmt nicht nötig.

Ansonsten wünsche ich Dir viel Erfolg und viele Erkenntnisse bei deiner Klausur. Ich hoffe, dass ich mit meinen "Klugheiten" dich nicht verletzt habe. Aber ich stecke wie du auch in der gleichen Situation. Es ist schei., aber ich  muss das beste daraus machen  8)

Viele Grüsse

Rosebund

18.11.2006 23:15 • #2


Uranus


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Liebe/r Rosebund,

ich danke dir aus ganzen Herzen für deine Zeilen.

Du sagtst mir die Wahreit aus Erfahrung. Das gibt Hoffnung. Ich weiß, du hast Recht, wenn du sagtst, lass ihr den Abstand und dieses chinesische Sprichwort zitierst...Wenn es nur nicht so schwer gehen würde!

Weißt du, neben all der großen Liebe, die ich(55) für meine Frau(51)) im Herzen habe, verspüre ich in Abständen auch Aggression: Sie verbannt mich von meiner Umgebung, von sich selbst und von unserer Tochter(17Jahre). Mir bricht so zwei, dreimal am Tag meine ganze Welt weg. Dann entsteht dieses verdammte schwarze Loch.

Wenn ich meine Frau VERSTEHEN könnte, wenn ich ihre Aktion, mich zu verbannen, verstehen könnte, wo sich doch bestimmt weiß, wie verflucht schwer das ist, ginge es mir besser.  

Ich glaube, es ist ein Fehler von mir zu sagen ...ich würde meine Frau niemals so behandeln, wie sich mich behandelt... dies soll heißen: ich komme aus der Opferrolle nicht raus.

Kennst du das?

Rosebund, vielen Dank für deine lieben Worte. Wenn dir das noch niemand gesagt hat: Die helfen!

Tschüss aus Wiesbaden,
Uranus    

18.11.2006 23:49 • #3


Rosebund


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Lieber Uranus,
danke für deine lieben Worte. Freut mich, dass du darin ein wenig Trost finden konntest.

Ich finde allerdings einen klitzekleinen "Denkfehler" bei Dir:

Was deine Frau getan hat, ist nicht DICH zu verbannen oder zu bestrafen --> sondern sie will zu sich finden. Wahrscheinlich steckt sie selber in einer Krise o.ä. und braucht für ihr Leben Klarheit. Um zur Klarheit zu kommen, tut sie das nächstbeste, nämlich sich von dir zu entfernen.

Stell Dir vor, du steigt auf einen Hügel und blickst auf dein Leben runter. Von dieser Position aus kannst Du viele Linien entdecken, die man vom Boden aus nicht sehen kann.

Eines dieser Linien ist, dass diese Trennung auf Zeit für dich und deine Frau eine unglaublich intensive und lehrreiche Zeit sein werden wird. Dahinter steht ein größer Sinn, auch wenn Du in deiner heutigen Situatin (Boden) diese Linien noch nicht sehen kannst.

Stell Dir vor, du wüßtest, warum Deine Frau sich getrennt hat. Nehmen wir an, sie hat eine persönliche Sinnkrise. Was würde sich für dich ändern? Würdest du dich besser fühlen?

Ich glaube, dass in Dir sehr stark der Wunsch liegt, ihr dabei zu helfen. Kann ich sehr gut verstehen. Aber es gibt nun mal Wege im Leben, die man ganz alleine gehen muß. Du kannst nicht für deine Frau diesen Weg gehen. Das muß sie schon ganz alleine machen.

Und jetzt stell dir vor, wieviel Weisheit und Güte dann in dir stecken, wenn du mit diesem Wissen dich zurücklehnen kannst. Dann wird dir das Loslassen etwas leichter fallen und du kommst aus einer Opferrolle raus.

Auch wenn es bitter und absolut unverständlich ist: DU BIST GANZ ALLEINE FÜR DEINE GEFÜHLE VERANTWORTLICH !! In deiner eigenen Hand liegt es, dich gut zu fühlen.

Genau dieser Punkt fällt mir immer wieder sehr schwer, da ich durch die Trennung auf Zeit und vor allem durch die Ungewißheit sehr leide.

