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Verlassen nach fast 30 Jahren

Heffalump
Zitat von Caecilia:
Meine sehen es tatsächlich so, dass es an mir liegt

Mein Sohn hat nie Schuld zugewiesen. Mir jedenfalls nie.

• x 1 #796


C
Zitat von Heffalump:
Mein Sohn hat nie Schuld zugewiesen. Mir jedenfalls nie.

Meine machen mir auch keine Vorwürfe deswegen. Sie akzeptieren es, wie es ist. Aber sie hätten es schon lieber anders ("lockere" gemeinsame Feste etc., in manchen Trennungsfamilien gibt es die ja).

• #797


A


Verlassen nach fast 30 Jahren

x 3


C
Zitat von Violettsloth:
Wow, echt 😨 Mein Sohn hat sich in den 2,5 Jahren nach der Trennung dazu nie geäußert. Das erste Weihnachtsfest nach der Trennung ...

Ja, ich glaube, das ist der Unterschied. Mein Ex war zu Familienzeiten ein sehr präsenter, sich kümmernder Vater - er hat zwar manches anders gemacht als ich, aber engagiert war er immer, da gibt es nichts. Er war/ist zudem eine sehr präsente, einnehmende Persönlichkeit, kann sehr eloquent und witzig sein - man merkt sofort, ob er da ist oder nicht.

• #798


Heffalump
Zitat von Caecilia:
lockere" gemeinsame Feste

wäre möglich, aber Sohn wollte dies nie. Jetzt geht es eh nimmer, er hat unser Land verlassen

• #799


Violettsloth
Zitat von Caecilia:
Er war/ist zudem eine sehr präsente, einnehmende Persönlichkeit, kann sehr eloquent und witzig sein

Ja, da kann ich mir gut vorstellen, dass dann was fehlt. Das fällt ja auch auf, wenn so eine Person plötzlich nicht mehr da ist. Bei uns war es halt einfach umgedreht. Und da kann ich auch nachvollziehen, dass es nicht auffällt, wenn so jemand nicht dabei ist. Mir selbst ja auch nicht.

• x 3 #800


Rheinländer
Liebe @mohnblume

Zitat von Mohnblume_:
Und das ist so unfair, ich hab mit nicht ausgesucht, dass ich ihn bis zum Schluss geliebt habe, dass er fremdgegangen ist, mich respektlos und kalt behandelt. Er hat mich vor vollendete Tatsachen gestellt, gibt mir die Schuld an der Trennung und jetzt bin ich dran schuld, dass wir keine Familienfeste mehr feiern können. Ich will mich wirklich nicht bockig anhören, aber das ist zu viel für mich.

