Trennung auf Zeit?

Uranus

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Liebe Leute,
wir sind seit 20 Jahren verheiratet und pl├Âtzlich 'fordert' meine Frau eine Trennung...auf Zeit (..auf Zeit? Wer wei├č das?)

Seit M├Ąrz dieses Jahres versuchte ich(55) an meine Frau, 51, heranzukommen. Sie zog sich mehr und mehr zur├╝ck, sprach kaum, und wenn ich sie fragte, was los sei, sagte sie (diesen Satz kann ich kaum noch h├Âren!) ...Ich brauche Zeit. Ich muss zu mir selbst finden.

Dann , im  September, nachdem wir f├╝nf Sitzungen bei einer Paarpsychologin gemacht hatten,  stellte sich heraus, dass sie eine Einzeltherapie machen wollte. OK., nun macht sie eine, und ich lebe seit dem 21. September in einem gemieteten Zimmer, meine Frau mit unserer Tochter(17) in unserem Haus.

Mensch, ist das schwer!

Mir ist eigentlich jede Kommunikation untersagt. Manchmal 'darf' ich ins Haus. Sie legt mir den Schl├╝ssel unter die Matte, und dann tanke ich in der alten-vertrauten Umgebung ein paar Stunden ... um 15 Uhr verl├Ąsst du bitte das Haus ... auf.

Ansonsten soll ich alle Kommunikation unterlassen - also: keine Anrufe, keine sms - nichts!

Vor ca. drei Wochen kam ich unangemeldet ins Haus (ich klingelte, weil ich ihr meinen Schl├╝ssel gegeben hatte, damit sie keine Angst hat, ich '├╝berfalle' sie) und fragte sie, ob es denn nun wirklich eine Trennung auf Zeit sei und wir wieder zusammenkommen? Sie: Ich wei├č nicht!

Das zehrt...Ich wei├č nicht!

Ja, ich glaube nicht, dass sie einen Lover hat -genau so wenig wie ich selbst.

Nun habe ich alles getan, was sie von mir velangte, u.a. die Kommunikationsstille, die sehr schwer f├Ąllt.

Und jetzt?

Wie lange soll ich diese furchtbare Ungewissheit noch aushalten?
Und au├čerdem: Weihnachten steht vor der T├╝r ...ein Greul, wenn ich daran denke, hier in diesem Zimmer zu hocken.
Allein die Wochenende kann ich schon schwer ertragen. Ich lenke mich ab und fahre oft Autobahn.

Ich bilde mir nicht ein, da gibt es einen Zauberspruch, der die Probleme aus der Welt schafft. Aber da gibt es euch, die ihr vielleicht ├Ąhnliches erfahren habt.
Was kann ich tun? Wie kamt ihr dar├╝ber hinweg? Wie habt ihr das zumindest etwas verkraftet?

Von meinem Schmerz, eine wunderbare Frau (vielleicht) zu verlieren und eine genauso wunderbare Tochter, sehe ich da mal ab.
Klar, bleibe ich immer ihr Papa. Aber das gemeinsame Leben fehlt doch ... und damit fast alles andere.

Leute, war sch├Ân euch zu schreiben. Danke.

Alles Gute
Uranus  

18.11.2006 22:28 • #1


Rosebund


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Hallo lieber Uranus,

ich kann Deine/Ihre Situation sehr gut verstehen, denn mein Freund und ich haben auch eine Trennung auf Zeit vereinbart. 6 Monate. Und es sind bis heute 20 Tage erst vergangen.

Das Gef├╝hl der Einsamkeit, Trauer, Verzweiflung und Ungewissheit kenne ich.

Wenn Du m├Âchtest, dann m├Âchte ich gerne meine Erfahrungen und Gedanken mitteilen, die Dir vielleicht weiterhelfen k├Ânnen.

Erst einmal sind all Deine Gef├╝hle, egal ob tiefe Trauer, Schmerz, Verzweiflung etc. v├Âllig NORMAL. Bedenke aber immer dabei, dass alles nur vor├╝bergehend sein wird. Auch wenn es f├╝r Dich unglaubw├╝rdig erscheint, ist es wirklich so.