Aber genau in diesen verzweifelten Momenten, sage ich mir immer wieder ganz laut: mein Partner ist für meine guten gefühle nicht verantwortlich, sondern ich. Es nützt doch niemandem, wenn man sich ständig quält.

Weiß du auch, was in dir diese Gefühle auslöst, was so verzweifelt ist und totunglücklich? Es ist das "innere kleine" Kind, das in jedem Menschen steckt. Dieses innere kleine Kind will um jeden Preis die gewohnte Beziehung. Es ist meeine Aufgabe, diesem Kind Trost zu schenken und zu versichern, dass es immer von mir die Liebe bekommt.

Wenn du jetzt denkt, dass es total schizophren ist: stimmt, es klingt verrückt. Aber es wirkt. In den Momenten der tiefsten Trauer, Schmerz, Tränen und Verzweiflung hilft es wieder den Boden unter den Füßen zu bekommen. Plötzlich fühlt es sich nicht mehr sooo schmerzvoll an.

Alle Gefühle während der Trennung sind gut, denn ohne sie können wir nicht geheilt werden. Ich meine wirklich geheilt aus der eigenen Kraft heraus. Sie zeigen, dass Du ein kompletter Mensch bist, der wahrhaftig geliebt hat und liebt.

Übergebe dich dem Fluß des Lebens und versuche wirklich diese Zeit mit all den negativen wie auch positiven Gefühlen anzunehmen/zu durchleben. Du wirst erstaunt und immer wieder überrascht sein, wie Du menschlich wachsen wirst.

Du bist nicht allein! Ich fühle mit Dir das gleiche!!! Es ist zu schaffen, vertrau einfach darauf.

Liebe Grüsse

Rosebund (weiblich)



19.11.2006 00:32 • #4


Uranus


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Liebe Rosebund,

mir kommen die Tränen.

Eben habe ich in diesem Loch gefrühstückt und deine Gedanken gelesen.

WACHSEN, sagst du. Wer kann dagegen sein?! Aber sag doch selbst, muss es denn SO sein? Müßig eigentlich, dass ich mich hierüber beklage. Das liegt daran, weil ich den SINN dessen nicht verstehe. Ich achte die Liebe, ich liebe sie! Was brauche ich diese Erfahrung das?

Nun, gut, die Situation ist da und ich muss sie akzeptieren.

Du sprichst von der Ungewissheit. Ich nehme an, es ist die Ungewissheit, in der dich dein Partner lässt, OB er überhaupt zurückkommt.

Ja, genau das ist die Hölle für mich. Nie sprach ich früher von der Hölle, vom Himmel schon. Aber diese Ungewissheit und die Zweifel, die daraus an der 'Liebe an sich' entstehen, sind heftig.  

Dein Bild mit dem Schutz-Zuwendung-suchenden Kind, für das nur ICH jetzt Verantwortung trage ist verständlich. Aber da kommen Momente, wo ich alles hinwerfen will, wo mir SINN und GEDULD durchgehen. Dann sehe ich keinen Sinn mehr in allem, was ich tue, und die Geduld ist ein Fremdwort, wenn überhaupt.

Es kommt vor, dass mir dann alle 100 m auf der Straße die Tränen in die Augen schießen. Ich lasse sie rollen. Nur, wenn ich über sie nachdenke - das geschieht dann - fällt die Verzweiflung über mich, das schwarze Loch schließt sich, und es braucht lange, bis ich zu mir sagen ...Komm, Alter, das kriegst du schon hin...!

Ich war bei der UNGEWISSHEIT, die nagt. Wenn die nicht wäre. Sie ist gefährlich. Für mich. Meine Frau sagt mir nicht KLAR ...mein Ziel ist unsere Ehe, unsere Familie...
Sie sagt ...Ich weiß nicht...!

Sag, Rosebund, ist das notwendig? WIE kann die Frau, die mich nun 24 Jahre kennt, mir das antun? Sie weiß genau, was sie damit in mir anrichtet.
Ich glaube, du denkst bei dem letzten Gedanken: sie tut sich selber genau das gleiche an...
JA, ABER SIE TUT ES!
Ist die Forderung nach KLARHEIT (ich forderte nicht, ich bat um sie) zu lebensfern?

