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Trennung von erster Beziehung nach 16 Jahren

A
Zitat von Heffalump:
Schreiben ja, geben nein

Zumal man eh fast nur auslöst "Ah, jetzt kommt er daher?!"

Man muss Menschen die sich so verhalten, auch erstmal ziehen lassen. Abstand rein und sich dann neu finden.

x 2 #91


E
Die Menschen, die mich kennen und mich so sein lassen, wie ich bin, wissen, dass sie keine Urlaubskarte bekommen, nur weil sie mir wrlche schicken. Sie schicken mir eine, weil sie an mich gedacht haben, aus welchem Anlass auch immer. Ich denke auch öfters an sie und lasse sie das wissen, nur auf meiner Weise.

Lieber Dennis, bist du jemand, der gerne Briefe schreibt?

x 2 #92


A


Trennung von erster Beziehung nach 16 Jahren

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S
Ich schreibe es mal allgemein. Für mich ist das wieder ein Beispiel, dass man tatsächlich die emotionale Sprache seines Gegenübers lernen muss, wie eine Fremdsprache. Man kann nicht immer von sich auf andere schließen. Fragen stellen: warum sagst oder machst du das, wie meinst du das, für mich bedeutet das dieses oder jenes und für dich, usw. Damit denke ich auch an meine ExBeziehung. Es passieren auch viele Projektionen im zwischenmenschlichen Bereich. Diese könnte man damit auch enttarnen. Es passieren Überreaktionen aus Trigger ganz automatisch und der getriggerte fühlt sich im Recht, weil er gar nicht erkennt, dass er getriggert wurde. Es gibt Empfindlichkeiten und Übersehen werden, weil jeder irgendwie in seinem Film lebt. Manchmal ist auch einfach der Fokus voll. Oder die Empathie ist stressbedingt weg. Das müsste man auch alles erkennen. Menschen ziehen Menschen Mützen auf, d.h. sie sehen die Menschen eigentlich gar nicht wirklich. Es geht alles durch die eigenen Filter. Wenn ich z.B. schlechte Erfahrungen mit jemandem gemacht habe, der schwarze Haare hat, dann entsteht in mir schon Alarm, wenn ich jemand anderen mit schwarzen Haaren treffe. Schlechtes Beispiel, war nur um es zu verdeutlichen. Das, was ich neu gelernt habe, ist, dass das, was Menschen sagen oder tun, etwas über sie aussagt, und nicht über mich. Mit diesem Satz mache ich für mich jetzt erstmal weiter.

x 2 #93


Dennis4a1
Es ist schon verrückt, wie gemischt auch hier die Reaktionen sind. Und genau so geht es mir auch.
Einerseits kann ich mir in den Ar. beißen für diesen Brief. Ich habe ein schlechtes Gewissen, dass ich nicht für meine Frau da war, als es ihr schlecht ging. Und dass ich selber meine Emotionen jahrelang nicht richtig gefühlt und gezeigt habe.

Andererseits erklärt das für mich zwar alles eine Trennung aber keinen Betrug.
Sie hat mich betrogen und es nicht zugegeben. Die Sache läuft weiter, für ihr Gewissen wahrscheinlich einfacher, da wir ja jetzt getrennt sind. Für mich ist es dadurch aber nicht weniger hart. Im Gegenteil: Ich will verzeihen und ein gutes Auskommen. Gleichzeitig ergreift sie weiter Maßnahmen, um die Treffen und die ganzen Lügen zu verheimlichen.

Auf Nachfrage sagte sie, sie sei mit sich im Reinen. Vielleicht hält sie das alles auch für notwendig. Aber ich glaube dass Menschen, die mit sich im Reinen sind auch offen dazu stehen könen, was sie getan haben und was sie tun. Das hat nichts damit zu tun mich zu schonen oder irgendetwas zu vereinfachen. Das ist vielleicht eher Schutz des Selbstbildes und Vermeidung die eigene Schuld anzuerkennen.