Immer wenn diese Gef├╝hle dich "├╝berfallen", dann stehe zu ihnen und verneine/verdr├Ąnge sie nicht. Denn diese Gef├╝hle ist der Weg zu Deinem Heilungsproze├č.

Es gibt nur einen einzigen wahrhaftigen Weg in dieser Zeit der "Trennung auf Zeit". Betrachte doch diese Zeit nicht negativ, sondern als eine gro├čartige Chance zu wachsen.

Du fragst dich bestimmt: wie soll das gehen?

Indem du diese Phase als eine Art Klausur bzw. Innenschau deklarierst und eine innerliche Entwicklung machst.

Gew├Ąhre deiner Frau die Zeit, die sie ben├Âtigt. Bedr├Ąnge sie nicht, suche nicht nach Antworten bei ihr.

Ganz nach dem chinesischen Sprichwort "Willst du das etwas zu dir zur├╝ckkommt, dann lass es laufen". Dieser Satz ist mir immer wieder in den dunkelsten Stunden ein Trost.

Konzentriere dich immer auf den Augenblick, auf hier und jetzt. Werfe all deine Gedanken um die Zukunft, wie die Probetrennung ausgehen wird, in einen M├╝lleimer. Genauso auch all die Gedanken um die Vergangenheit, was alles schief gegangen ist..... Was z├Ąhlt ist wirklich der Augenblick. Bleibe immer Augenblick stehen, wenn der Schmerz und die Trauer dich ├╝berw├Ąltigen.

Ich wei├č, es ist echt hart. Aber da mu├čt du durch und du wirst es auch schaffen  ;)

Ganz besonders m├Âchte ich Dir ein Buch empfehlen: "Verliebt, verlassen, wie verwandelt". Es hat mir wirklich sehr geholfen, die Dinge zu verstehen, die w├Ąhrend einer Trennung passieren. Bitte kauf dir dieses Buch.

Wenn Du deine Frau wirklich liebst, dann lass innerlich los. Sie wird die Ver├Ąnderungen sp├╝ren. Du sagst, dass du in der vertrauten Umgebung (dein Haus) tankst. Aber ich pers├Ânlich finde, dass Du das Messer in deiner Wunde nochmal umdrehst. H├Âr auf, dich selber zu verletzen oder zu erniedrigen. Das hast du bestimmt nicht n├Âtig.

Ansonsten w├╝nsche ich Dir viel Erfolg und viele Erkenntnisse bei deiner Klausur. Ich hoffe, dass ich mit meinen "Klugheiten" dich nicht verletzt habe. Aber ich stecke wie du auch in der gleichen Situation. Es ist schei., aber ich  muss das beste daraus machen  8)

Viele Gr├╝sse

Rosebund

18.11.2006 23:15 • #2



Trennung auf Zeit?

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Uranus


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Liebe/r Rosebund,

ich danke dir aus ganzen Herzen f├╝r deine Zeilen.

Du sagtst mir die Wahreit aus Erfahrung. Das gibt Hoffnung. Ich wei├č, du hast Recht, wenn du sagtst, lass ihr den Abstand und dieses chinesische Sprichwort zitierst...Wenn es nur nicht so schwer gehen w├╝rde!

Wei├čt du, neben all der gro├čen Liebe, die ich(55) f├╝r meine Frau(51)) im Herzen habe, versp├╝re ich in Abst├Ąnden auch Aggression: Sie verbannt mich von meiner Umgebung, von sich selbst und von unserer Tochter(17Jahre). Mir bricht so zwei, dreimal am Tag meine ganze Welt weg. Dann entsteht dieses verdammte schwarze Loch.

Wenn ich meine Frau VERSTEHEN k├Ânnte, wenn ich ihre Aktion, mich zu verbannen, verstehen k├Ânnte, wo sich doch bestimmt wei├č, wie verflucht schwer das ist, ginge es mir besser.  

Ich glaube, es ist ein Fehler von mir zu sagen ...ich w├╝rde meine Frau niemals so behandeln, wie sich mich behandelt... dies soll hei├čen: ich komme aus der Opferrolle nicht raus.

Kennst du das?