Wie kriegst du das alles geregelt?

Danke, für deine für deine Aufmerksamkeit.

Liebe Grüße aus Wiesbaden von
Uranus

 

19.11.2006 10:34 • #5


Ehemaliger User


Hallo Uranus,

ich empfinde eine "Trennung auf Zeit" als eine Möglichkeit, wieder sich selbst und daraufhin wieder eine gemeinsame Basis zu finden.

Ich denke, das kann ein guter "Vor-schritt" sein, um entweder wieder in die Partnerschaft zurückzufinden oder festzustellen, daß die Partnerschaft an ihrem Ende angelangt ist.

Hier - wenn Du die Geschichten liest - ist das nun nicht allzu häufig der Fall. Meist steht ein neuer Partner "Gewehr bei Fuß" und die Trennung ist schon länger zementiert.

Ich hab da noch einen Link, ich hoffe, er funktioniert.
Alles Gute trotz der trüben Zeit, die erst einmal auf Dich wartet. Die Sonne geht aber jeden Tag wieder auf  ;) Gruß, Gerd

familienhandbuch.de/cmain/f_Aktuelles/a_Trennung_Scheidung/s_593.html



PS: Ich will Dir nur noch ein Phänomen mitgeben, das man immer wieder bei Trennungen feststellt.

Ist ein Partner aus der Beziehung gegangen, weil er den/die Neue(n) interessanter findet als das "Alte" (das ist nun bei Dir anscheinend nicht so), erkennt er nach einer gewissen Zeit, daß das Neue auch so seine Schattenseiten hat... und er erkennt wieder die Sonnenseiten "des Alten". (oft ist es dann aber zu spät)

Mit dieser "Sicht", der Erkenntis, daß man nach einer gewissen Zeit der Routine die Vorteile des Alten nicht mehr sieht (und nur noch die Vorteile des Neuen sieht) - das Neue aber irgendwann genauso Routine erfährt - entsteht eine gewisse Ernüchterung.

Der Blick auf das "wie ist es anders" (welcher auch eine Trennung auf Probe bringen kann) gibt die Möglichkeit, die Vorteile des Einen wieder zu erkennnen, OHNE daß die Trennung gleich (mit einem neuen Partner) festzementiert wurde.

19.11.2006 12:54 • #6


Uranus


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Lieber Gerd,

hab Dank für deinen Brief und deinen Link.

Schön, dass du sagst, eine Trennung auf Zeit kann durchaus wieder zu einer Reinkarnation der Ehe, Beziehung führen.

Oh, Mann, wie ich das hoffe!

Hab eine schöne Zeit.
Ich grüße dich herzlich,
Uranus

19.11.2006 16:53 • #7


Ehemaliger User


Lieber Uranus,

ich empfinde eine Trennung auf Zeit wie den Tod in kleinen Raten. Man hängt in einer Warteschleife und meint, dass man nur reagieren und akzeptieren kann.


Was mir bei deiner Geschichte ein bisschen fehlt, sind konkrete Aussagen deiner Frau. "Ich muss / will zu mir finden" ist für mich ein so banaler Allgemeinplatz, dass ich damit nichts anfangen kann.
Was will sie finden? Sich selbst? Wie stellt sie das an? Welche Rolle spielst du dabei? Welche Problematik liegt bei euch vor? Was fehlt ihr, was sucht sie? Und vor allem: Wo bleibst du dabei?

Mir ist klar, dass du durch diesen von deiner Frau vorgeschriebenen Kontaktabbruch versuchst deine Ehe zu retten. Aber ihre Vorschriften sind so gefasst, dass du fast wie ein unmündiges Kind behandelt wirst.

Du "darfst" nur zu bestimmten Zeiten und wenn sie es gestattet in das Haus was jahrelang euer Heim war.
Sie hält dich hin mit "Ich weiss nicht", ja um Gottes Willen, wie lange soll das so gehen?

