Hallo @klestri,
puh, nicht leicht deine Situation.
Das muss ziemlich belastend sein.
Ganz schön heftig.
Den Vorrednern stimme ich im Wesentlichen zu.
Dein Leben gehört Dir.
Deine Eltern haben Dich auf die Welt gebracht und Dir einen guten Start in's Leben ermöglicht.
Du hast gelernt auf eigenen Beinen zu stehen, womit sie ihren "Job" als Eltern erfüllt haben.
Ein Anrecht auf dein Leben, wie Du es zu führen hast, wen Du heiraten musst, was Du tust und lässt, haben sie aber
nicht.
Oder Du entscheidest Dich deine Freiheit aufzugeben, damit immer deine Eltern glücklich mit deinem Leben sind.
Also sie - nicht Du.
Egal wie Du dich entscheidest, es wird nicht ohne sein.
Die Person von Seiten deiner Familie auf die es hauptsächlich anzukommen scheint ist deine Mutter.
Oder täuscht der Eindruck?
Ich glaube, ich würde mal mit ihr einen richtig schönen Mutter-Sohn-Tag verbringen.
Und sie fragen, was sie sich für ihre Zukunft wünscht, welche Pläne sie hat, was ihr im Leben wichtig ist usw.
Und auch wieso.
Dann würde ich bildlich gesprochen die Glaskugel rausholen.
Zitat von klestri: Schon 2 mal wurde von meinen Eltern Zwang ausgeübt eine bestimmte Landsfrau zu heiraten.
Was wäre wenn Du die Wunschfrau heiraten und deinen Job schmeißen würdest, kurz, Mamas & Papas Wünsche erfülltest?
Würdet ihr zusammen wohnen wollen?
Kinder haben?
Oder nicht eher tunlichst alles vermeiden, was in diese Richtung geht?
Sprich, getrennte Wohnungen, nie Kinder, 0 gemeinsame Aktivitäten.
Würde es mehr als einen inhaltsleeren Wisch namens Heiratsurkunde geben?
Diese "Ehe", würdest Du sie deinen Eltern ihr Leben lang vorwerfen?
Könnte Dich deine Mutter wieder glücklich sehen unter diesen Umständen?
Könntest Du sie noch lieben?
Noch respektieren?
Zitat von klestri: Die Wurzeln meiner Familie stammen aus einer Region in der Tradition sehr wichtig ist, deswegen ist es für sie von hoher Wichtigkeit, dass meine Zukünftige aus dem gleichen Land, ja am besten gleicher Stadt kommt.
Okay.
Nur, wenn das keine Option ist?
Was wäre, wenn Du alternativ nie heiraten tätest, sondern in's Kloster gingest?
Würde das irgendwen glücklich machen?
Welche Traditionen werden heute nicht mehr angewendet?
Zitat von klestri: Als es dann öffentlich wurde, dass ich es mit meiner jetzigen Freundin ernst meine folgten Horrorszenarien: Ich wurde erpresst, angegriffen, beleidigt, mir wurde der Tod gewünscht. Die gesamte Verwandtschaft hat sich gegen mich gewendet, da meine Mutter mit Selbstmord droht. Man wirft mir vor meine Mutter in den Tod zu treiben, sogar Familienmitglieder, die ich bis heute immernoch liebe.
Oh mein Gott.
Nette Familie. *Sarkasmus*
Heißt das man liebt, schätzt und achtet Dich nur, wenn Du brav bist?
Oder versteh' ich da was falsch?
Du bist nicht für das Leben deiner Mutter verantwortlich.
Das ist sie.
Auch für ihr persönlich empfundenes Glück bist Du nicht zuständig.
Lass' Dir hier keine Märchen erzählen.
Zitat von klestri: Täglich werde ich mit Suizid und Abstossung erpresst (ebenfalls gab es einmal eine Morddrohung). Die Situation belastet mich so sehr, dass ich auch schon an etwas Unaussprechliches gedacht habe.
Ich habe eine Ahnung, was das sein könnte.