Rosebund, vielen Dank f├╝r deine lieben Worte. Wenn dir das noch niemand gesagt hat: Die helfen!

Tsch├╝ss aus Wiesbaden,
Uranus    

18.11.2006 23:49 • #3


Rosebund


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Lieber Uranus,
danke f├╝r deine lieben Worte. Freut mich, dass du darin ein wenig Trost finden konntest.

Ich finde allerdings einen klitzekleinen "Denkfehler" bei Dir:

Was deine Frau getan hat, ist nicht DICH zu verbannen oder zu bestrafen --> sondern sie will zu sich finden. Wahrscheinlich steckt sie selber in einer Krise o.├Ą. und braucht f├╝r ihr Leben Klarheit. Um zur Klarheit zu kommen, tut sie das n├Ąchstbeste, n├Ąmlich sich von dir zu entfernen.

Stell Dir vor, du steigt auf einen H├╝gel und blickst auf dein Leben runter. Von dieser Position aus kannst Du viele Linien entdecken, die man vom Boden aus nicht sehen kann.

Eines dieser Linien ist, dass diese Trennung auf Zeit f├╝r dich und deine Frau eine unglaublich intensive und lehrreiche Zeit sein werden wird. Dahinter steht ein gr├Â├čer Sinn, auch wenn Du in deiner heutigen Situatin (Boden) diese Linien noch nicht sehen kannst.

Stell Dir vor, du w├╝├čtest, warum Deine Frau sich getrennt hat. Nehmen wir an, sie hat eine pers├Ânliche Sinnkrise. Was w├╝rde sich f├╝r dich ├Ąndern? W├╝rdest du dich besser f├╝hlen?

Ich glaube, dass in Dir sehr stark der Wunsch liegt, ihr dabei zu helfen. Kann ich sehr gut verstehen. Aber es gibt nun mal Wege im Leben, die man ganz alleine gehen mu├č. Du kannst nicht f├╝r deine Frau diesen Weg gehen. Das mu├č sie schon ganz alleine machen.

Und jetzt stell dir vor, wieviel Weisheit und G├╝te dann in dir stecken, wenn du mit diesem Wissen dich zur├╝cklehnen kannst. Dann wird dir das Loslassen etwas leichter fallen und du kommst aus einer Opferrolle raus.

Auch wenn es bitter und absolut unverst├Ąndlich ist: DU BIST GANZ ALLEINE F├ťR DEINE GEF├ťHLE VERANTWORTLICH !! In deiner eigenen Hand liegt es, dich gut zu f├╝hlen.

Genau dieser Punkt f├Ąllt mir immer wieder sehr schwer, da ich durch die Trennung auf Zeit und vor allem durch die Ungewi├čheit sehr leide.

Aber genau in diesen verzweifelten Momenten, sage ich mir immer wieder ganz laut: mein Partner ist f├╝r meine guten gef├╝hle nicht verantwortlich, sondern ich. Es n├╝tzt doch niemandem, wenn man sich st├Ąndig qu├Ąlt.

Wei├č du auch, was in dir diese Gef├╝hle ausl├Âst, was so verzweifelt ist und totungl├╝cklich? Es ist das "innere kleine" Kind, das in jedem Menschen steckt. Dieses innere kleine Kind will um jeden Preis die gewohnte Beziehung. Es ist meeine Aufgabe, diesem Kind Trost zu schenken und zu versichern, dass es immer von mir die Liebe bekommt.

Wenn du jetzt denkt, dass es total schizophren ist: stimmt, es klingt verr├╝ckt. Aber es wirkt. In den Momenten der tiefsten Trauer, Schmerz, Tr├Ąnen und Verzweiflung hilft es wieder den Boden unter den F├╝├čen zu bekommen. Pl├Âtzlich f├╝hlt es sich nicht mehr sooo schmerzvoll an.

Alle Gef├╝hle w├Ąhrend der Trennung sind gut, denn ohne sie k├Ânnen wir nicht geheilt werden. Ich meine wirklich geheilt aus der eigenen Kraft heraus. Sie zeigen, dass Du ein kompletter Mensch bist, der wahrhaftig geliebt hat und liebt.

