Zitat von Mohnblume_: Wir haben ja auch 2 Kinder und ich würde mit für meine Kinder schon wünschen, dass wir einen gute Umgang miteinander haben.
Wir reden auch gelegentlich. Aber er schaut mich an, als wäre ich es nicht wert, überhaupt mit ihm an einem Tisch zu sitzen. Eiskaltes Gesicht, rational, als wären 30 Jahre ein Business-Case, den er abhandeln muss. Wenn ich ihm frage warum er mich so anschaut, meint er nur, unsere Leben hätte ihn dazu gebracht und meint fehlende Würdigung. Er gibt mir auch keine Antwort, wie er sich das mit den Kinder vorstellt, wie wir im gleichen Raum sein sollen…. Einfach nur starre Miene oder Wut (dann steht er auf und geht, weil er wohl sonst ausfällig werden würde).
Ich hab ihm gesagt, dass es mich verletzt, wie ihn 30 Jahre so kalt lassen. Er meinte dann nur „ja, lässt mich kalt“.
Wie soll ich damit umgehen?
Man muss nicht zwangsläufig ein gutes Verhältnis zu dem Vater seiner Kinder haben. Es wäre schön, setzt aber wertschätzendes Verhalten auf beiden Seiten voraus.
Ich empfehle dir dringend so viel Abstand wie möglich zu ihm aufzubauen. Aktuell ist er bzw. sein Verhalten es nicht wert, dass du dir auch noch Gedanken darüber machst, wie ihr euren Kindern gegenüber gemeinsam auftretet. Es ist kein Muss und sollte auch nicht unter verbiegen eines der Elternteile erfolgen. Wenn er nicht vernünftig mit dir umgehen kann, dann setze da klare Grenzen auch für dich.
Ich hab es am Anfang der Trennung auch versucht und dann irgendwann für mich entschieden, dass ich es nicht muss. Ich kann und darf Grenzen setzen. Das hat am Anfang auch für viel Reibung zwischen uns gesorgt, aber für mich war und ist es immer noch wichtig. Zu Beginn wurde dann viel emotionaler Druck aufgebaut, um in seinem Sinne zu agieren. Mein Lieblingssatz war „Jetzt sind es dir deine Kinder nicht mehr wert, dass …“. Zuerst bin ich immer noch drauf angesprungen, aber irgendwann war es zu viel. Klare Grenzen gesetzt und ich verlasse mittlerweile sofort das Gespräch, wenn ich so etwas zu hören kriege.
Genau solche Grenzen musst du jetzt für dich definieren. Keiner kann dich zwingen mit ihm an einem Tisch zu sitzen und dir seine Kälte anzutun. Geh einfach. Alles rund um die finanzielle Versorgung überlässt du dem Anwalt.
Zitat von Mohnblume_: Und ich verstehe nicht, wie er sein Zuhause hinter sich lassen kann. Er hängt an nichts. Wohl nur daran, dass ich ihn nicht ausnehme und er weiterhin viel Geld hat um sich ein Leben ohne Vergangenheit zu machen.
Wie soll ich damit umgehen?
Wie wurdet ihr nicht verbittet?
Du musst und wirst ihn wahrscheinlich nie verstehen. Seine Art zu handeln ist dir ja völlig fremd und somit wirst du dies wohl nicht nachvollziehen können. Wenn du an den Punkt kommst, es nicht mehr verstehen zu wollen, geht es bergauf.
Verbittert wirst du nur, wenn du nicht weiter gehst sondern immer nur schaust, was dir verloren ging. Du getroffene Entscheidungen negativ bewertest. Mein Ex hat auch Karriere gemacht, während ich mich in Teilzeit den Kindern gewidmet habe. Die Entscheidung führte dazu, dass er jetzt mehr Geld hat für sein neues Leben. Dafür habe ich eine sehr intensive Bindung zu meinen Kindern, die er nicht hat. Und mit dem Abstand von 2,5 Jahren kann ich sagen, auch nie bekommen wird. Konzentriere dich auf die positiven „Folgen“ eurer Entscheidungen, dann wirst du auch Nicht verbittert.
Das erste halbe Jahr nach meiner Trennung war für mich unglaublich schwer, weil ich neben dem Liebeskummer meinen ganzen Lebensplan neu überdenken musste. Alle gemeinsamen Pläne und Ziele waren mit einer einzigen Entscheidung obsolet. Aber es hat funktioniert. Mein „neues“ Leben ist schön. Mit vielen tollen (zum Teil auch neuen) Menschen in meinem Leben, berufliche Weiterentwicklung und vielen schönen Erlebnissen, welche ich mit ihm nie gehabt hätte.