Familienfeste gemeinsam begehen ist das eine, aber einen Umgang auf diesen so zu führen , dass die Kinder das gut finden ist etwas ganz anderes.
Von Tag 1 an bis heute, war ich weiterhin auf 90 Prozent sämtlicher Familienfeste. Was mir an dieser ganzen Situation bis heute am meisten leidtut, betrifft eigentlich gar nicht mich selbst, sondern meine Kinder. Ich kann inzwischen damit leben, dass meine Ex-Frau auf Familienfeiern kaum oder gar nicht mit mir spricht. Ob sie mich begrüßt oder verabschiedet, ob zwischen uns mehr als ein Hallo oder Tschüss möglich ist, all das hat für mich personlich längst nicht mehr die Bedeutung, die es vielleicht einmal hatte. Ich bin seit vielen Jahren in einer neuen Beziehung, habe mein eigenes Leben und kann mit dieser Situation umgehen.
Was mir aber wehtut, ist zu sehen, dass meine Kinder damit offenbar nicht so einfach umgehen können. Wenn nach einer Familienfeier Fragen kommen wie „Hat Mama dir eigentlich Hallo gesagt?“ oder „Hat sie sich von dir verabschiedet?“, dann merke ich genau wie sie beobachten, was zwischen ihren Eltern passiert. Und ich weiß aus unseren Gesprächen, dass sie sich eine andere, entspanntere Situation wünschen würden. Nicht, weil ihre Eltern wieder zusammengehören sollen, diese Zeit ist vorbei, sondern weil wir trotz der Trennung immer ihre Eltern bleiben und deshalb zwangsläufig auch in Zukunft immer wieder an wichtigen Punkten in ihrem Leben zusammenkommen werden.
Genau darin liegt für mich eine der langfristigen Folgen einer Trennung nach so vielen gemeinsamen Jahren. Eine Partnerschaft kann beendet und eine Ehe geschieden werden, aber wenn man gemeinsame Kinder hat, lässt sich die gemeinsame Geschichte nicht vollständig voneinander trennen. Sie setzt sich auf eine andere Art fort. Es wird auch in Zukunft immer wieder besondere Momente im Leben unserer Kinder und vielleicht irgendwann unserer Enkelkinder geben, bei denen wir beide Teil dieses familiären Rahmens sein werden. Und bei solchen Momenten sollten eigentlich diejenigen im Mittelpunkt stehen, um die es geht, und nicht die Frage, wie ihre Eltern miteinander umgehen.
Ich hätte meinen Kindern gewünscht, dass wir es schaffen, uns bei solchen Gelegenheiten selbstverständlich und respektvoll zu begegnen. Dafür müssten wir keine Freunde sein, nichts gemeinsam unternehmen und auch unsere Vergangenheit nicht noch einmal aufarbeiten. Für mich würde ein normaler, höflicher und unverkrampfter Umgang vollkommen ausreichen. Dass selbst das offenbar nicht möglich ist, bedaure ich vor allem ihretwegen.
Gleichzeitig bin ich an einem Punkt angekommen, an dem ich akzeptieren muss, dass ich das nicht allein verändern kann. Es hat Gespräche gegeben, auch gemeinsam mit den Kindern, ohne dass sich etwas geändert hätte. Und ich möchte inzwischen auch nicht mehr derjenige sein, der immer wieder versucht, etwas herzustellen, wozu es zwei Menschen braucht. Ich kann nur meinen eigenen Teil beeinflussen und darauf achten, dass von meiner Seite keine zusätzliche Spannung entsteht.
Vielleicht ist genau das für mich das Schwerste daran, zu sehen das die eigenen Kinder unter etwas leiden, das man ihnen gerne ersparen würde und gleichzeitig zu wissen, dass man es nicht allein lösen kann. Damit habe ich mich arrangiert. Gleichgültig ist es mir deshalb aber nicht. Denn wenn mir an dieser Situation heute noch etwas wirklich leidtut, dann nicht das meine Ex-Frau und ich kein Paar mehr sind, sondern dass unsere Kinder die Folgen dieser Trennung bei gemeinsamen familiären Momenten bis heute mittragen müssen.
Leider ist das so.

• x 6 #801


AnnLotta
@Rheinländer

Sorry, das sollte der 🤗 sein.

Ich mag deine Beiträge sehr.

• x 1 #802


M
Zitat von Mohnblume_:
und wenn ich sage, dass es keine gemeinsamen Geburtstage der Kinder mehr geben wird, heißt es „ja, weil du nicht mit ihm reden kannst.“

Da er durch die neue Partnerschaft den Gewinn aus der Situation gezogen hat und emotional anscheinend keinen Verlust verarbeiten musste, kostet es ihn keinerlei Überwindung, dir freundlich zu begegnen.
Wenn du dich nun vollkommen gesund und folgerichtig abgrenzt, instrumentalisiert er diese Grenze und deklariert sie als das eigentliche „Problem“ („Ich habe ja kein Problem mit ihr, sie stellt sich nur so an“). Täter-Opfer-Umkehr
Für manch Außenstehende scheint es zu anstrengend, den "Täter" für sein ehrloses Verhalten moralisch zur Rechenschaft zu ziehen, und üben Druck auf denjenigen aus, der den Schaden erlitten hat. Vom "Opfer" wird verlangt, den eigenen, tiefen Schmerz für die Bequemlichkeit der Kaffeetafel herunterzuschlucken. Wer das verweigert, stört die Kulisse und wird als „anstrengend“ oder „unversöhnlich“ abgestempelt.

Ich weiß auch nicht, wie es künftig bei uns wird mit solchen Anlässen. Mein kleiner Sohn wollte Anfang Mai (drei Monate nach der Trennung), dass der Papa dabei ist. Da die Andere keinen Zutritt hat, stand kein solches Treffen mit ihr zur Debatte. Mein Großer wird Ende September 16 (acht Monate nach der Trennung). Er sieht die Zerissenheit der Familie und findet eine gemeinsame Feier kritisch.

