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FloraVita Mitglied
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Zitat von tauris:
der unter der Woche in eine Partnerrolle rutscht, solange er am Samstagabend pünktlich das Feld räumt?
Weiter habe ich den Text nicht gelesen. Weil, Waaaaahnsinn! Von deinem Einstieg hier in den Thread bis jetzt: höchst unprofessionell. Ohne die Situation vor Ort wirklich zu kennen, ohne mit dem Vater und der Tochter gesprochen haben, wird eine Granate nach der anderen rausgehauen.
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x 2#376
Waris07 Mentorin
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Zitat von tauris:
Warum sollte man sich um die psychologische Entwicklung eines Teenagers sorgen, der unter der Woche in eine Partnerrolle rutscht
Ich bitte mal um ein paar handfeste konkrete Anhaltspunkte (Zitat von der Te), woran du hier eine eindeutige Parentifizierung bzw. Partnerersatzrolle festmachst. Allein daraus, dass die Tochter gelegentlich nachts zum Vater ins Bett geht, lässt sich das fachlich ja erstmal überhaupt nicht ableiten. Dafür bräuchte es doch deutlich mehr Hinweise auf eine tatsächliche Rollenumkehr oder emotionale Verantwortungsübernahme des Kindes.
Von Parentifizierung spricht man psychologisch eher dann, wenn ein Kind dauerhaft in eine Erwachsenenrolle rutscht, also etwa zum emotionalen Haupttröster eines Elternteils wird, sich für dessen psychische Stabilität verantwortlich fühlt, regelmäßig mit Erwachsenenproblemen belastet wird oder eher wie ein kleiner Partner bzw. emotionaler Stabilisator agiert. Ein einzelnes Näheverhalten gibt das für mich schlicht nicht her.
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x 4#377
A
Unterschiedliche Ansichten im Bereich Abgrenzung
x 3
tauris Mitglied
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@Yoffi
Spannend, wie sehr du dich an Begrifflichkeiten abarbeitest, um den Kern des Problems zu umschiffen. Dann wollen wir mal- Ein System entsteht in dem Moment, in dem Menschen beginnen, ihr Leben zu teilen. Zu behaupten, es gäbe keine Dynamik, weil es noch die ‚Kennenlernphase‘ sei, verkennt die Realität. Gerade am Anfang werden die Rollen verteilt. Wenn @Liebeleben jetzt erfährt, dass sie in der Prioritätenliste hinter einer nächtlichen Symbiose steht, die eigentlich der Kindheit angehören sollte, dann ist das die wichtigste Information für ihre Entscheidung, ob dieses ‚System‘ eine Zukunft hat.
Zur Aktualität - Du musst nicht googeln: Die Erkenntnis, dass Jugendliche Autonomie brauchen und Paare einen geschützten Raum, ist kein veraltetes Dogma wie das ‚Schreienlassen‘. Im Gegenteil: Die moderne Bindungsforschung (z.B. nach Brisch oder Grossmann oder Fabienne Becker-Stoll) betont heute mehr denn je, dass eine sichere Bindung die Basis für Exploration und Selbstständigkeit ist. Ein Kind im Bett des Vaters zu halten, ist keine moderne Erziehung, sondern das Verhindern genau dieser Selbstständigkeit.
Baustellen der Partnerin-Es ist ein durchschaubares Muster, das Unbehagen von @Liebeleben als ihre persönliche ‚Baustelle‘ oder Unsicherheit abzutun. Damit wird das Problem pathologisiert, anstatt die Ursache (die fehlende Abgrenzung des Vaters) anzugehen. Wenn eine Frau mit 50 Jahren ein gesundes Bedürfnis nach einem ungestörten Paarraum hat, ist das keine psychologische Baustelle, sondern ein gesundes Maß an Selbstwertgefühl. Ich fasse mal zusammen- Du nennst es unprofessionell, auf systemische Strukturen hinzuweisen. Ich nenne es fahrlässig, einer Frau einzureden, ihre völlig berechtigten Bedürfnisse seien das Problem, während ein 14-jähriger Mensch in einer emotionalen Rolle festgehalten wird, die ihm nicht guttut. Wir können uns über ‚Dauerhaftigkeit‘ oder ‚Kennenlernen‘ streiten – am Ende bleibt das Störgefühl einer realen Frau in einer realen Situation. Und dieses Gefühl trügt sie nicht.