├ťbergebe dich dem Flu├č des Lebens und versuche wirklich diese Zeit mit all den negativen wie auch positiven Gef├╝hlen anzunehmen/zu durchleben. Du wirst erstaunt und immer wieder ├╝berrascht sein, wie Du menschlich wachsen wirst.

Du bist nicht allein! Ich f├╝hle mit Dir das gleiche!!! Es ist zu schaffen, vertrau einfach darauf.

Liebe Gr├╝sse

Rosebund (weiblich)



19.11.2006 00:32 • #4


Uranus


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Liebe Rosebund,

mir kommen die Tr├Ąnen.

Eben habe ich in diesem Loch gefr├╝hst├╝ckt und deine Gedanken gelesen.

WACHSEN, sagst du. Wer kann dagegen sein?! Aber sag doch selbst, muss es denn SO sein? M├╝├čig eigentlich, dass ich mich hier├╝ber beklage. Das liegt daran, weil ich den SINN dessen nicht verstehe. Ich achte die Liebe, ich liebe sie! Was brauche ich diese Erfahrung das?

Nun, gut, die Situation ist da und ich muss sie akzeptieren.

Du sprichst von der Ungewissheit. Ich nehme an, es ist die Ungewissheit, in der dich dein Partner l├Ąsst, OB er ├╝berhaupt zur├╝ckkommt.

Ja, genau das ist die H├Âlle f├╝r mich. Nie sprach ich fr├╝her von der H├Âlle, vom Himmel schon. Aber diese Ungewissheit und die Zweifel, die daraus an der 'Liebe an sich' entstehen, sind heftig.  

Dein Bild mit dem Schutz-Zuwendung-suchenden Kind, f├╝r das nur ICH jetzt Verantwortung trage ist verst├Ąndlich. Aber da kommen Momente, wo ich alles hinwerfen will, wo mir SINN und GEDULD durchgehen. Dann sehe ich keinen Sinn mehr in allem, was ich tue, und die Geduld ist ein Fremdwort, wenn ├╝berhaupt.

Es kommt vor, dass mir dann alle 100 m auf der Stra├če die Tr├Ąnen in die Augen schie├čen. Ich lasse sie rollen. Nur, wenn ich ├╝ber sie nachdenke - das geschieht dann - f├Ąllt die Verzweiflung ├╝ber mich, das schwarze Loch schlie├čt sich, und es braucht lange, bis ich zu mir sagen ...Komm, Alter, das kriegst du schon hin...!

Ich war bei der UNGEWISSHEIT, die nagt. Wenn die nicht w├Ąre. Sie ist gef├Ąhrlich. F├╝r mich. Meine Frau sagt mir nicht KLAR ...mein Ziel ist unsere Ehe, unsere Familie...
Sie sagt ...Ich wei├č nicht...!

Sag, Rosebund, ist das notwendig? WIE kann die Frau, die mich nun 24 Jahre kennt, mir das antun? Sie wei├č genau, was sie damit in mir anrichtet.
Ich glaube, du denkst bei dem letzten Gedanken: sie tut sich selber genau das gleiche an...
JA, ABER SIE TUT ES!
Ist die Forderung nach KLARHEIT (ich forderte nicht, ich bat um sie) zu lebensfern?

Wie kriegst du das alles geregelt?

Danke, f├╝r deine f├╝r deine Aufmerksamkeit.

Liebe Gr├╝├če aus Wiesbaden von
Uranus

 

19.11.2006 10:34 • #5


Ehemaliger User


Hallo Uranus,

ich empfinde eine "Trennung auf Zeit" als eine M├Âglichkeit, wieder sich selbst und daraufhin wieder eine gemeinsame Basis zu finden.

Ich denke, das kann ein guter "Vor-schritt" sein, um entweder wieder in die Partnerschaft zur├╝ckzufinden oder festzustellen, da├č die Partnerschaft an ihrem Ende angelangt ist.

Hier - wenn Du die Geschichten liest - ist das nun nicht allzu h├Ąufig der Fall. Meist steht ein neuer Partner "Gewehr bei Fu├č" und die Trennung ist schon l├Ąnger zementiert.

