hotte
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ich bin neu hier und habe ein paar Dinge gelesen, dachte mir das es vielleicht hilft den ganzen "schei." einfach mal runter zu schreiben.
Vorgeschichte:
Ich bin männlich, 48 Jahre alt und Anfang des Jahres ist meine Beziehung "eskaliert". Es ging um das Gefühl ihrerseits das ich nicht voll hinter ihr stehen würde bei einem Zwist zwischen ihr und meiner Tochter bzw. meiner Mutter. Wir haben uns dann beide noch auf eine Eheberatung eingelassen und ihm Rahmen der Aufarbeitung habe ihr sehr viel selbst reflektiert und auch eine Therapie angefangen. Mitte des Jahres haben wir uns dann "gemeinschaftlich" darauf geeinigt das es keinen Sinn mehr hat und haben die Trennung ausgesprochen. Rund 4 Monate später ist sie dann ausgezogen und wir haben in der Zeit die Weichen für die Scheidung gestellt und eine Scheidungsfolgeverarbeitung bzw. eine Trennungsvereinbarung getroffen. Durch unterstüzung meiner Familie konnte ich Sie ausbezahlen was das Haus und den Unterhalt angeht.
Weiterer Verlauf:
Nach der Trennung habe ich versucht den Kontakt auf ein absolutes Mindestmaß zu reduzieren. Wenn sie mich angeschrieben hatte, habe ich sachlich und neutral geantwortet und mich rein auf die Fragen konzentriert die sie gestellt hatte. Dann kam ihr Geburtstag anfang Dezember und ich wollte ihr noch eine Kleinigkeit zur Geburtstag schenken also hatte ich einen gemeinsamen "Freund" angesprochen ob er das für mich mitnehmen könne. Nach einigem hin und her wurde mir dann Offenbart das meine Ex (sowie ihr Freunde Netzwerk) den Eindruck hätten das ich sie ja Ghosten würde weil ich mich noch nichtmal nach dem Hund erkundigt hätte. Man muss dazu sagen das sie meine Frau immer um die sozialen Kontakte gekümmert hatte, weshalb sie quasi auch alle Freunde "mitgenommen" hat.
Ich habe ihr dann einen längeren Text geschrieben um meine emotionale Verfassung zu erklären und das ich emotional gerade nicht in der Lage bin mehr zuzulasen. Das ich aber auch gewillt bin mich meinem Schmerz zu stellen und so mit ihr Kontakt zu halten etc.
Wir haben uns dann auf eine Gemeinsame Hunderunde geeinigt die dann rund 3 stunden gedauert hat. Am nächsten Tag bin ich dann zu ihr weil Sie mir noch etwas Weihnachtsdeko zurückgegeben hat und auch da haben wir wieder Stunden gesprochen.
So zieht sich das jetzt seitdem das wir, wenn wir Kontakt haben stundenlang quatschen und im Endeffekt beide Leiden.
Hintergründe:
Sowohl meine Ex als auch ich haben sog. Schattenkinder die unser Denken und Handeln bestimmen. Bei mir ist es ein deutlicher Mangel als Selbstwert bzw. Selbstbewusstsein was sich in einer sehr leichten Kränkbarkeit bemerkbar macht und bei ihr waren es andere Dinge die u.a. zu einer Impulsivität geführt haben. Sie hat mir gesagt das sie mittlerweile auch eine Therapie begonnen hat und sich mehr und mehr dieser Herausforderungen bewusst wird.
Vielleicht noch ein wichtiger Hintergrund. als ich meine Ex kennen gelernt habe und auch während unserer Ehe warem wir in der Partnerwechsler unterwegs. Wir hatten also ein sehr aufgeschlossenenes Sexleben.Einziger Wehrmutstropfen dabei war dann wenn mein Selbstwert da irgendwie mit reingespielt hat (ist ab und an mal passiert).
Heute:
Wie schon geschrieben ist es mittlerweile so das wir wieder ziemlich viel Kontakt haben, telefonisch, persönlich, video telefonie und viel darüber reden was wir gelernt haben und was unsere Wünsche für die Zukunft sind. Sie möchte gerne auf der einen Seite ein "offenes" und "freies" Leben führen indem sie vollkommen undgebunden und frei sein kann, andererseite aber auch die Sicherheit und Geborgenheit erfahren. Sie hat mir nebenbei "versehentlich" auch gesagt das sie schon weder in (Partnerwechsler)Clubs geht was mich dann doch mehr belastet als das ich es zugeben möchte. Ja, auch ich hatte sexuelle Kontakte, haben dann aber festgestellt das ich noch nicht bereit bin für irgendwas und das mich das alles runter zieht.
Gerade über die Feiertage denke ich super viel an Sie. Gestern hatten wir auch noch kontakt und ich hatte gehofft das wir uns eventuell gestern oder heute sehen können. Leider war sie verplant und bei mir kommen dann wieder die Gedanken auf das sie in so nen Club geht und einfach bekommt was sie möchte. Da kommt bei mir auf jeden Fall Neid auf weil ich zum einen keinen Freundeskreis haben mit dem ich solche dinge unternehmen könnte und zum anderen nicht den Erfolg bei Frauen habe (zuviel kopfmensch etc.).
Auf der einen Seite sehe ich wieviel Kopf sie sich um mich mach und wie wichtig ich ihr bin und auch das wir beide da noch eine Form der Anziehung spüren. Auf der anderen Seite weiß ich das ich mit Ihrem Wunsch für das zukünftige Leben nicht kompatibel bin (sowas wie offene Beziehung kommt für mich nicht in Frage!).
Da es während der Ehe einer meiner Anteile war das ich vieles mit mit selbst ausgemacht und nicht geäußert habe, habe ich sie heute nochmal angeschrieben und ihr gesagt das ich viel an sie Denke und sie vermisse.
Ihr glaube, und das habe ich ihr gesagt, das wir keine andere chance hatten als die Trennung bei all dem Kram den wir mit uns rumgeschleppt haben. Jetzt wo wir beide Anfangen "aufzuräumen" hege ich Hoffnung das wir da doch noch irgendwas hinbekommen könnten.
Dieses Hin und Her macht mich irgenwie fertig. Auf der einen Seite bin ich sicher das eine Kontaktreduktion aktuell das richtige wäre, auf der anderen Seite habe ich Sorge dann die entscheidende Wandlung zu verpassen die eine gemeinsame Zukunft eventuell nochmal möglich macht. .
Ich hoffe das ergibt Sinn und bin gespannt auf eure Gedanken.
Danke im voraus und beste Grüße
Frank aka Hotte.