Und jetzt mache ich mir Gedanken, ob ich ihr irgendwann nochmal diesen Brief gebe in der ich ihr sage, was ich an ihr gefunden habe und was mir an unserer Partnerschaft wichtig war. Ich fühle den Inhalt von Herzen. Aber ich frage mich, warum ich ihn ihr geben sollte.

x 1 #94


ElGatoRojo
Zitat von Dennis4a1:
Und jetzt mache ich mir Gedanken, ob ich ihr irgendwann nochmal diesen Brief gebe in der ich ihr sage, was ich an ihr gefunden habe und was mir an unserer Partnerschaft wichtig war. Ich fühle den Inhalt von Herzen. Aber ich frage mich, warum ich ihn ihr geben sollte.

Eben. Warum noch?

Sie will weg und was du fühlst ist ihr nicht mehr primär wichtig.

x 4 #95


D
@Dennis4a1

ich an deiner Stelle würde ihr einen Brief schreiben in dem drinnen steht wie ich ihr Verhalten finde, darüber Urteile und mit dem ersten Tag des Auszugs der Tag der Trennung läuft und sie Zusehen soll das sie in die Gänge kommt, was den Auszug betrifft, wo sie keine Hilfe deinerseits zu Erwarten hätte..

sorry, sie Betrügt dich, leistet sich Kurzurlaube mit einer Affäre und du willst ihr einen Brief schreiben was du an ihr Schätzt, was muss noch passieren

x 6 #96


Worrior
@Dennis4a1
Bruder die brutale Wahrheit ist dass sie einen F... auf Deine Gefühle gibt.
Lass das mit dem Brief, Du tust Dir nur noch mehr weh, Du quälst Dich nur selbst.
Ich weiß dass es weh tut.
Bau Dich selbst wieder auf, niemand kann Dich retten oder zerbrich daran.
Zwischendrin gibt es nichts.

x 6 #97


Frau_Stern
Vielleicht war dieser Mann einfach ein Katalysator für etwas, was eh innerlich schon lange in ihr vorging. Ein Leben, welches planbar war, ohne Überraschungen, nur noch die Aussicht, zusammen immer älter zu werden. Keine Spannung, keine brennende Leidenschaft, nur kalkulierbare Sicherheit und absehbare, überschaubare neue Erfahrungen, die sich zwar vertraut und warm anfühlen mögen, aber auch langweilig und wenig aufregend. Ehe, Kinder, Haus, streiten mit Mutti....die nächsten gefühlten 100 Jahre.
Vielleicht waren das die Wände, die immer enger wurden. Sie hat vielleicht das Gefühl, nie " gelebt" zu haben, nie aufgeblüht zu sein. Dann kam dann der Mann ins Spiel und irgendwas löste es bei ihr aus. Sie will etwas anderes. Aber neu ist der Gedanke sicher nicht, der war immer schon da, unterschwellig und unbewusst. Und mit einem vergessenen Brief hat das nichts zu tun. Manchen Menschen gibt Sicherheit ein Gefühl von Stabilität, anderen aber das Gefühl, langsam und kontinuierlich an all der Beschaulichkeit zu ersticken.

x 6 #98


Frau_Stern
kennt einer dieses Lied von Konstantin Wecker ?

Warum sie geht
Und das Häuschen steht ganz malerisch am Waldrand,
und den Garten schmückt ein Blumenbeet,
da ist ein Hund und eine Schaukel,
da blüht der Flieder (wenn es Mai ist),
und er versteht es einfach nicht,
warum sie geht.

Er hat doch immerhin die ganze Zeit geschuftet,
und ihretwegen hält er jetzt sogar Diät,
und plötzlich packt sie ihre Koffer,
unten wartet wer im Auto,
und er versteht es einfach nicht,
warum sie geht.