Ich hab da noch einen Link, ich hoffe, er funktioniert.
Alles Gute trotz der tr├╝ben Zeit, die erst einmal auf Dich wartet. Die Sonne geht aber jeden Tag wieder auf ┬á;) Gru├č, Gerd

familienhandbuch.de/cmain/f_Aktuelles/a_Trennung_Scheidung/s_593.html



PS: Ich will Dir nur noch ein Ph├Ąnomen mitgeben, das man immer wieder bei Trennungen feststellt.

Ist ein Partner aus der Beziehung gegangen, weil er den/die Neue(n) interessanter findet als das "Alte" (das ist nun bei Dir anscheinend nicht so), erkennt er nach einer gewissen Zeit, da├č das Neue auch so seine Schattenseiten hat... und er erkennt wieder die Sonnenseiten "des Alten". (oft ist es dann aber zu sp├Ąt)

Mit dieser "Sicht", der Erkenntis, da├č man nach einer gewissen Zeit der Routine die Vorteile des Alten nicht mehr sieht (und nur noch die Vorteile des Neuen sieht) - das Neue aber irgendwann genauso Routine erf├Ąhrt - entsteht eine gewisse Ern├╝chterung.

Der Blick auf das "wie ist es anders" (welcher auch eine Trennung auf Probe bringen kann) gibt die M├Âglichkeit, die Vorteile des Einen wieder zu erkennnen, OHNE da├č die Trennung gleich (mit einem neuen Partner) festzementiert wurde.

19.11.2006 12:54 • #6


Uranus


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Lieber Gerd,

hab Dank f├╝r deinen Brief und deinen Link.

Sch├Ân, dass du sagst, eine Trennung auf Zeit kann durchaus wieder zu einer Reinkarnation der Ehe, Beziehung f├╝hren.

Oh, Mann, wie ich das hoffe!

Hab eine sch├Âne Zeit.
Ich gr├╝├če dich herzlich,
Uranus

19.11.2006 16:53 • #7


Ehemaliger User


Lieber Uranus,

ich empfinde eine Trennung auf Zeit wie den Tod in kleinen Raten. Man h├Ąngt in einer Warteschleife und meint, dass man nur reagieren und akzeptieren kann.


Was mir bei deiner Geschichte ein bisschen fehlt, sind konkrete Aussagen deiner Frau. "Ich muss / will zu mir finden" ist f├╝r mich ein so banaler Allgemeinplatz, dass ich damit nichts anfangen kann.
Was will sie finden? Sich selbst? Wie stellt sie das an? Welche Rolle spielst du dabei? Welche Problematik liegt bei euch vor? Was fehlt ihr, was sucht sie? Und vor allem: Wo bleibst du dabei?

Mir ist klar, dass du durch diesen von deiner Frau vorgeschriebenen Kontaktabbruch versuchst deine Ehe zu retten. Aber ihre Vorschriften sind so gefasst, dass du fast wie ein unm├╝ndiges Kind behandelt wirst.

Du "darfst" nur zu bestimmten Zeiten und wenn sie es gestattet in das Haus was jahrelang euer Heim war.
Sie h├Ąlt dich hin mit "Ich weiss nicht", ja um Gottes Willen, wie lange soll das so gehen?

Deine Tochter spielt dieses Spiel offensichtlich mit...welchen Grund hat sie, diese Kontaktsperre einzuhalten??
Schliesslich ist sie 17 und durchaus in der Lage allein zu entscheiden, ob und wann sie ihren Vater sehen will....

Lieber Urnus, ich w├╝rde dir raten, endlich mal aktiv zu werden. Statt auf eine Entscheidung deiner Frau zu warten, entscheide du wie dein Leben zu laufen hat, und mache dich nicht zur Marionette, welche sich bewegt, wenn die Frau an den F├Ąden zupft! Du kannst dieses Szenario nicht unendlich lange mitmachen, darum setze ihr und dir einen klaren Zeitpunkt, an dem du eine definitive Entscheidung w├╝nschst.

