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Trennung nach 45 Jahren

G
Hallo, ich bin 64 Jahre und befinde mich in einer schwierigen Trennung. In 2 Wochen ziehe ich in meine neue Wohnung. Gefühlt befinde ich mich in einem Chaos. Wut, Trauer, Verzweiflung. Bis vor 6 Wochen dachte ich, das unsere Beziehung in Ordnung ist. Nicht mehr Wolke 7, aber liebevoll. Dann gab es einen Streit um eine Kleinigkeit. Mein Mann war schon immer sehr schnell eingeschnappt. Diesmal auch, was mich nicht misstrauisch gemacht hat. Wir sprachen nicht miteinander. Über mehrere Tage. Als unser Sohn zu Besuch bei uns war, merkte er schnell, dass dicke Luft war. Plötzlich sagte mein Mann, das er nicht länger mit mir zusammen sein will. Wir würden in verschiedene Richtungen schauen. Das er sich scheiden lassen will. Ich war bestürzt. Einige Tage später, ich hatte ein komisches Gefühl, fragte ich ihn, ob er seine Fahrradtouren (er ist begeistert Radfahrer) alleine macht. Zudem ist er oft mit unserem Wohnwagen unterwegs. Ob er in diesen Urlaube alleine unterwegs war. Es traf mich bis ins Innere, als er zugab, das alles mit einer Frau unternimmt. Mir brach der Boden weg. Das ganze geht seit Ende letzten Jahres. Mir war klar, das ist das Ende unserer Ehe. Ich fing an mir eine Wohnung zu suchen. Und bereite meinen Auszug vor. Hier wird nur das nötigste gesprochen. Immer wenn er das Haus verlässt, kurz, zu einer Radtour, zu einem Ausflug, weiß ich, er ist mit ihr zusammen. So viele Tränen die ich bis jetzt geweint habe, ich wusste gar nicht dass das möglich ist. Ich bin froh wenn ich hier raus bin und habe gleichzeitig Angst.

14.09.2023 18:34 • x 9 #1


B
@Gab

Willkommen im Forum

Wie traurig nach so einer langen gemeinsamen Zeit und so plötzlich.

Hast du liebe Menschen um dich?

14.09.2023 18:43 • x 2 #2


A


Trennung nach 45 Jahren

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G
Meine zwei Söhne und ihre Frauen. Für meine Söhne ist das auch schwer

14.09.2023 18:44 • x 3 #3


B
@Gab

Das ist eine große Umstellung und traurig.

Gibt es für das Forum wünsche, wie wir dir helfen können? Was brauchst du von uns?

14.09.2023 18:47 • x 4 #4


G
@Kleeblatt99 keine Ahnung, das alles aufzuschreiben tat gut.

14.09.2023 18:54 • x 3 #5


B
@Gab

Schreibe gerne alles was auf deinem Herzen liegt hier auf.

14.09.2023 19:05 • #6


Ampelmännchen
Hallo Gab,
das tut mir wirklich leid für dich. Dass du zur Zeit am Boden bist, versteht vermutlich jeder. Fühl dich bitte mal ganz doll gedrückt!

Die nächsten Monate werden vermutlich sehr anstrengend für dich sein. Zu deiner Trauer kommen nach so langer Zeit noch die Ängste dazu, ob du ein Leben ohne Partner wirst meistern können. Du warst ja noch sehr jung, als ihr zusammen gekommen seid und eventuell hast du Erfahrungen mit dem Alleinsein kaum oder sogar gar nicht gemacht.
Aber ich gebe dir gleich mal ein Stück Hoffnung mit auf dem Weg…meiner Mutter ging es genau so. Mit 18 ins Eheleben und nach 45 Jahren stand sie alleine da. Alle Zukunftspläne, Gewohnheiten, Geräusche eines anderen im Haus dahin.
Es hat etwas gedauert aber sie hat es geschafft und das wirst du sicher auch.
Und wirklich alleine bist du ja auch nicht. Einen Sohn hast du und in deinem Umfeld eventuell ja auch Freunde oder weitere Angehörige.
Vertraue dich jemandem oder mehreren an und lasse deine Trauer auf jeden Fall zu. Die muss raus.
Sortiere deine Gedanken. Was dabei helfen kann, ist sie handschriftlich niederzuschreiben. So beugst du vielleicht auch einem Gedankenkarussell vor.
Und wenn es irgendwie geht, achte auf dich! Ernähre dich gut und ausreichend. Achte auf genügend Schlaf und versuche dich abzulenken. Mit Freunden, deinem oder einem neuen Hobby. Vielleicht kannst du deine Trauer und die vermutlich irgendwann aufkommende Wut in etwas kreatives, wie Gedichte, Bilder oder Musik umsetzen.

Ich wünsche es dir nicht aber vermutlich wirst du dich auf einen langen Weg einstellen müssen, bis du auf diesen Abschnitt deines Lebens ohne Traurigkeit und Wut zurückblicken kannst. Anfangs ist es meist am allerschlimmsten. Irgendwann wird es weniger aber vermutlich in Wellen immer wieder kehren. Die Wellen werden mit der Zeit immer flacher und die Abstände immer größer. Ist wie eine Straße, die sich spiralförmig von einem Berg ihren Weg nach unten sucht. Noch stehst du ganz oben und blickst in ein Tal des Trauerns hinab. Aber wenn du die Straße hinunter gehst, wirst du dieses Tal immer seltener sehen.
Du schaffst das! Zweifle nicht an dir und vergleiche dich nicht mit der Dame, die dein Partner da nun um sich hat. Die ist nichts anderes als ein Kissen, damit er sanft auf die Knie fällt.

