Fangen wir mal kurz von hinten an:
Zitat von Megeas:Egal wie oft ich diese wand anschaue dort ist keine Tür und auch kein Fenster es is einfach eine undringliche Wand,wäre dort eine Tür oder Fenster wäre es für mich einfach zuverstehen warum ich mir gerade um so etwas bzw um einfach alles und jedes kopf zerbreche und und, dann könnte ich einfach dadurch gehen und sagen Ey super is gut gelaufen bzw Ey supi ich verstehe
Entschuldige, ich zeichne sprachlich immer gern Bilder und gerade hier, war es bildlich gemeint. Laß mich mal etwas versuchen:
Zitat von Megeas:Genau da is mach ich mir einfach auch sorgen drum bzw kopf drum ob es überhaupt klappen wird, nicht das es genau nach hinten los geht .. das es noch mehr zerbricht als es sowieso schon ist ... was mach ich dann? wenn es eben denn gegenteiligen effekt hat ? ich mal mir sachen aus auch die irgendwie unkontrollierbar sind...
Spannend. Also ich habe noch nie jemanden getroffen, der wirklich Angst davor hat, daß Therapie nicht funktioniert. Natürlich ist es jetzt sehr gut möglich, daß Du eben der Erste bist. Ich will Deine Ängste auch nicht abtun oder so tun, es gäbe es sie nicht.
Daher ich habe bisher noch nie jemanden getroffen, der sagte, ich habe Angst, daß Therapie nicht funktioniert und damit echt gemeint hat, was mache ich, wenn sie nicht funktioniert. Ich habe allerdings (mich eingeschlossen) schon ne Menge Menschen erlebt, die gesagt haben, ich habe angst, daß Therapie nicht funktioniert und damit meinten, was wenn ich diese eine bestimmte Veränderung in meinem Leben trotz aller Bemühungen, diese Veränderung, die ich mir so sehr wünsche, nicht schaffe?
Meine Frage wäre also an dieser Stelle, hast Du wirklich im allgemeinen Angst, daß Deine Therapie nicht funktioniert oder ist diese Aussage eigentlich eine andere?
Immer wenn ich Therapie in Zweifel zog, ging es nicht um die Therapie, es ging darum, daß ich vielleicht nicht in der Lage sein werde -trotz aller Bemühungen - es zu verhindern genauso elendig zu verrecken wie meine Mutter es getan hat (Einschub: diese Formulierung ist meine, die ich tatsächlich auch noch nie so aufs virtuelle Papier gebracht habe und ob sie wirklich elendig verreckt ist, ist absolute Standpunktfrage, immerhin ging es schnell). Dennoch ist und war das meine große Angst. Was ist, wenn ich trotz aller Bemühungen mit 56 Jahren an Lungenkrebs sterbe.
Mit dem Rauchen aufzuhören, die, die es schon mal versucht oder geschafft haben (was auch immer geschafft heißt), wissen, das ist ein hartes Brot, allgemein wie bei jeder Sucht gilt, Schritt für Schritt, Tag für Tag, Erfolgsgarantie gibt es nicht. Wenn dann noch bestimmte Sachen hinzukommen, ich bin letztes Jahr 40 geworden und ich wohne zum allerersten Mal in meinem Leben (damit meine ich die Gesamtheit meines Lebens einschließlich meiner Kindheit) in einer Wohnung die rauchfrei ist und Rauchen ist vielleicht auch nur die Spitze des Eisbergs meiner speziellen Eigenheiten, dann sind die Erfolgschancen recht überschaubar.
Therapie hat mir geholfen, Umgang mit dieser Angst zu finden. Und nein, nicht mittels einer Erkenntnis, einem Schalter, der sich plötzlich umlegt, ein Schnipp und weg war sie. sondern in vielen, kleinen Überlegungen. Das darzustellen führt jetzt zu weit und ist auch für mich jetzt noch ein schwieriges Thema.
Ein Freund von mir, hat auch mal gemeint, was wenn Therapie nicht hilft und meinte eigentlich, wenn ich trotzdem nicht schaffe (sein Thema).
Jedenfalls aber, bleibt die Frage, wenn Du ganz genau hinschaust, hast Du wirklich Angst davor, daß Therapie nicht hilft oder hast Du vor etwas sehr, sehr konkretem angst. Etwas das eben so persönlich, ungeheuerlich und schwer ist, daß allein es auszusprechen schon schmerzhaft ist?