• x 1 #803


M
Zitat von Rheinländer:
Liebe @mohnblume Familienfeste gemeinsam begehen ist das eine, aber einen Umgang auf diesen so zu führen , dass die Kinder das gut finden ist etwas ...

Danke für deine offenen Worte.
du bist ja schon lange an einem Punkt, an dem du dich mit deiner exfrau auf einer Feier aufhalten kannst. Und trotzdem ist es eine belastende Situation für deine Kinder.
Ich kann mir noch nicht vorstellen, mich jemals wieder mit ihm in einem Raum aufzuhalten. Dafür bin ich zu verletzt und zu unsicher. Diese Unsicherheit ist eine Sache, an der ich arbeiten muss. Ich habe das Gefühl ich bin weniger wert, weil ich verlassen wurde und weil die Art und Weise so respektlos war und er nicht über die Folgen nachgedacht hat. Und es tut auch weh, wie leicht er mich ersetzt hat und wie schnell er neue Freundinnen findet und ich alleine bin. Als würde das seinen Standpunkt beweisen. Aber es mischt ja auch keinen Sinn mit einen Mann zu suchen, mit den ich dann völlig überfordert wäre und der Mann hätte das auch nicht verdient. Und ich muss ja lernen alleine glücklich zu sein.

Zu den schulabschlüssen der Kinder war er nicht eingeladen. Weil sich meine Kinder für mich entschieden haben. Ich habe natürlich angeboten, dass er kommen kann und dann komme ich nicht. Ende August ist der Geburtstag meiner Schwiegermutter. Keine Ahnung, wie das dann läuft. Meine Schwiegereltern haben jetzt schon ein schlechtes Gewissen, wenn sie Familientreffen ohne mich machen.

All das, was da in Zukunft kommt - wird so wie du sagst - von der Trennung beeinflusst sein. Mein Mann war immer sehr präsent und daher fällt das jetzt schon auf. Auch wenn alle noch Spaß haben. Und ich möchte nicht, dass die Kinder mir übel nehmen, dass realistisch betrachtet, ich das Problem bin, weil er ja so kalt ist, dass es ihm egal ist ob ich da bin oder nicht und ich der Grund für keine gemeinsamen Treffen bin.

• x 3 #804


M
Zitat von Mohnblume_:
Ende August ist der Geburtstag meiner Schwiegermutter. Keine Ahnung, wie das dann läuft.

Meine Schwiegermutter hat übermorgen Geburtstag. Kurz nach der Trennung tat sie noch so, als würde ich weiter dazu gehören. Dann rief sie nicht wieder an und macht inzwischen Stimmung gegen mich, versucht, den Bruder meines Ex und seine Frau auf ihre Seite zu ziehen. Diese Schwägerin hält nämlich eisern zu mir, weil sie selbst eine Trennung mit Kindern durchmachte, allerdings von ihrer Seite aus, damals ohne neuen Partner. Sie sagte, die Trennung war für sie als Verlassende damals die Hölle, also müsse es in meiner Situation noch schlimmer sein, zumal wenn Kinder dabei eine Rolle spielen. Ihr Mann (der Bruder meines Ex) hat noch ein paar Ausläufer in den Folgejahren miterlebt, wie der ExMann meiner Schwägerin ihr über die Kinder das Leben schwer machte. Mein Ex hat auch solche Tendenzen. Daher halten die beiden zu mir, aber nicht so, dass sie meinen Ex und seine Neue nicht treffen würden (was ich nie verlangen würde). Nur dass sie Rücksicht auf mich und die Jungs nehmen und die Neue erstmal nicht zu eigenen Gelegenheiten einladen. Ich bin dankbar, weil ich zumindest im Trennungsjahr noch alles ohne die Andere erleben möchte. Diesen Respekt erwartete ich auch von meiner Schwiegermutter-seit-20-Jahren.

Tja, mein Ex ist mit der Neuen zum Geburtstag meiner Schwiegermutter eingeladen. Der hat aber Schiss, seinen Bruder zu sehen, den ich ja aufgehetzt hätte. Daher feiert mein Ex mit der Neuen ein anderes Mal. Wenn er sich nicht zurückgezogen hätte, wäre sein Bruder wahrscheinlich ausgeladen worden. Wie meine Jungs da eingeplant sind, weiß ich nicht. Ich bin nicht eingeladen. Und ich gebe mich nicht als Fahrdienst her.

