Silence1
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mich hat es nun auch erwischt. Nach einem Jahr Beziehung und ca. 2 Monaten festem Zusammenwohnen hat mein Freund mich letzte Woche von einem Tag auf den anderen verlassen.
Unter meiner Abwesenheit seine Sachen geholt, seinen Namen vom Klingelschild entfernt, alles.
Ich habe mich zum Affen gemacht mit SMS, Liebesbekundungen, Telefonterror und habe nach einer Aussprache gefleht.
Seine erste Ansage war (er musste eh noch Sachen holen die noch von ihm waren und auch Geld welches ich ihm noch vom gemeinsamen Urlaub schuldete), er könnte Montag kurz vorbeikommen zwischen zwei Terminen, könne aber nicht lange weil er dann gleich Vereinssitzung hat. BENG! Dieser Stich ins Herz hat dazu geführt, dass ich über einen gemeinsamen Freund angefleht habe (er legt auf wenn ich versuche anzurufen...) bitte schon den Sonntag zu kommen. Er kam, nahm sein Geld, seine letzten Sachen, sagte mir ins verheulte Gesicht das er mich nicht mehr liebt und ging. Er sah so gut aus, entspannt, ausgeschlafen, glücklich, auf dem Sprung zu irgendeiner schönen Unternehmung. Sagte, es geht ihm prima ohne mich - und ich glaube ihm auch, obwohl mein Herz sich dagegen wehrt und will, dass er mich vermisst... er sagte, er würde nur die Hunde vermissen, mich garnicht.
Meine Welt ist zu Ende. Wir hatten Pläne zum gemeinsamen Auswandern, Urlaubspläne für dieses Jahr... Wir haben uns einen kleinen Welpen geholt, waren "Mama" und "Papa" (ich weiß, total bescheuert...). Jetzt bin ich allein in dieser Wohnung. Fühle mich elend, kann nichts essen seiddem er ausgezogen ist und an schlafen ist auch nicht zu denken. Wenn ich die Augen schließe kreisen die Gedanken, ich wälze mich, schaue immer wieder auf das Handy. 23 Uhr, 0 Uhr, 1 Uhr, 2 Uhr, 3 Uhr, 4 Uhr.....
Mein ganzer Körper fühlt sich an wie im Ausnahmezustand - sowas habe ich noch nicht erlebt. Beine und Arme zittern, Bauchschmerzen, furchtbare Kopfschmerzen, Gliederschmerzen. Ich frage mich ständig: Was ist da los?
Und: Wann hört es endlich auf?
Aber das schlimmste: Ich sehe keinen Anker der Freude, an den ich mich klammern kann. Früher liebte ich es, abends mal auf der Couch rumzulungern oder mit den Hunden rauszugehen und zu üben. Jetzt habe ich auf nichts Lust und laufe in der Wohnung im Kreis. Stunden. Wie eine Verrückte.
Die Arbeit ist der nächste Albtraum - hier wird einem kein Taschentuch gereicht oder man wird nicht in Ruhe gelassen, wenn es einem schlecht geht. Chefin sucht sich gezielt solche Leute aus, um sie fertigzumachen. Ich versuche wenig zu weinen und mir nichts anmerken zu lassen, trotzdem hat sie meine verheulten Augen gesehen und jedes mal gibt es Sprüche, Häme und Spott.
Ich fühle mich im Prinzip nirgendwo wohl: Nicht Zuhause, nicht auf Arbeit, nicht Draußen. Mit Freunden weggehen habe ich probiert, ich bin wie ein Zombie. Und wenn ich spreche, dann nur über den Albtraum meines Lebens momentan und das ich das nicht schaffe. Ich habe eigentlich nur männliche Freunde die dann mit Sachen kommen wie: "Wird schon wieder" und "Du steigerst dich da rein". Ich WEISS vielleicht, dass es so ist, aber das hilft nicht....
Was hilft?
Wann hat dieser Albtraum ein Ende?
Und vor allem: Gibt es was, was die körperlichen Symptome zumindest unterdrückt? Ich bin wahrlich nicht die dickste Person und habe nun schon 4 kg runter, ich denke da kommt aber noch einiges mehr. Der Schlafmangel macht, dass ich auf der Arbeit versage, Fristen nicht einhalte... was hier ganz schnell zu einem Genickbruch führt.

Verrückt. Aber ich habe wirklich das tiefe Bedürfnis, ihm zu helfen. In meinem Kopf ist er noch mein Partner und ich muss ihn unterstützen.
