Athamos
Mitglied
- Beiträge:
- 39
- Themen:
- 1
- Danke erhalten:
- 59
- Mitglied seit:
Tja, wo fange ich an. ich bin jetzt 49. Früher dachte ich immer, in diesem Alter hätte man alles erlebt, wäre abgeklärt, Liebeskummer wäre etwas worauf man mit einem Lächeln und Gedanken an frühere Zeiten zurückdenkt, aber Pustekuchen. Wenn es einen erwischt, dann erwischt es einen. Egal, ob da Jahre Beziehung waren, Monate oder Wochen.
Ich bin zutiefst verstört, traurig und gerade am Ende. Alles dreht sich um die Frage: War es das jetzt?. ich fang einfach mal an.
Meine letzte richtige Beziehung ist fast 10 Jahre her. Ich brauchte damals lange um es zu verarbeiten und habe am Anfang ein paar Dates gehabt, aber gemerkt, dass ich nichts an mich ranlassen konnte (oder wollte). Irgendwann hatte ich die Daterei satt und mich als Single eingerichtet. Glücklich. war ich vielleicht nicht immer. Aber zufrieden. Ich konnte leben ohne zu leiden, auch ohne Partner.
Damals, bei den Dates, da gab es eine Frau die mich tief berührt hat. Sie hatte sich in mich verliebt, aber ich konnte wie gesagt damals nicht. Ich hab dann noch ca. 6 Monate später mitbekommen dass sie jemanden kennengelernt hat. Wir hatten seitdem keinen Kontakt mehr, waren aber über FB befreundet.
Im Dezember schrieb sie mich an. Wie es mir ginge, ob ich noch wüsste wer sie sei. Natürlich wusste ich das. Sie erzählte mir von ihrer Ehe, dass sie sich getrennt hätte, bald ausziehen würde, sie hätte eine 4-jährige Tochter. Wir telefonierten. Wir telefonierten täglich. stundenlang. Wir trafen uns, wir landeten im Bett, wir trafen uns nochmal, mit Übernachtung, sie strahlte mich an, sie gab mir das Gefühl ihre lange vermisste große Liebe zu sein. Ich ließ mich auf sie ein.
Ich lernte ihre Tochter kennen, sie mochte mich, ich mochte Sie. Wir machen Ausflüge zu dritt, meine Wohnung wurde mit Spielzeug und einem kleinen Bett "umdekoriert". und ich und meine Freundin, von der auch ich jetzt dachte (warscheinlich viel zu schnell) sie wäre die einzig richtige begannen, Zukunftspläne zu schmieden.
Meine Freundin zog dann um vor 8 Wochen. Die kleine soll am neuen Wohnort (70km entfernt von mir) ab August in den neuen Kindergarten. Meine Freundin gab mir das Gefühl: Mit dir will ich alles...wir schaffen alles. Wie oft habe ich nachgefragt: Bist du dir sicher?. Ich sagte dann: Wenn die kleine in den neuen Kindergarten geht, dann wird es so schwer mit dem Umzug, dann hat sie Freunde an deinem neuen Wohnrt. Sollen wir es versuchen, jetzt? Ich wurde angestrahlt. Und ich begann zu planen und umzusetzen...und fühlte mich merkwürdig alleine dabei...
Jetzt muss ich sagen, dass ich sehr (sehr sehr) feine Antennen habe und ein Bauchgefühl, dass zwar meistens stimmt, aber extrem früh anspringt. Die Stimmung wurde in den letzten Wochen immer schlechter. "Was ist los, worüber denkst du nach?" "Nichts, alles ist in Ordnung".
Und jetzt ist es eskaliert. Am Mittwoch war die Kleine bei ihrem Vater. Freitag hat sie mich nicht mehr angeguckt, Samstag wollte ich reden und habe Fragen gestellt (das muss man doch, wenn man soviel ändern will. gemeinsam). Samstag hat sie sich zurückgezogen und heute sagte sie: "Meine Gefühle sind hinter einer Mauer, ich kann die Verliebtheit nicht mehr sehen". und "ja, du hattest Recht, ich hab Torschlußpanik seit ein paar Wochen wegen dem Umzug". und der Klassiker "ich bin schlecht für dich, ich mache dich kaputt".
Ich hab alles von ihr und der kleinen gepackt, es zum Auto gebracht, wir haben geweint, uns sagt dass wir uns lieben und sie ist gefahren. Ich stehe hier und kann nicht mehr.
So lange Single, auf einmal ein Gefühl von wirklicher Zukunft. und zurück ins Singleleben dass sich nicht mehr anfühlt wie vorher.
PS.: Ich bin jetzt nicht auf alles eingangen, z.B. warum keine Fernbeziehung (erstens sagte sie sie kann das nicht, zweitens arbeitet der Vater im Schichtdienst und kann die kleine nur unregelmässig nehmen). Und die Tochter war natürlich nicht dabei heute...nur zur Info.
Danke fürs Lesen und euch einen schönen Tag