Ich wünsche dir ganz viel Kraft für die kommenden Zeit!

14.09.2023 19:08 • x 19 #7


G
Vielen Dank für deine herzliche Aufmunterung. Da kullern mir die Tränen. Manchmal kann ich nicht richtig durchatmen, so verkrampft bin ich. Irgendwo in mir, weiß ich das ich stark bin. Leider sind im Zuge der Trennung Freunde verloren gegangen. Wahrscheinlich waren es nicht die richtigen. Danke

14.09.2023 19:14 • x 5 #8


alleswirdbesser
@Gab vielleicht liest du dir bei Gelegenheit die Threads von
@Babs54 und @Aida2014 durch.

14.09.2023 19:40 • #9


L
@Gab, willkommen im Forum.
Es tut mir sehr leid, was du grade durch machen musst.

Bist du finanziell unabhängig oder muss da auch noch einiges geklärt werden?
Das scheint im ersten Moment nicht so wichtig erscheinen, spielt aber dann doch ne große Rolle.
Existenzangst ist was ganz übles.

Ich wünsch dir viel Kraft und gute Leute an deiner Seite und scheue dich nicht, dir Hilfe zu suchen und auch anzunehmen.

Und das Ampelmännchen hat dir schon sehr gute Tipps gegeben.
Lenk dich ab, so gut es halt geht.

14.09.2023 19:50 • x 4 #10


G
Zunächst gab es nur Streit. Nachdem ich einen Termin bei einem Anwalt gemacht habe, lenkte er ein. Wir müssen kein Geld für Anwälte ausgeben. Er erklärte sich bereit, mir Unterhalt zu zahlen. Und das auch schriftlich. Wenn das nicht klappt, kann ich immer noch zu einem Anwalt gehen.

14.09.2023 19:59 • x 4 #11


Gorch_Fock
Gab, lass diesen Blödsinn bitte. Anwaltliche Beratung ist wichtig für Dich, um überhaupt zu wissen, was Dir nach 45 Jahren zusteht. Er möchte es friedlich? Bitte sehr: nennt sich Scheidungsfolgenvereinbarung beim Notar. Hier werden alle Punkte notariell festgehalten und amtlich bestimmt.
Sein Papier unterschreibst Du bitte nicht. Rechtlich können auf manche Punkte nicht verzichtet werden. Zudem kann es Probleme bei der Bestimmung des Trennungsdatums geben. Insb. der Versorgungsausgleich wird lustig für ihn nach 45 Jahren. Klar, dass er jetzt sein Geld für die Next sichern will.

14.09.2023 20:06 • x 23 #12


S
@Gab, herzlich willkommen!

dazu
Zitat von Gab:
Er erklärte sich bereit, mir Unterhalt zu zahlen. Und das auch schriftlich. Wenn das nicht klappt, kann ich immer noch zu einem Anwalt gehen.


Du kannst aber auch jetzt zu einem Anwalt gehen, was er nicht wissen muss und ihn nichts angeht, und Dich zumindest beraten lassen. Und mal gegenrechnen lassen, was er anbietet und was Dir eigentlich zusteht.

Es geht ja nach so vielen Jahren wahrscheinlich darum mehr aufzuteilen als nur um Unterhaltszahlung....

Und es gibt ja auch andere Beratungsstellen, an die Du Dich wenden kannst und Dir Unnterstützung holen, praktische und v.a. auch für Deine Psyche und wenn es nur ist, sich mal auszusprechen..!

14.09.2023 20:09 • x 7 #13


tina1955
Hallo liebe @Gab , auch mir tut es sehr leid, dass Du dies jetzt erleben musst.
Ich kann Dich nur warnen, lass Dich nicht auf Versprechen Deines Nochmannes ein.
Manche Menschen erkennt man erst richtig bei der Trennung.
Sichere Kontoauszüge, Kontostände und hebe von allen Guthaben die Hälfte ab. Es steht Dir zu.
Wenn ihr ein Haus und andres Vermögen besitzt, sichere Kopien von Kaufverträgen, ebenfalls vom Wohnmobil usw.
Ich würde mir auf jeden Fall einen Anwalt nehmen und den mal rechnen lassen, was Dir zusteht.
Unter Umständen zahlst Du für Deinen Anwalt nichts und bekommst Prozesskostenhilfe, das beantragt auch ggf der Anwalt für Dich.

Ich wünsche Dir starke Nerven, sei Dir jetzt selbst die Wichtigste.

Ich habe das auch vor gut 11 Jahren mit Hilfe meines Anwaltes überstanden.

14.09.2023 20:10 • x 9 #14


Hola15
Hallo @Gab,

Vllt. bin ich etwas unemphatisch, aber meine Mutter hatte nach ihrem Auszug aus dem Haus die Zeit ihres Lebens.
Kinder flügge, kein großer Haushalt mehr. Ihren Job und ansonsten ist sie ihren Hobbys nachgegangen, war viel mit Freundinnen unterwegs und hat tolle Urlaube gemacht. Gott sei Dank hatte sie die Zeit.
Ich wünsche dir einen ebenso schönen neuen Lebensabschnitt. Vllt. wird es ja besser als gedacht, ohne so eine Mimose daheim und tagelangem sich-anschweigen.

14.09.2023 20:12 • x 13 #15


A


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