Lieber Engel,
habe eben besagte Bekannte aus dem Bett geklingelt (

) und mir die Freiheit genommen, ihr deine Situation zu schildern. Folgendes hat sie mir mitgeteilt, gebe das hier in geraffter Form weiter:
1. Es gibt neben den staatlichen Stellen eine ganze Reihe kirchlicher Träger (Caritas, Diakonie etc.), Pro Familia und auch die Arbeiterwohlfahrt, die Familienhilfe anbieten.
2. Es handelt sich dabei jedoch in der Regel um sog. "niederschwellige" Angebote, die wahrscheinlich für deinen Fall nicht ausreichend sind. Auf Basis meiner Schilderung kam die Bekannte zu der Einschätzung, dass du MEHR HILFE benötigst, als diese Träger anbieten können.
3. Sie erwähnte auch noch die "Frühen Hilfen" für Kinder bis zum Schulalter, die für dich vielleicht interessant sein könnten. Die sind zwar auch dem Jugendamt angegliedert, aber sie meinte, dass dieses wahrscheinlich auch die einzige Einrichtung sei, die dir wirklich effektiv helfen könne.
Es war ein ernstes Gespräch und ich habe verstanden, dass du im Interesse deiner Kinder jetzt wirklich etwas unternehmen musst. Was die Bekannte aber auch sagte, war, dass das Jugendamt jegliche Bestrebungen, effektiv zu handeln, wahrnehme. Bedeutet, dass du im Grunde nichts Besseres tun kannst, als die dort angebotenen Hilfen auch anzunehmen. Bedeutet umgekehrt, dass wenn du NICHT effektiv handelst, tatsächlich eher Gefahr besteht, deine Kinder zu verlieren.
Es macht also überhaupt keinen Sinn, aus Angst wegzugucken und keine Hilfe zu holen. Ja, dazu braucht es vielleicht ein bisschen Mut, aber vergiss bitte das Allerwichtigste nicht, nämlich, dass DU DIE MUTTER DEINER KINDER BIST UND AUCH BLEIBST, komme, was wolle.
Du hast sehr schlimme Erfahrungen machen müssen, aber du hast jetzt die Chance, neu anzufangen! Zu gucken, was sind meine Anteile an dem Schlamassel, was die der Anderen? Opfer kann man gewesen sein, die Meisten von uns waren es irgendwann einmal. Aber jetzt und heute können wir nur Opfer sein, wenn wir diese Rolle annehmen.
Du bist eine kluge und tapfere Frau und verfügst offenbar über viele Stärken, sonst wärst du - mit Schule und Kindern etc. - nicht so weit gekommen!
Ich wünsche dir, dass du dir diese Stärken immer wieder bewusst machen kannst - und eben nicht die Schwächen, die wir alle haben! - und sie dann auch einsetzt.
Suche dir bitte Hilfe - und keine Angst, Mut und Mühen werden belohnt, so oder so, IMMER!
Alles Gute dir und deinen Lieben!
Herzlich,
Tshe