Deine Tochter spielt dieses Spiel offensichtlich mit...welchen Grund hat sie, diese Kontaktsperre einzuhalten??
Schliesslich ist sie 17 und durchaus in der Lage allein zu entscheiden, ob und wann sie ihren Vater sehen will....

Lieber Urnus, ich würde dir raten, endlich mal aktiv zu werden. Statt auf eine Entscheidung deiner Frau zu warten, entscheide du wie dein Leben zu laufen hat, und mache dich nicht zur Marionette, welche sich bewegt, wenn die Frau an den Fäden zupft! Du kannst dieses Szenario nicht unendlich lange mitmachen, darum setze ihr und dir einen klaren Zeitpunkt, an dem du eine definitive Entscheidung wünschst.

Und wenn sie nicht entscheiden kann, dann löse dich aus dieser Beziehung (möglicherweise wartet sie ja genau darauf, weil sie zu feige ist, Konsequenzen zu ziehen und zu tragen)

In einem solchen Schwebezustand möchte ich nicht verweilen, lieber klare Grenzen ziehen und konsequent handeln. Klar sagst du mir dann gleich: "Aber vielleicht riskiere ich damit unsere Beziehung"...Hmm, meines Erachtens hast du keine Beziehung mehr, und falls sie von deiner Konsequenz überrascht werden sollte, so kann ihr auch möglicherweise hinterher noch klarwerden, dass sie dich immer noch will. Ob du sie dann allerdings noch willst, ist fraglich.

Du bist ein erwachsener Mann, und verdienst es als solcher behandelt zu werden und zu handeln. Lass dich nicht mit vagen Worten abspeisen, sondern sorge für eine gerade Linie in deinem Leben!

Gruss

Thilde



19.11.2006 17:23 • #8


Uranus


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Liebe Thilde,

genau das sage ich, du hast Recht: Ich will meine Ehe - Hoffnung! - mit keiner Forderung zerstören.

Ist es denn gefährlich-falsch, wenn ich darauf eingehe, was sie will?

Vor vielen Wochen versuchte ich es mit Konfrontation - etwa ...Ich habe genaus das Recht, hier zu wohnen wie du. Zieh du doch aus, wenn ....!

Da merkte ich, diese Haltung zerstört alles.

Ich denke, einer (eine Seite) muss 'nachgeben', um Ziele zu erreichen. Oder?

Du sagst zwischen den Zeilen, ich dürfe mich nicht selber verraten. Das ist wahr. Ich muss aufpassen.

Dein Brief gibt mir zu denken.
Danke, dass du mir geschrieben hast!
Herzlich
Uranus  

19.11.2006 22:04 • #9


Ehemaliger User


Lieber Uranus,

Sinnvoll ist eine Trennung auf Zeit m. E. nur, wenn ein bestimmtes, festgelegtes Ziel damit erreicht werden soll.
Dadurch wird ein Paar dazu gezwungen, über die Beweggründe der Trennung nachzudenken. Ein solches Ziel scheint es bei euch nicht zu geben, oder?

Selbstfindung ist etwas, was man auch IN einer Beziehung betreiben kann, wo man die Unterstützung des Partners erhofft, und ihm seine Wünsche, Ziele und Bedürfnisse mitteilt.....


Weisst du, ich denke eine Trennung auf Zeit ist nicht sinnvoll, wenn das Ziel darin besteht, sich über seine Gefühle klar zu werden, ein Partner einmal allein sein will, oder seinen Freiraum braucht, denn in der Regel steckt dahinter nur eine sanfte Form des endgültigen Abschieds.


Wenn z. B. Fehler in der Partnerschaft gemacht worden sind, sollten sich die Partner erst einmal fragen wozu denn eine Trennung auf Zeit gut sein soll und warum man sich deshalb trennt. Warum gerade diese Form des Rückzugs, wo doch jeder Rückzug unter Umständen die Möglichkeit erschwert, wieder aufeinander zuzugehen. Warum kann man Probleme nicht gemeinsam vor Ort lösen?

Eine Paartherapie hat nichts gebracht, weil deine Frau Einzeltherapie wollte. Was ist das Ziel dieser Therapie? Ihr den Mut zu verschaffen, sich aus der Beziehung zu lösen?