Wissen deine Eltern, dass Du daran gedacht hast?
Hast Du sie mal gefragt, ob sie das in Kauf nehmen würden, damit die Tradition gewahrt wird?
Kannst Du dich vor solchen Drohungen schützen?
Kein Kontakt könnte da mal gut tun.
Ferner, diese Verhaltensweisen sind strafbar.
Protokolliere sie, für den Fall, dass Du rechtliche Schritte einleiten musst.
So ungern Du das auch tun wirst.
Zitat von klestri: Inzwischen bin ich hin und her gerissen.
Versuche Dir treu zu bleiben.
Du hast deine eigenen Werte und weißt am besten, was für Dich gut und richtig ist.
Zitat von klestri: War jemand mal in einer solchen Situation?
Nein, ich nicht.
Zitat von klestri: Nun meine Mutter ist klinisch depressiv und lässt sich auch deswegen medikamentös behandeln, daher nehme ich ihre Suiziderpressung ernst.
Ist deiner Mutter klar, was ihr tot für deinen Vater, sich selbst und alle anderen bedeuten würde?
Grundsätzlich, stimmt ihre Medikation?
Kann es sein, dass sie mit ihrem Leben unzufrieden ist und sich deshalb so auf Dich fokussiert?
Beratung bzw. Mediation von 3. Seite aus könnte hilfreich sein.
Zeitweise wie vorgeschlagen freiwillig zu gehen auch.
Zitat von klestri: Ich weiss, falls es soweit kommen sollte, ich kein normales Leben mehr leben könnte. Meine Familie würde das dann nicht zulassen denke ich.
D.h. Du müsstest dann in jedem Falle fortgehen?
Zitat von klestri: Meine Freundin nicht in das Ganze reinzuziehen ist auch der Grund, weshalb ich mir überlege das überhaupt zu beenden. Sie hat das nicht verdient, denn mein Leben ist ja ohnehin schon die Hölle.
Sie unterstützt mich unglaublich in meiner Situation, sie lernt sogar meine Sprache in der Hoffnung das Sie von meiner Familie akzeptiert wird.
Auch wenn Du dich trennst, eine grundsätzliche Lösung ist das nicht.
Nicht mal, wenn Du wieder in dein Kinderzimmer ziehst und deinen Job wechselst.
Zitat von klestri: Da ich Einzelkind bin hatten sie halt immer einen Kontrollwahn.
Dein Hauptproblem scheint mir, dass deine Eltern Dich nicht loslassen und weiter dein Leben bestimmen wollen.
Damit bist Du nicht der erste und garantiert nicht der letzte, dem das passiert.
Zitat von klestri: Die meisten Familienmitglieder verachten mich wegen dem was ich mache.
Das tut mir Leid.
Stimmen deren Wertemaßstäbe?
Ist deren Urteil fundiert?
Zitat von klestri: Ich hatte auch schon mächtig Terror wegen dem Ausziehen,
Hat sich das inzwischen gelegt?
Oder bist Du noch immer ein "böser" Junge?
Zitat von klestri: Ich möchte meine Familie auch nicht verlieren.
Verhalten sie sich noch wie liebende Menschen die Dir Gutes wollen?
Zitat von klestri: Sie sind so fest davon überzeugt, dass ich mit meiner Entscheidung ins verderben reite, da eine binationale Ehe nicht funktionieren kann.
Sie dürfen dieser Meinung sein.
Solltest Du auf die Nase fallen, können sie es Dir auch unter die Nase reiben.
Jedoch musst Du es selbst probieren, da es
dein Ding ist.
Gibt etliche Beispiele für binationale Ehen, die funktionieren.
Zitat von klestri: Ausserdem kommen so Aussagen wie: „Was soll unser Umfeld dazu sagen? Wie sollen sie sich mit deiner deutschen Freundin sprechen?“
Gar nicht ernst nehmen.
Ist nur vorgeschoben.
Was willst DU wirklich?
Was ist Dir wichtig, wer?