Na gut, er hat schon mal den Hochzeitstag vergessen
und ihr auch ab und zu mal eine eingeschenkt,
doch immerhin: Sie hat von seinem Tisch gegessen!
Und irgendwie hat sich das immer wieder eingerenkt.

Doch im Auto sind die Koffer schon gestapelt,
und auf einmal wird das alles so konkret.
Auch der Flieder denkt ans Blühen,
und wie flüchtig so ein Mai ist,
nur dem Hund ist′s sch.gal,
warum sie geht.

Und sie lächelt so ein unbekanntes Lächeln,
eins, das endlich mal für sich alleine steht,
das ihn lähmt und das ihm weh tut,
das ihn abhält, sie zu halten -
und er versteht auch jetzt noch nicht,
worum's ihr geht.

Und das Häuschen steht ganz malerisch am Waldrand,
und den Garten schmückt ein Blumenbeet,
da ist ein Hund und eine Schaukel,
da blüht der Flieder (wenn es Mai ist),
und der versteht es ganz genau,
warum sie geht.

so meine ich das. Sie will blühen. Vielleicht

x 4 #99


Dennis4a1
Durch diese ganze Brief-Diskussion bin ich gerade echt wieder in so ein Loch der Schuldgefühle gefallen. Aber dann ist mir nochmal ganz klar geworden: Das war nie der Grund! Darum geht's nicht!
Das haben einige hier auch ganz richtig festgestellt.

Das es am Brief lag, hat sie mir ganz am Anfang gesagt. Und vielleicht selber auch geglaubt. Er war sicher auch eine Enttäuschung. Aber er hätte nichts an ihrer Entscheidung geändert.

Alles was sie mir die letzten Tage gesagt hat und auch das, was sie in der Vergangenheit mir und dritten gegenüber mal angedeutet hat geht in eine andere Richtung:
Sie flieht nicht vor mir. Sie flieht vor ihrem alten Leben.
Vor dem Druck der Verantwortung, vor ihrer Rolle in der Familie, vielleicht auch wie @Frau_Stern sagt vor Vorhersehbarkeit und fehlender Leidenschaft. Das Lied von Konstantin Wecker kannte ich zwar nicht - aber es trifft den Nagel auf den Kopf.

Wir hatten die Absprache 20 Jahre dieses Familienleben in diesem Haus zu führen, dann zu verkaufen und unser Leben neu zu gestalten. Und zwar deshalb, da wir beide nie in einem Einfamilienhaus alt werden und sterben wollten. Wir hatten schon immer die Sehnsucht, auch wieder freier leben zu können. Bei mir war es eher finanzielle Unabhängigkeit und die Möglichkeit zu Reisen. Bei ihr vielleicht eher allträgliche Freiheit und weniger Druck durch Verantwortung.
Sie hat die 20 Jahre nicht durchgehalten sondern ist nach 1/4 in Zweifel verfallen. Und hat dann einer Versuchung nachgegeben, die den Keil zwischen uns getrieben hat.

Dass es davor nicht so nah zwischen uns gelaufen ist und die Zeit sehr anstrengend war hat das ganze bestimmt begünstigt.

Zitat von Worrior:
Bruder die brutale Wahrheit ist dass sie einen F... auf Deine Gefühle gibt.

Das dachte ich vor 2 Wochen. Aber jetzt nicht mehr. Ich glaube sie hat ihr Mitgefühl lange unterdrückt. Ich bin vor ein paar Tagen zu ihr gegangen und habe ihr ganz klar gesagt, wie es mir geht. Ich habe sie auch gefragt, wie sie mich sieht. Sie hegt keinen Groll gegen mich. Sie liebt mich nicht aber sie sieht mich wie ein Familienmitglied. Und sie versucht es mir etwas leichter zu machen. Aber sie wird noch immer viel Unterdrücken, sie priorisiert ihre Gefühle gerade massiv und verletzt mich so durch ihr Handeln natürlich weiterhin.