Ich als Mutter könnte zu meinem ehrlosen Sohn halten, und ihm trotzdem sagen, er solle bitte in der ersten Zeit ein bisschen Respekt vor seiner Ehe zeigen.
Diese ganze Situation nervt mich.

• x 4 #805


Liv211
Zitat von Mohnblume_:
Habt ihr das geschafft, den Leuten zu erklären? Und wenn wie?

Ich hab anderen nicht groß was erklärt… wenn was gefragt wurde, dann dass er sich fremdverliebt hat und gegangen ist. Mehr nicht.
Meine allerbesten Freunde wussten wie es mir geht. Ansonsten war ich nicht bereit mit jemandem zu reden.
Also so was wie weitläufigeren neugierigen Nachbarn.

• x 2 #806


Liv211
Zitat von Rheinländer:
Familienfeste gemeinsam begehen ist das eine, aber einen Umgang auf diesen so zu führen , dass die Kinder das gut finden ist etwas ...

Das alles, was Du hier schilderst, kann ich soo sehr unterschreiben.

Erst die letzte Familienfeier war hier entspannt. Und das lag davor nicht an mir, obwohl ich die Verlassene war
(ich war dazu schon vorher bereit, wenn auch nicht zu Anfang) sondern Ex hat sich endlich ziemlich „normal“ benommen, auch mir gegenüber.

Die Kinder waren danach so froh, haben alle gesagt, dass es so schön war.

Da habe ich auch gedacht:
Ex und ich sind getrennt, haben unsere eigenen Leben….
Die Kinder bleiben die „Schnittmenge“, durch sie bleibt man verbunden..
und für sie ist es so viel schöner, wenn zwischen den Eltern ein guter Umgang ist.

Dass das bei euch noch nicht funktioniert, so frisch, ist „normal“, Ihr steckt noch mittendrin.
Ich wünsche euch, dass der Weg aber so gehen wird, dass es - auch wenn es dauert - möglich sein wird.

• x 4 #807


M
Zitat von Mohnblume_:
Diese Diskussion, es mit einem echten Tod zu vergleichen, hatte ich jetzt schon häufiger und es versteht keiner.

Eine Trennung kann schlimmer als der endgültige Tod des Partners sein. Denn der Partner ist ja noch da, tut einem weiterhin weh, lebt sein Leben ohne Rücksicht auf seine Kinder. Wäre er gestorben, wäre er weg, aber könnte einem und den Kindern keine Schmerzen mehr zufügen.
Insofern hinkt der Vergleich. Man kann um viele Dinge trauern - verlorene Freunde, einen verlorenen Partner, Kinder, die sich nicht mehr bei den Eltern melden, Väter, die sich nur noch am Rande für die Kinder interesssieren, Todesfälle ...
Und es gibt keine Richtschnur wie lange es mit dem Abschliessen dauert.

