Claudius
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Ein bisschen schäbig fühle ich mich, weil ich gerade einer derer bin, die sich hier anmelden weil sie gerade ein akutes Problem empfinden. Aber ich habe das Gefühl, dass es mir helfen kann.
Ich habe auch nur wenige mit denen ich reden kann. Kein großer Freundeskreis. Nur Familie.
Meine Freundin und ich sind seit 7 Jahren zusammen. 3,5 davon waren eine Fernbeziehung, ich Berlin, sie Karlsruhe, wegen meinem Studium. Dazwischen hatte ich online Kontakt mit anderen, für sowas wie ero. Rollenspiel. Ein digitaler Seitensprung für den ich mich schäme. Damals war es fast aus, aber wir haben uns aktiv dafür entschieden, es durchzustehen und zusammen zu wachsen.
Danach habe nach dem Studium einen Arbeitsplatz bekommen und das auch noch in der Nähe ihrer Eltern, etwa 1h Entfernung. Wir sind sofort zusammen gezogen, auf den Moment haben wir lange hingefiebert.
Dann kam Corona und wir waren direkt im Lockdown. Außer beim Arbeiten hockten wir aufeinander. Keinem von uns kam das komisch vor, denn davor haben wir uns max. 1 mal im Monat gesehen.
Nun hat sie einen besten Freund gefunden (verheiratet mit Kind) mit dem sie viel schreibt, wir sind auch oft bei ihnen um dort Pen and Paper zu spielen.
Seitdem distanziert sie sich immer mehr. Es fühlt sich so an, als hätte sie ihre individualität zurück, aber ich nicht.
Sie fokussiert sich auf ihren besten Freund, das Rollenspiel. Da ist kaum noch platz für mich. Sie hat mir gesagt, ich hätte die letzten Jahre keine Mühe investiert. Habe keine Unternehmungen gestartet, war unaufmerksam, keine kleinen Liebesbeweise zwischendurch… naja. In teilen mag das wohl sogar stimmen. Sie wirft mir immer wieder Empathielosigkeit vor. Ärger sich das ich viele ihrer Stimmungen nicht erkenne. Auch ihr Freundskreis gibt mir diese Rückmeldung. Arrogant wirke ich. Ich habe offen mit den Leuten geredet und sie nach Beispielen gefragt. Die habe ich auch bekommen. Stellenweise könnte wirklich was dran sein. Ich möchte mich selbst reflektieren und will Hinweise über meine blinden Flecken annehmen und daran arbeiten. Mittlerweile habe ich eine Psychotherapie angefangen, um mal eine Fachfrau prüfen zu lassen, wie es um mich steht.
Mangelndes Selbstwertgefühl vermutet sie, schon nach den 4 Probatorischen Sitzungen.
Es ist zu viel um aus 7 Jahren alle Details zu berichten, daher schreibe ich, was mir in den Sinn kommt.
Wichtig zu erwähnen ist wohl, dass wir mitten in der Planung für einen Hausbau sind. Der Kreditvertrag ist unterzeichnet, der Architekt bezahlt, das Grundstück gekauft.
In den letzten Wochen habe ich versucht, Freunde zu finden. Ein ex Arbeitskollege ist mir Sympathisch. Und wir haben beschlossen, 10 Tage im Balkan wandern zu gehen. Mein erster Urlaub ohne Freundin. Sie war sofort einverstanden, und ich finde es gut, das wir auch unabhängig voneinander was tun können.
Morgen gehts los. Aber ich brauchte dringend noch eine Wanderhose von Decathlon, also bin ich nach Feierabend kurz mit dem Hund raus (darum hat sie gebten, weil er abends gassi muss), und dann losgefahren. Sie war nach der Arbeit einkaufen gefahren. Als ich nach Hause kam, war sie sauer weil ich nicht da war um die schwere Kiste hochzutragen. Und ich hätte nicht an den Hund gedacht, wieder nur an mich, weil ich eigentlich erst zum Decathlon gefahren wäre und danach mit dem Hund raus.
Reden will sie darüber nicht. Sie sitzt nun am PC und schreibt mit ihrem besten Freund, während ich alleine bin und niemanden habe.
Ich habe versucht nach einigen Stunden auf sie zuzugehen und das Gespräch zu suchen. Sie sagte mir sie will nicht, und das solle ich respektieren. Ich habe ihr erklärt das ich das so nicht kann, insgesamt 12 Tage weg zu sein und das so einfach im Raum stehen zu lassen.
Aber sie will nicht. Sie sagte nur, sie wolle die Zeit wo ich weg bin nutzen um zu sehen ob es ihr ohne mich besser geht.
Ich hatte auch eine Paartherapie geplant. Sie war einverstanden. Nun ist sie unsicher. Ich sagte wir sollten es versuchen, um das was zwischen uns steht zu sortieren. Sie meinte dann, es wäre nichts zwischen uns, sondern ich wäre das problem. Als ich daraufhin entgegnete, es gehören 2 zu einer Partnerschaft, warf sie mir vor wie immer ihr die Schuld in die Schuhe schieben zu wollen.
Ich schwanke gerade zwischen der Wut über die Ungerechtigkeit die ich fühle, und der Angst und Trauer, das es wirklich aus sein könnte.
Ich kann doch nicht im Urlaub spaß haben, wenn ich im Hinterkopf dieses Problem habe
Ihr hört nun alles aus meiner Sicht, und womöglich würde sie das alles ganz anders erzählen. Meine Sorge ist auch - was wenn ich wirklich so unerträglich bin? Ich versuche ja wirklich, achtsam zu sein. Aus meiner Vergangenheit heraus bin ich aber nunmal niemand der sehr emotional ist, der eher eine Wand hochhält.
Ich beende die Wall of text hier mal. Ich könnte noch so viel ausführen. Ich habe angst mir einzugestehen, das sie vielleicht nicht die richtige ist. Ich will das nicht. Und ich habe angst vor der Auflösung des Bauvorhabens, der finanziellen Konsequenzen…
In meinem Kopf gehts rund. Ich will in den Urlaub um Spaß zu haben, und nun das…