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x 5#378
Fenjal Mitglied
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Ganz ehrlich, ob man sich jetzt professionell mit solchen Themen beschäftigt oder nicht. Theorien bedient, oder, oder. Kinder brauchen mAn Sicherheit, Teenager Freiheit natürlich auch Grenzsetzung. 14 Jährige sind keine Kleinkinder, was treibt dieses Mädchen in Vaters Bett, ich kann es mir nicht vorstellen.
Ein medizinischer Notfall wird anders gehändelt.
Was veranlasst diesen Mann es zuzulassen, dass seine pubertäre Tochter bei ihm schläft? Auch das kann ich mir nicht erklären.
Ohne Theorierahmen,.. das Tochter/Vater Verhältnis liegt hier nicht im Blei, das ist meine persönliche Ansicht.
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x 4#379
HeavyDreamy Mitglied
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Zitat von Fenjal:
14 Jährige sind keine Kleinkinder, was treibt dieses Mädchen in Vaters Bett, ich kann es mir nicht vorstellen.
Die TE will sich aber nicht trennen, also schlag eine Lösung vor?
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#380
ElGatoRojo Mitglied
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Eigentlich unnötig, dieser zweite thread. Eigentlich hätte die TE ihrem Lover von Anfang an klar machen müssen, dass seine Tochter mit 14 Jahren nichts in seinem Bett zu suchen hat und - sollte sie da bleiben - sie sich seltsame Gedanken um seine psychische Grundausstattung machen muss. Ultimatum und Ende.
Es gibt Leute, für die ist eine 14-jährige im Bett des allein erziehenden Vaters ein schlichtes Nogo. Auch wenn in 99,9 % der Fälle nichts passiert. Einfach prophylaktisch. Und aus Achtung auch vor der Privatsphäre der Tochter.
Der Vater nimmt ausserdem seine Aufgabe nicht ernst, seine Tochter zu einer unabhängiogen und selbstverantwortlichen Frau auszubilden, weil alles noch so niedlich und harmlos ist und er sich mit dem ganzen Teenagerproblemen offenbar noch nicht befassen will.
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x 1#381
tauris Mitglied
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@Brightness2
Es wird tatsächlich wild, wenn man den systemischen Ansatz dazu nutzt, Beliebigkeit zu rechtfertigen.
Systemik bedeutet nicht, dass alles ‚irgendwie‘ richtig ist. Die Systemtheorie (ob nach Luhmann, Minuchin oder der Mailänder Schule) untersucht, wie Strukturen Stabilität erzeugen. Ein Kernprinzip ist die funktionale Differenzierung-Ein System braucht klare Rollen (Subsysteme), um zu funktionieren. Wenn die Grenze zwischen der Paarebene und der Kindebene wegbricht, ist das kein ‚Glaubenssatz‘, sondern eine strukturelle Störung, die Reibung erzeugt – und genau diese Reibung spürt @Liebeleben gerade.
Du sagst, systemische Ansätze dürften nicht ‚unabhängig von den Personen‘ betrachtet werden. Das ist nur die halbe Wahrheit. Die Systemik schaut gerade nicht nur auf die Psyche des Individuums, sondern auf die Muster zwischen ihnen. Und Muster wie ‚Triangulation‘ (ein Kind wird zum Puffer oder Partnerersatz) funktionieren nach einer Logik, die über die individuellen Absichten der Beteiligten hinausgeht. Man kann es gut meinen und trotzdem systemisch falsch handeln. Natürlich konstruiert jeder seine Wirklichkeit. Aber in der therapeutischen Praxis (Mentalisierung nach Fonagy/Target) gilt das als gesund, was die Autonomie und Reifung des Einzelnen fördert. Eine Struktur, die eine 14-Jährige nachts an den Vater bindet, behindert diese Autonomie. Das als ‚gesund‘ umzudeuten, nur weil es sich für den Vater bequem anfühlt, ist kein systemischer Ansatz, sondern eine Vermeidung von notwendigen Entwicklungsschalthebeln.
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#382
tauris Mitglied
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@FloraVita
Da stand Ironie on- haste gesehen oder?
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#383
tauris Mitglied
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@Waris07
Es ist ein Trugschluss zu glauben, Parentifizierung fände nur statt, wenn das Kind die Rechnungen bezahlt oder den Haushalt führt. Die emotionale Parentifizierung ist oft viel subtiler und findet genau dort statt, wo Grenzen zwischen den Generationen verwischen
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x 2#384
Fenjal Mitglied
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Zitat von HeavyDreamy:
Die TE will sich aber nicht trennen, also schlag eine Lösung vor?