• x 4 #808


E
Liebe Mohnblume,
ich habe in den letzten Tagen noch einmal ein bisschen in deinem Thread gelesen. Auch einige deiner ersten Beiträge. Und wenn man das mit dem vergleicht, was du heute schreibst, sieht man etwas, was man selbst wahrscheinlich nur schwer erkennen kann, wenn man mittendrin steckt:
Du bist schon ein verdammt großes Stück gegangen.
Ich kenne viele deiner Gedanken sehr gut. Auch dieses verzweifelte Suchen nach einer Erklärung dafür, wie ein Mensch, mit dem man einen so großen Teil seines Lebens verbracht hat, plötzlich gehen und scheinbar einfach weitermachen kann.
Irgendwann habe ich für mich verstanden, dass zwei Dinge gleichzeitig wahr sein können.
Eine Trennung kann richtig sein. Vielleicht sogar notwendig. Und die Art und Weise, wie ein Mensch diese Trennung vollzieht, kann trotzdem unglaublich verletzend und falsch sein.
Das eine macht das andere nicht ungeschehen.
Ich glaube inzwischen auch, dass man irgendwann vergeben kann. Vielleicht sogar vergeben sollte schon allein für sich selbst. Weil man sonst einen Teil dieses Menschen und dieser Geschichte ständig mit sich herumschleppt.
Aber vergeben bedeutet für mich nicht verzeihen.
Ich muss nicht irgendwann sagen: „War schon okay, wie das alles passiert ist.“
Nein. War es nicht.
Ich kann akzeptieren, dass es passiert ist. Ich kann akzeptieren, dass ich die Vergangenheit nicht mehr verändern kann. Und ich kann irgendwann meinen Frieden damit machen.
Die Narben bleiben trotzdem.
Das merke ich heute, obwohl mein Leben inzwischen an einem völlig anderen Punkt steht.
Ich habe einen neuen Menschen kennengelernt. Ich liebe wieder. Ich plane eine Zukunft, von der ich vor einigen Monaten nicht einmal wusste, dass es sie geben könnte. Ich verlasse Berlin und beginne in der Schweiz tatsächlich noch einmal ein komplett neues Kapitel meines Lebens.
Und trotzdem ist die alte Geschichte nicht einfach verschwunden.
Sie taucht manchmal in den merkwürdigsten Situationen wieder auf.
Ein stiller Tag. Weniger Nachrichten. Eine kleine Veränderung im Verhalten des anderen. Situationen, die eigentlich völlig harmlos sind und trotzdem irgendeine Erinnerung in einem wachrufen.
Und plötzlich meldet sich dieser kleine Gedanke:
Was, wenn es wieder passiert?
Was, wenn ein Mensch heute noch sagt, dass er mich liebt, und morgen ist alles anders?
Was, wenn ich wieder nichts bemerke?
Was, wenn ich wieder einfach ausgetauscht werde?
Ich glaube, genau das sind die Narben, die so eine Trennung hinterlässt.
Und ich glaube nicht mehr, dass ich sie unbedingt loswerden muss.
Ich muss nur lernen, sie von meiner Gegenwart zu unterscheiden.
Der Mensch, der heute vor mir steht, ist nicht der Mensch, der mich damals verletzt hat. Eine stille Nachricht bedeutet nicht automatisch Rückzug. Ein schlechter Tag bedeutet nicht das Ende einer Beziehung. Nähe kann schwanken, ohne dass Liebe verschwindet.
Aber dieses Vertrauen kommt nicht auf Knopfdruck zurück.
Es wächst langsam.
Durch Gespräche. Durch Offenheit. Dadurch, dass man irgendwann den Mut hat zu sagen: „Das macht gerade etwas mit mir“, anstatt alles mit sich selbst auszumachen.
Und vor allem durch viele kleine Erfahrungen, bei denen das passiert, wovor man Angst hat, nämlich nichts.
Der andere bleibt.
Ich glaube, das ist etwas, was ich aus meiner eigenen Geschichte mitgenommen habe: Vertrauen entsteht nach so einer Erfahrung nicht dadurch, dass man beschließt, wieder zu vertrauen. Es entsteht dadurch, dass ein anderer Mensch einem über lange Zeit zeigt, dass man es kann.
Vielleicht wird deshalb auch die Vergangenheit nie vollständig verschwinden.
Aber sie wird blasser.
Am Anfang wacht man morgens auf und sie ist der erste Gedanke. Man trägt sie durch den ganzen Tag und nimmt sie abends mit ins Bett.
Irgendwann gibt es einen Vormittag, an dem man nicht daran gedacht hat.
Dann einen Tag.
Irgendwann mehrere.
Und irgendwann passiert etwas ganz Merkwürdiges: Man schaut zurück und erkennt zwar noch genau, was passiert ist und wie weh es getan hat, aber man fühlt es nicht mehr mit derselben Wucht.
Die Narbe ist noch da.
Aber die Wunde ist geschlossen.
Und vielleicht ist genau das Heilung.
Nicht vergessen.
Nicht alles verzeihen.
Nicht so tun, als hätte es diese 30 Jahre und dieses Ende nie gegeben.
Sondern irgendwann sagen können:
Das war ein Teil meines Lebens. Ein sehr großer sogar.
Aber es ist nicht der Rest meines Lebens.
Und wenn ich deine ersten Beiträge mit dem vergleiche, was du heute schreibst, dann glaube ich, dass du längst auf diesem Weg bist, auch an den Tagen, an denen es sich überhaupt nicht danach anfühlt.
Manchmal sieht man erst mit etwas Abstand, wie weit man eigentlich schon gegangen ist.

Einfach Tim

• x 11 #809


AnnLotta
@EinfachTim

Hallo Einfach Tim, 🌸
ich finde deinen Beitrag sehr schön und er macht Mut. Danke dafür 🌸

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