Zitat von Caecilia: Am Anfang dachte ich, dass ich das Freundschafts-Dingens auf jeden Fall durchziehen muss, (a) weil ich souverän sein wollte und (b) wegen der Kinder.
Souverän kann man auch ohne Freundschaft sein. Ich denke mir das so: er hat mir die Ehe aufgekündigt und sich von meinem Vertrauten Nr. 1 zu jemandem entwickelt, der mir das Leben anscheinend gerne schwer machen möchte. Er könnte mich auch in Ruhe lassen und selbst souverän zurücktreten und schauen, was er angerichtet hat. Er kann mir Zeit lassen und aufhören, mich gemeinsam mit seiner Neuen vor den Kindern kleinmachen zu wollen. Er könnte aufhören, seine grenzenlose, einzigartige Liebe über Social Media breitzutreten, wie er es mit unserer Ehe nie getan hat, was mich nachträglich noch zusätzlich vor anderen demütigt. Ich schaue es mir nie selbst an, aber andere halten sich mit Mitteilungen darüber nicht immer zurück.
Wenn ich es schaffe, nicht gehässig zu werden, bin ich souverän genug. Eine Freundschaft würde ich unter den Umständen eher als unsouverän bewerten.
Zitat von Caecilia: Mein Eindruck ist aber, dass eine Freundschaft zwischen ihrem Vater und mir (bzw. auch nur Kontakt zwischen uns) für die Kinder zwar schön wäre, dass es für sie aber auch keine Katastrophe ist, dass es das nicht gibt.
Wichtig ist, wie man sich verhält, falls man sich sieht. Bei uns ist die Trennung 6 Monate her. Ich bin den beiden noch nie als Paar begegnet. Davor graut es mir schon. Ich hoffe, ich sehe an diesem Tag blendend aus, falls es zufällig passiert.
Diese Frau hatte schon immer einen selbstzufriedenen Gesichtsausdruck, der wird jetzt nicht besser bei mir ankommen. Ihr gegenüber werde ich nie freundschaftliche Gefühle haben. Allein daran scheitert eine Freundschaft mit dem Ex.
Hat hier irgendwer eigentlich schonmal erlebt, dass der oder die Ex nach einer evtl. Trennung von der Nächsten ankam, um sich zu entschuldigen? Ich meine nicht, ankommen, um einen zurück haben zu wollen. Ich glaube, wenn die beiden nicht mehr zusammen wären und er sich oder beide zusammen sich entschuldigen würden, könnte ich mir vorstellen, bei besonderen Anlässen gemeinsam am Tisch zu sitzen. Mit der Nächsten wäre ich noch eher bereit, zu reden.
Zitat von Caecilia: Ich rede niemals schlecht über ihren Vater oder Next (und sende auch, soweit wie irgend möglich, keine entsprechenden nonverbalen Signale) und streue in unsere Unterhaltungen häufig nette Anekdoten / Erinnerungen über ihn und aus unserer gemeinsamen Familienzeit ein.
Mein großer Sohn erzählt mir ab und zu kleine Spitzen, die die beiden über mich ablassen. Da schaffe ich es nicht, nonverbale Signale zu unterdrücken. Ich erkläre ihm dann immer, aus welchem Grund die beiden das brauchen. Das lässt sie natürlich nicht im besten Licht dastehen. Ich rede also nicht schlecht, aber auf Nachfrage ehrlich. Mein Sohn hasst es, mit neutralen Floskeln abgespeist zu werden, wenn er sich über dieses Verhalten auskotzen muss.
Wenn meine Eltern mit irgendwelchen Spitzen gegen meinen Ex anfangen, würge ich das aber ab. Das verbitte ich mir. Ich würde auch nie über meinen Ex vor den Kindern mit einem evtl. neuen Partner lästern oder ihn lästern lassen.
Mir fällt noch diese Anekdote ein, due mein Sohn mir erzählte: als er anfangs sehr wütend auf seinen Vater war wegen der Art der Trennung und dies seinem Vater sagte, meinte mein Ex zu ihm, er sei stolz, dass er selbst es geschafft habe, unserem Sohn so tolle Werte beigebracht zu haben (dass unser Sohn das Verhalten seines Vaters falsch findet). Über diese Äußerung ist mein Sohn immernoch si fassungslos, dass er es mir des öfteren erzählte mit begleitenden Kotzgeräuschen.