In meinen Augen wirst du von allem ausgeschlossen, bist handlungsunfähig und zum Warten verdammt.

Was hat das noch mit Liebe, Beziehung und dem Versuch eine Beziehung zu retten zu tun?

Beziehung lebt von Kommunikation, und nicht von Schweigen und  der Angst verlassen zu werden, wenn man Druck macht, und eine Entscheidung fordert.


Gruss
Thilde

19.11.2006 22:35 • #10


Ehemaliger User


@Thilde

Tja, wat erwartest du nun? Wenn ich schon lese, dass sich da jemand zurückziehen muss, um sich zu finden, dann frage ich mich ernsthaft, was diese Person in den 23 Jahren der Ehe getan hat? Habe ich nicht gerade in dem anderen Thread gelesen, dass nur Männer eine Midlifcrises haben? Das mit der Kommunikation, ist mit Sicherheit bei dir und mir so, aber doch nicht bei den anderen Leuten. Für mich ist so ein Verhalten scheinheilig und hinterhältig und ich habe hier noch nie gelesen, dass nach einer Auszeit eine Beziehung wieder funktioniert hat. Und alternativ kann oder darf ich dann auch noch 80 Euro pro Stunde Beratungskosten bezahlen?  ::) Tja, ist dann wohl nicht weit her mit der Kommunikation, aber geschrieben und geredet wird dann wohl umso mehr darüber. Ich sehe es so wie du es siehst. Es ist und bleibt ein sterben in kleinen Raten und diejenigen, welche so handeln, sind feige und hinterhältige Egoisten. Da ist System hinter, da bin ich mir sicher. Ganz langsam und  Stück für Stück den Absprung vorbereiten und dann den Partner vor vollendet Tatsachen stellen. Womöglich schon eine Wohnung in der Hinterhand und sich auch gedanklich schon viel weiter mit der Trennugn auseinander gesetzt zu haben. Von wegen die Hoffnung stirbt zu letzt. Eher ist es so, dass das Leiden unnötig verlängert wird.

Aber was solls, jeder muss seine Erfahrung machen.

Gruß

20.11.2006 09:23 • #11


Ehemaliger User


Hey!
Meine Meinung dazu ist,das wen man sich selbst nach ner Weile nich so im Griff hat um normal miteinander zu reden,kein Mediator der Welt was nützen kann.
Und die Beziehung ,da wohl schon längst keine mehr ist und auch nicht wieder wird,zumindest kaum gesund und lebenswert.
Das selbst auch der normale Umgang miteinander nicht unbedingt zum Erfolg führt.
Ich frag mich da nur wie ein solcher Mensch tickt,um so mit dem Partner wie bei Uranus gesehen umzugehen und was die wohl die letzten 23 Jahre gemacht hat!
Ich vermiss da sehr was mit der Tochter ist?
Eine eigene Meinung hat sie sicher auch.
Vielleicht ist es aber so das Sie die gesellschaftlich erwartete Norm erfüllt hat,das Kind nun groß ist und Madame jetzt mal ne neue Form der Selbstverwirklichung leben will.

Da wird dann ein Mensch behandelt wie ein "Haustier", das dann ,da nicht mehr in die neuen Lebensumstände passend Im Tierheim entsorgt wird.
Umso praktischer wen sich jener dann auch noch wehrlos entsorgen lässt wie ein Haustier.
Aber nun wir werden es noch erfahren!

gruß

20.11.2006 10:39 • #12


Ehemaliger User


@

ein Mediator ist dafür da, um in unlösbaren Konfliktsituationen den Mittler zu spielen, und gemeinsam mit den Beteiligten eine beiderseits akzeptable Lösung zu finden. Dazu muss aber Kommunikationsbereitschaft vorhanden sein ( selbst wenns nur über einen Dritten / Mediator ist).
Und genau die vermisse ich bei Uranus Frau. Lieber sollte man dann für 80 Euronen nett essen gehen, oder sich nen Haufen kluger Bücher gönnen... ::)


Gruss

Thilde

20.11.2006 12:06 • #13


Ehemaliger User


@Thilde

Zitat:
oder sich nen Haufen kluger Bücher gönnen.