Aber ich möchte verzeihen. Mir selbst und auch Ihr.
Solange sie mir nicht aktiv Schaden will und wir uns so einigen können, dass es sich für mich gerecht anfühlt (Familie, Finanzen, etc.) fühle ich mich glaube ich besser so, als mit Wut oder Aggression.
Ob das nachher aufgeht werde ich erfahren.

Ich brauche jetrzt echt ein wenig Abstand und versuche mal ein paar Tage weniger Energie auf diese Gedanken hier aufzuwenden.

x 6 #100


T
@Dennis4a1 Bitte mach Dir nicht so viele Vorwürfe. Menschen machen Fehler. Oder sind nicht so Aufmerksam wie Sie sein sollten. Es wird jetzt eine schwierige Zeit auf Dich zukommen. Und dafür wünsche Ich Dir viel Kraft.

x 3 #101


D
Zitat von Dennis4a1:
Sie hegt keinen Groll gegen mich. Sie liebt mich nicht aber sie sieht mich wie ein Familienmitglied.

aha, schon komisch, was sollte sie dir Vorwerfen, aber das Familienmitglied ist nach der Trennung Verschunden

#102


Worrior
@Dennis4a1
Du hast da was sehr wichtiges erwähnt "loslassen und verzeihen, auch Dir selbst".
Das ist eine wichtige Lektion, sie beginnt mit einem Entschluss und geht dann in einen Prozess.
Verzeihen heisst aber nicht dass Du dich zum Anwalt derer machst die Dir weh getan haben.
Verzeihe um selbst frei von negativen Gefühlen und Emotionen zu sein aber vergesse nicht wie sie dich behandelt haben.
Gib ihnen niemals die Chance so etwas nochmal zu tun.
Lass sie in Frieden ziehen, wünsche ihnen aus tiefstem Inneren und aufrecht alles Gute.
Aber Dein Herz und Deine Seele haben bei diesen Menschen nichts verloren, verweigere ihnen den Zugang.

x 3 #103


Frau_Stern
Ich denke, da ist weder Schuld noch Groll im Spiel. Manche Lebensentwürfe sind eng. Die klappen nur, wenn beide es wollen und beide an einem Strang ziehen. Warum scheitern viele, wenn sie ein gemeinsames Haus kaufen/bauen ? Weil es auch bedeutet " hier bist du noch in 30 Jahren". Keine Überraschung, keine großartigen Berge mehr zu erklimmen, die Weichen im Leben sind gestellt. Gut, wenn beide an einem Strang ziehen. Schlecht, wenn einer zweifelt und denkt " Bin ich das ? Diese gewachsene Struktur ? Familienfeste, Urlaub in Tangermünde auf dem Campingplatz und in Italien...jedes Jahr, immer wieder. Nix mehr, nur noch alt werden?" Ich habe eine Freundin verloren, weil ich mich getrennt habe und mit ihr darüber gesprochen habe. Weil sie innerlich auch immer dachte " was wäre, wenn... was verpasse ich vielleicht?", aber sie ging den Schritt nie. Und sie dachte auch, ich würde ihn nicht gehen, doch ich tat es. Also wollte sie mit mir und "damit" nicht mehr konfrontiert werden.
Manchmal ist der Weg klar und die Strecke lang. Man geht sie gemeinsam, das ist der Plan. Doch ab und an verliert man sich unterwegs, weil Zweifel, Scham und Reue kommen. Ist das dann Schuld ? Hat da jemand versagt ? Ich denke, nein.
Auch wenn es schwer ist, für den, der fassungslos zurückbleibt und immer noch an " das gemeinsame Ziel" glaubt.

Ich sagte mal zu meinem Exfreund, ich werde mal alt sein, nörgeln, auf einer Bank sitzen und Enten füttern. Und dabei darüber lamentieren, wie schlimm die Jugend von heute ist. Und er sagte " hey cool, da mache ich mit". Jetzt machen mich Enten traurig, für einen Moment. Weil er dann doch nicht mitmachen wird.

#104


A


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