Gespräch Vater, Te und Teenager, dass das Schlafzimmer der Erwachsenen tabu ist. Ein medizinischer Notfall des Nachts natürlich ausgenommen. Ihr Zimmer ist vermutlich für die Erwachsenen Sperrzone, also... So schwer ist das nicht.
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x 2#385
FloraVita Mitglied
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Zitat von tauris:
@FloraVita Da stand Ironie on- haste gesehen oder?
Du hast sowas mehrfach geschrieben. Nicht nur in dem einen Betrag. Vergessen?
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#386
A
Abendrot Mitglied
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Zitat von tauris:
Warum sollte man sich um die psychologische Entwicklung eines Teenagers sorgen, der unter der Woche in eine Partnerrolle rutscht, solange er am Samstagabend pünktlich das Feld räumt? Dass diese emotionale Achterbahnfahrt – unter der Woche ‚Ersatz-Partnerin‘, am Wochenende ‚ausquartiertes Kind‘ – eine massive Belastung für die Tochter darstellt, ignorieren wir einfach mal geflissentlich.
Während der Woche lebt das Kind also eine Partnerrolle mit dem Vater ? Übel , übel so eine Aussage . Es möchte nur ab und zu nachts Schutz und Geborgenheit beim Papa erleben .
Danke meinem Schwiegersohn , meine fast 14 jährige Tochter darf jederzeit nachts zu ihm kommen . Es gibt ihr Sicherheit und Stabilität und meine geringste Sorge ist , daß sie nicht selbstständig und selbstsicher wird .
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x 4#387
Waris07 Mentorin
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Zitat von tauris:
@Waris07 Es ist ein Trugschluss zu glauben, Parentifizierung fände nur statt, wenn das Kind die Rechnungen bezahlt oder den Haushalt führt. Die emotionale Parentifizierung ist oft viel subtiler und findet genau dort statt, wo Grenzen zwischen den Generationen verwischen
Dass emotionale Parentifizierung subtil sein kann ist mir schon klar.
Das beantwortet aber ehrlich gesagt immer noch nicht meine eigentliche Frage an dich. Denn mir geht es ausdrücklich um den hier vorliegenden konkreten Fall. Du sprichst ja ziemlich deutlich von einer Partnerrolle bzw einer parentifizierenden Dynamik und ich frage nach den konkreten Fakten aus genau diesem geschilderten Fall aus denen du das ableitest. Bisher höre ich vor allem allgemeine Theorie darüber dass es so etwas grundsätzlich geben kann aber wenig Konkretes was diese doch recht weitreichende Interpretation hier tatsächlich belegt.
Gespräch Vater, Te und Teenager, dass das Schlafzimmer der Erwachsenen tabu ist.
Traut sich die TE vielleicht nicht so, weil sie auch Angst hat, dass das noch mehr kaputt machen kann, was sie ja nicht will.
Die TE hinterfragt sich ja, warum sie generell damit überhaupt ein Problem hat und hat uns gefragt, wegen Lösungen.
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x 2#389
tauris Mitglied
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Fenja hat es für mich am Ende sehr klar zusammengefasst- Danke dafür: Jenseits aller psychologischen Fachbegriffe bleibt die einfache Frage, was ein 14-jähriger Mensch braucht, um gesund groß zu werden – und was ein Paar braucht, um eine Zukunft zu haben.
Liebe braucht Klarheit-Einem Teenager Nähe zu geben ist essenziell, aber ihn nachts in den privaten Paarraum zu holen, behindert seine Selbstständigkeit und Autonomie Das Paar ist das Fundament-Eine Partnerschaft kann nur wachsen, wenn sie einen geschützten Raum hat, der nicht verhandelbar ist. Wer diesen Raum zur Disposition stellt, gefährdet die Stabilität des gesamten Familiensystems. Wahre Sicherheit- Sicherheit für Kinder entsteht nicht durch das Aufweichen von Grenzen, sondern durch verlässliche Rollen. Der Vater muss Vater sein dürfen und die Partnerin Partnerin. Wir müssen hier keine Einigkeit erzielen, ob das nun ‚Systemik‘ oder ‚gesunder Menschenverstand‘ heißt. Am Ende zählt, dass @Liebeleben mit ihrem Störgefühl nicht allein ist – es ist ein Signal ihres Selbstschutzes und ein Kompass für ihre Integrität. Ich verabschiede mich für heute aus der Diskussion und widme mich nun wieder meiner eigenen Patchwork-Realität. Vielen Dank für die verschiedenen Perspektiven!