Und wenn sie nicht entscheiden kann, dann l├Âse dich aus dieser Beziehung (m├Âglicherweise wartet sie ja genau darauf, weil sie zu feige ist, Konsequenzen zu ziehen und zu tragen)

In einem solchen Schwebezustand m├Âchte ich nicht verweilen, lieber klare Grenzen ziehen und konsequent handeln. Klar sagst du mir dann gleich: "Aber vielleicht riskiere ich damit unsere Beziehung"...Hmm, meines Erachtens hast du keine Beziehung mehr, und falls sie von deiner Konsequenz ├╝berrascht werden sollte, so kann ihr auch m├Âglicherweise hinterher noch klarwerden, dass sie dich immer noch will. Ob du sie dann allerdings noch willst, ist fraglich.

Du bist ein erwachsener Mann, und verdienst es als solcher behandelt zu werden und zu handeln. Lass dich nicht mit vagen Worten abspeisen, sondern sorge f├╝r eine gerade Linie in deinem Leben!

Gruss

Thilde



19.11.2006 17:23 • #8


Uranus


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Liebe Thilde,

genau das sage ich, du hast Recht: Ich will meine Ehe - Hoffnung! - mit keiner Forderung zerst├Âren.

Ist es denn gef├Ąhrlich-falsch, wenn ich darauf eingehe, was sie will?

Vor vielen Wochen versuchte ich es mit Konfrontation - etwa ...Ich habe genaus das Recht, hier zu wohnen wie du. Zieh du doch aus, wenn ....!

Da merkte ich, diese Haltung zerst├Ârt alles.

Ich denke, einer (eine Seite) muss 'nachgeben', um Ziele zu erreichen. Oder?

Du sagst zwischen den Zeilen, ich d├╝rfe mich nicht selber verraten. Das ist wahr. Ich muss aufpassen.

Dein Brief gibt mir zu denken.
Danke, dass du mir geschrieben hast!
Herzlich
Uranus  

19.11.2006 22:04 • #9


Ehemaliger User


Lieber Uranus,

Sinnvoll ist eine Trennung auf Zeit m. E. nur, wenn ein bestimmtes, festgelegtes Ziel damit erreicht werden soll.
Dadurch wird ein Paar dazu gezwungen, ├╝ber die Beweggr├╝nde der Trennung nachzudenken. Ein solches Ziel scheint es bei euch nicht zu geben, oder?

Selbstfindung ist etwas, was man auch IN einer Beziehung betreiben kann, wo man die Unterst├╝tzung des Partners erhofft, und ihm seine W├╝nsche, Ziele und Bed├╝rfnisse mitteilt.....


Weisst du, ich denke eine Trennung auf Zeit ist nicht sinnvoll, wenn das Ziel darin besteht, sich ├╝ber seine Gef├╝hle klar zu werden, ein Partner einmal allein sein will, oder seinen Freiraum braucht, denn in der Regel steckt dahinter nur eine sanfte Form des endg├╝ltigen Abschieds.


Wenn z. B. Fehler in der Partnerschaft gemacht worden sind, sollten sich die Partner erst einmal fragen wozu denn eine Trennung auf Zeit gut sein soll und warum man sich deshalb trennt. Warum gerade diese Form des R├╝ckzugs, wo doch jeder R├╝ckzug unter Umst├Ąnden die M├Âglichkeit erschwert, wieder aufeinander zuzugehen. Warum kann man Probleme nicht gemeinsam vor Ort l├Âsen?

Eine Paartherapie hat nichts gebracht, weil deine Frau Einzeltherapie wollte. Was ist das Ziel dieser Therapie? Ihr den Mut zu verschaffen, sich aus der Beziehung zu l├Âsen?

In meinen Augen wirst du von allem ausgeschlossen, bist handlungsunf├Ąhig und zum Warten verdammt.

Was hat das noch mit Liebe, Beziehung und dem Versuch eine Beziehung zu retten zu tun?

Beziehung lebt von Kommunikation, und nicht von Schweigen und  der Angst verlassen zu werden, wenn man Druck macht, und eine Entscheidung fordert.