Wenn ich mir nämlich diesen Satz anschaue:
Zitat von Megeas:Lebenswertes Leben is großer begriff, bzw bezeichnung oder deutung mir zeigt das Leben momentan das es eher weniger Lebenswert irgendwie is was ich einfach meine ich fühle mich nicht angekommen, ich bin aktiv wie hüpfball der durch´sleben ohne anhaltspunkt rennt
Dann frage ich mich, ob Du nicht eher davor Angst hast, obwohl du Dich so bemühst, so hart arbeitest, trotzdem nie anzukommen.
Auch an dieser Stelle ist das eigentlich noch nicht konkret genug. Denn Dein Ankommen und meins sind vermutlich zwei völlig unterschiedliche Dinge

.
Meiner Erfahrung nach, hat jeder von uns, zwei, drei, vier absolute Horrorszenarien im Kopf, wenn wir über was, wenn Therapie nicht hilft, reden.
Je konkreter Du Deine Ängste benennst und dies bitte erst mal im geschützten Rahmen und nach Möglichkeit vielleicht nicht im Forum, desto wahrscheinlicher ist es, daß Dir Therapie helfen wird.
Also wir bleiben bei der Frage, hast Du wirklich Angst davor, daß Therapie nicht hilft oder hast Du angst davor, daß Du trotz Therapie eine bestimmte Sache nicht erreichen wirst oder eine bestimmte Sache nicht vermeiden kannst?
Denn:
Zitat von Megeas:Egal wie oft ich diese wand anschaue dort ist keine Tür und auch kein Fenster es is einfach eine undringliche Wand,wäre dort eine Tür oder Fenster wäre es für mich einfach zuverstehen warum ich mir gerade um so etwas bzw um einfach alles und jedes kopf zerbreche und und, dann könnte ich einfach dadurch gehen und sagen Ey super is gut gelaufen bzw Ey supi ich verstehe
damit wäre schon mal die erste Tür gefunden. Es geht doch gar nicht um Urvertrauen, oder?
Ach und wenn es einfach folgendes wäre:
Zitat von Megeas:ich tuh mich verdammt schwer wenn ich eine ablehnung sei es in bereich in der Liebe, Arbeit, oder sonst wo sehr sehr schwer, Besonder "im Bereich Beziehung, Liebe, Interesse" ich kann damit einfach verdammt schwer umgehen wenn ich beispiel an ablehnung bekomme wenn ich an jemanden starke interesse habe da verlier ich oftmals mein kopf
plus
Zitat von Megeas:Das leben weiss genau bei mir oftmals das gegenteil auf, auch zum teil selbst dran schuld bzw selbst sabotage .... darin bin ich meister kann mir auch einige gut selbst versauen warum und weshalb keine ahnung...
Und die Frage, ob das so bleibt. Nö bleibt nicht so. Heißt aber nicht, daß sich alles so entwickelt, wie Du dir das gerade vorstellst.
Achtung Triggerwarnung: Bei Opfern von Gaslightning und Menschen, die gerade lernen, ihre Gedanken und Gefühle erst einmal wahrzunehmen, nicht weiterlesen!
Willst Du wissen, was mir wirklich im tiefsten Kopfkino in ganz tiefer Therapiezeit geholfen hat:
Also ich hab mir da die schönsten Dinge zusammengereimt, dieses und jenes und dann auch ab und zu ne kleinen Shizo aufgerissen (irgendeine beängstigende Vorstellung, die dann nicht wegging und ich voll rein gekippt bin).
In solchen Momenten, wenn es total arg war, hab ich mir immer gesagt, hör ma E-Claire, Schöne, Du bist in Therapie, richtig?
Kopfnicken.
Und warum biste in Therapie, vielleicht weil ein paar Deiner Gedankengänge zwar für Dich völlig real sind, aber die weder besonders hilfreich noch immer so stimmig sind, wie Du glaubst?
Hm?
Woher weißt Du eigentlich, daß das, was Du gerade jetzt annimmst, ein gesunder, hilfreicher und vor allem realer Gedanke ist?
Megeas: Zum therapeutischen Prozess gehört, daß Dein Kopf, Dein Bewusstsein, Dein Unterbewusstsein, Deine Gefühle, Deine Ängste, Deine Träume, Dir auf jede Art und Weise, drei mal am Tag einreden werden, daß es dieses wäre und anderes nicht. Das so aber nicht so und überhaupt und daß Du sowieso nie xyz.
Und weißt Du warum, weil Gewohnheit eine der mächtigsten Kräfte des Universums, der Natur und allem anderen ist.
Triggerwarnung EndeBleib beim Konkreten, versuch die Ängste besser zu definieren, als "es wäret wegen des Urvertrauens" oder "was wenn Therapie nicht funktioniert" und vor allem
Trust the f*cki*g process.
