Durch diese ganze Brief-Diskussion bin ich gerade echt wieder in so ein Loch der Schuldgefühle gefallen. Aber dann ist mir nochmal ganz klar geworden: Das war nie der Grund! Darum geht's nicht!
Das haben einige hier auch ganz richtig festgestellt.
Das es am Brief lag, hat sie mir ganz am Anfang gesagt. Und vielleicht selber auch geglaubt. Er war sicher auch eine Enttäuschung. Aber er hätte nichts an ihrer Entscheidung geändert.
Alles was sie mir die letzten Tage gesagt hat und auch das, was sie in der Vergangenheit mir und dritten gegenüber mal angedeutet hat geht in eine andere Richtung:
Sie flieht nicht vor mir. Sie flieht vor ihrem alten Leben.Vor dem Druck der Verantwortung, vor ihrer Rolle in der Familie, vielleicht auch wie @Frau_Stern sagt vor Vorhersehbarkeit und fehlender Leidenschaft. Das Lied von Konstantin Wecker kannte ich zwar nicht - aber es trifft den Nagel auf den Kopf.
Wir hatten die Absprache 20 Jahre dieses Familienleben in diesem Haus zu führen, dann zu verkaufen und unser Leben neu zu gestalten. Und zwar deshalb, da wir beide nie in einem Einfamilienhaus alt werden und sterben wollten. Wir hatten schon immer die Sehnsucht, auch wieder freier leben zu können. Bei mir war es eher finanzielle Unabhängigkeit und die Möglichkeit zu Reisen. Bei ihr vielleicht eher allträgliche Freiheit und weniger Druck durch Verantwortung.
Sie hat die 20 Jahre nicht durchgehalten sondern ist nach 1/4 in Zweifel verfallen. Und hat dann einer Versuchung nachgegeben, die den Keil zwischen uns getrieben hat.
Dass es davor nicht so nah zwischen uns gelaufen ist und die Zeit sehr anstrengend war hat das ganze bestimmt begünstigt.
Zitat von Worrior: Bruder die brutale Wahrheit ist dass sie einen F... auf Deine Gefühle gibt.
Das dachte ich vor 2 Wochen. Aber jetzt nicht mehr. Ich glaube sie hat ihr Mitgefühl lange unterdrückt. Ich bin vor ein paar Tagen zu ihr gegangen und habe ihr ganz klar gesagt, wie es mir geht. Ich habe sie auch gefragt, wie sie mich sieht. Sie hegt keinen Groll gegen mich. Sie liebt mich nicht aber sie sieht mich wie ein Familienmitglied. Und sie versucht es mir etwas leichter zu machen. Aber sie wird noch immer viel Unterdrücken, sie priorisiert ihre Gefühle gerade massiv und verletzt mich so durch ihr Handeln natürlich weiterhin.
Aber ich möchte verzeihen. Mir selbst und auch Ihr.
Solange sie mir nicht aktiv Schaden will und wir uns so einigen können, dass es sich für mich gerecht anfühlt (Familie, Finanzen, etc.) fühle ich mich glaube ich besser so, als mit Wut oder Aggression.
Ob das nachher aufgeht werde ich erfahren.
Ich brauche jetrzt echt ein wenig Abstand und versuche mal ein paar Tage weniger Energie auf diese Gedanken hier aufzuwenden.