Gruss
Thilde

19.11.2006 22:35 • #10


Ehemaliger User


@Thilde

Tja, wat erwartest du nun? Wenn ich schon lese, dass sich da jemand zur├╝ckziehen muss, um sich zu finden, dann frage ich mich ernsthaft, was diese Person in den 23 Jahren der Ehe getan hat? Habe ich nicht gerade in dem anderen Thread gelesen, dass nur M├Ąnner eine Midlifcrises haben? Das mit der Kommunikation, ist mit Sicherheit bei dir und mir so, aber doch nicht bei den anderen Leuten. F├╝r mich ist so ein Verhalten scheinheilig und hinterh├Ąltig und ich habe hier noch nie gelesen, dass nach einer Auszeit eine Beziehung wieder funktioniert hat. Und alternativ kann oder darf ich dann auch noch 80 Euro pro Stunde Beratungskosten bezahlen?  ::) Tja, ist dann wohl nicht weit her mit der Kommunikation, aber geschrieben und geredet wird dann wohl umso mehr dar├╝ber. Ich sehe es so wie du es siehst. Es ist und bleibt ein sterben in kleinen Raten und diejenigen, welche so handeln, sind feige und hinterh├Ąltige Egoisten. Da ist System hinter, da bin ich mir sicher. Ganz langsam und  St├╝ck f├╝r St├╝ck den Absprung vorbereiten und dann den Partner vor vollendet Tatsachen stellen. Wom├Âglich schon eine Wohnung in der Hinterhand und sich auch gedanklich schon viel weiter mit der Trennugn auseinander gesetzt zu haben. Von wegen die Hoffnung stirbt zu letzt. Eher ist es so, dass das Leiden unn├Âtig verl├Ąngert wird.

Aber was solls, jeder muss seine Erfahrung machen.

Gru├č

20.11.2006 09:23 • #11


Ehemaliger User


Hey!
Meine Meinung dazu ist,das wen man sich selbst nach ner Weile nich so im Griff hat um normal miteinander zu reden,kein Mediator der Welt was n├╝tzen kann.
Und die Beziehung ,da wohl schon l├Ąngst keine mehr ist und auch nicht wieder wird,zumindest kaum gesund und lebenswert.
Das selbst auch der normale Umgang miteinander nicht unbedingt zum Erfolg f├╝hrt.
Ich frag mich da nur wie ein solcher Mensch tickt,um so mit dem Partner wie bei Uranus gesehen umzugehen und was die wohl die letzten 23 Jahre gemacht hat!
Ich vermiss da sehr was mit der Tochter ist?
Eine eigene Meinung hat sie sicher auch.
Vielleicht ist es aber so das Sie die gesellschaftlich erwartete Norm erf├╝llt hat,das Kind nun gro├č ist und Madame jetzt mal ne neue Form der Selbstverwirklichung leben will.

Da wird dann ein Mensch behandelt wie ein "Haustier", das dann ,da nicht mehr in die neuen Lebensumst├Ąnde passend Im Tierheim entsorgt wird.
Umso praktischer wen sich jener dann auch noch wehrlos entsorgen l├Ąsst wie ein Haustier.
Aber nun wir werden es noch erfahren!

gru├č

20.11.2006 10:39 • #12


Ehemaliger User


@

ein Mediator ist daf├╝r da, um in unl├Âsbaren Konfliktsituationen den Mittler zu spielen, und gemeinsam mit den Beteiligten eine beiderseits akzeptable L├Âsung zu finden. Dazu muss aber Kommunikationsbereitschaft vorhanden sein ( selbst wenns nur ├╝ber einen Dritten / Mediator ist).
Und genau die vermisse ich bei Uranus Frau. Lieber sollte man dann f├╝r 80 Euronen nett essen gehen, oder sich nen Haufen kluger B├╝cher g├Ânnen... ::)


Gruss

Thilde

20.11.2006 12:06 • #13


Ehemaliger User


@Thilde

Zitat:
oder sich nen Haufen kluger B├╝cher g├Ânnen.