Ähm wirklich!? Nee, dann doch lieber den Mediator und sich ein wenig darüber belustigen. ::) Sach mal, dat Feechen war oder ist doch auch so ein Mediator, oder? Dat sind doch die Leute, welche anderen kluge Ratschläge geben und sie bei sich selbst nicht an- umsetzen können, oder?  ;D

Und lustig sind doch die Leute, welche so ein schlaues Buch gelesen haben und dann dieses Wissen hier oder wo auch immer verbreiten. Dat die sich aber vorher nie mit dem Thema Trennung auseinandergesetzt oder beschäftigt haben, dat wird dann dezent verschwiegen. Da kann man dann schön nachlesen, wat so ein schlaues Buch doch innerhalb von drei Wochen aus einem Menschen machen kann. Na gut, nach weiteren drei Wochen haben die dat schon wieder vergessen und dat interessiert dann auch nicht mehr. Die haben dann wat neues und es geht an der Stelle weiter, wo bei der vorherigen Beziehung aufgehört worden ist.  :-/

Man sollte auch zum Teil danach leben oder aus Überzeugung so handeln, aber viele wollen und können dat einfach nicht. Die wollen geliebt werden, egal ob es passt oder nicht, bloß nicht alleine sein und sein Leben selbst gestalten. Da muss der Partner dann der Sinn des Leben sein.

Daher ja auch der Ausspruch! "Er war oder ist mein Leben!"

Menno, dat muss aber ein kleines und bescheidenes Leben sein.  :o

Kommunikationsbereitschaft ist ja gut und schön, aber wat ist mit Wahrheit und Aufrichtigkeit? Die vermisse ich viel mehr bei der Frau von Uranus. Und wat ist dann, wenn sich rausstellt, dat die gute Frau Uranus wat neues am Start haben sollte. Unterstützt der Mediator dann so eine Vorgehensweise und wat macht Herr Uranus dann in der Situation?

Tja, dann gehe ich dann dat Geld lieber verfuttern oder versaufen, da habe ich dann wat konkretes und werde nicht verarscht.  :(

20.11.2006 13:10 • #14


Ehemaliger User


@

Wahrheit und Klarheit scheint es bei Uranus Frau wirklich nicht so recht zu geben, woraus ja wohl auch die mangelnde Kommunikationsbereitschaft resultiert. Vielleicht strickt sie daheim im stillen Kämmerlein schon wirklich am neuen Leben, in dem kein Platz für Uranus ist. Fair wäre es natürlich, ihm klare Fakten zu geben, aber vielleicht weiss Frau noch nicht, ob sie sich Uranus noch ein bisserl warm halten muss.


Und der Mediator kann dann auch gleich die finanzielle Seite der Trennung regeln, und Uranus selbst darf sich dann den Tatsachen stellen wenn er das möchte...



@ Uranus

Weisst du, wir diskutieren hier intern schon ziemlich heiss darüber, was in deiner / eurer Situation angemessenes Verhalten wäre, und welche Gründe es für diese "Trennung auf Zeit"geben könnte. Und natürlich zeigen wir schonungslos die möglichen Wege auf, die es für euch geben kann.

Manches mag ironisch oder sarkastisch in deinen Ohren klingen, aber irgendwie versuchen wir dein bzw euer Verhalten zu verstehen, zumal wir womöglich ganz anders handeln würden. Vielleicht verschweigst du uns Fakten, vielleicht bist du wirklich zu unwissend wie du dich darstellst  ;)

Alles in allem können wir nur spekulieren, und darlegen, wie wir uns in ähnlicher Situation - resultierend aus unserer bescheidenen Lebenserfahrung - verhalten würden.

Und natürlich hinterfragen wir...die Gründe, die möglichen Fakten etc...

Dir wäre nicht mit pauschalen Aussagen wie "Alles wird gut"......."gib die Hoffnung nicht auf"... etc pp..... geholfen, auch wenn es möglicherweise genau DAS ist, was du hier lesen möchtest.


Gruss

Thilde


20.11.2006 13:45 • #15




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