├ähm wirklich!? Nee, dann doch lieber den Mediator und sich ein wenig dar├╝ber belustigen. ::) Sach mal, dat Feechen war oder ist doch auch so ein Mediator, oder? Dat sind doch die Leute, welche anderen kluge Ratschl├Ąge geben und sie bei sich selbst nicht an- umsetzen k├Ânnen, oder? ┬á;D

Und lustig sind doch die Leute, welche so ein schlaues Buch gelesen haben und dann dieses Wissen hier oder wo auch immer verbreiten. Dat die sich aber vorher nie mit dem Thema Trennung auseinandergesetzt oder besch├Ąftigt haben, dat wird dann dezent verschwiegen. Da kann man dann sch├Ân nachlesen, wat so ein schlaues Buch doch innerhalb von drei Wochen aus einem Menschen machen kann. Na gut, nach weiteren drei Wochen haben die dat schon wieder vergessen und dat interessiert dann auch nicht mehr. Die haben dann wat neues und es geht an der Stelle weiter, wo bei der vorherigen Beziehung aufgeh├Ârt worden ist. ┬á:-/

Man sollte auch zum Teil danach leben oder aus ├ťberzeugung so handeln, aber viele wollen und k├Ânnen dat einfach nicht. Die wollen geliebt werden, egal ob es passt oder nicht, blo├č nicht alleine sein und sein Leben selbst gestalten. Da muss der Partner dann der Sinn des Leben sein.

Daher ja auch der Ausspruch! "Er war oder ist mein Leben!"

Menno, dat muss aber ein kleines und bescheidenes Leben sein.  :o

Kommunikationsbereitschaft ist ja gut und sch├Ân, aber wat ist mit Wahrheit und Aufrichtigkeit? Die vermisse ich viel mehr bei der Frau von Uranus. Und wat ist dann, wenn sich rausstellt, dat die gute Frau Uranus wat neues am Start haben sollte. Unterst├╝tzt der Mediator dann so eine Vorgehensweise und wat macht Herr Uranus dann in der Situation?

Tja, dann gehe ich dann dat Geld lieber verfuttern oder versaufen, da habe ich dann wat konkretes und werde nicht verarscht.  :(

20.11.2006 13:10 • #14


Ehemaliger User


@

Wahrheit und Klarheit scheint es bei Uranus Frau wirklich nicht so recht zu geben, woraus ja wohl auch die mangelnde Kommunikationsbereitschaft resultiert. Vielleicht strickt sie daheim im stillen K├Ąmmerlein schon wirklich am neuen Leben, in dem kein Platz f├╝r Uranus ist. Fair w├Ąre es nat├╝rlich, ihm klare Fakten zu geben, aber vielleicht weiss Frau noch nicht, ob sie sich Uranus noch ein bisserl warm halten muss.


Und der Mediator kann dann auch gleich die finanzielle Seite der Trennung regeln, und Uranus selbst darf sich dann den Tatsachen stellen wenn er das m├Âchte...



@ Uranus

Weisst du, wir diskutieren hier intern schon ziemlich heiss dar├╝ber, was in deiner / eurer Situation angemessenes Verhalten w├Ąre, und welche Gr├╝nde es f├╝r diese "Trennung auf Zeit"geben k├Ânnte. Und nat├╝rlich zeigen wir schonungslos die m├Âglichen Wege auf, die es f├╝r euch geben kann.

Manches mag ironisch oder sarkastisch in deinen Ohren klingen, aber irgendwie versuchen wir dein bzw euer Verhalten zu verstehen, zumal wir wom├Âglich ganz anders handeln w├╝rden. Vielleicht verschweigst du uns Fakten, vielleicht bist du wirklich zu unwissend wie du dich darstellst  ;)

Alles in allem k├Ânnen wir nur spekulieren, und darlegen, wie wir uns in ├Ąhnlicher Situation - resultierend aus unserer bescheidenen Lebenserfahrung - verhalten w├╝rden.

Und nat├╝rlich hinterfragen wir...die Gr├╝nde, die m├Âglichen Fakten etc...

Dir w├Ąre nicht mit pauschalen Aussagen wie "Alles wird gut"......."gib die Hoffnung nicht auf"... etc pp..... geholfen, auch wenn es m├Âglicherweise genau DAS ist, was du hier lesen m├Âchtest.


Gruss

Thilde


20.11.2006 13:45 • #15



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