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Glaube mir, ich würde gerne damit aufhören und ich finde selber, dass es nichts bringt und verstehe einfach nicht, warum ich es nicht wegdrücken kann. Ich hasse mich selber dafür, weil ich es nicht kontrollieren kann. Es ist mir so peinlich
Scheinbar ist "wegdrücken" nicht der richtige Weg. Diese Gefühle sind auch nicht peinlich. Es sind Botschaften aus deinem Inneren, du solltest ihnen Beachtung schenken, sie gehören zu dir. Statt dich selbst zu hassen, könntest du dir doch auch liebevolle Zuwendung zukommen lassen: Was könnte dir gut tun? Vielleicht dein Körpergefügl verbessern, indem du Sport betreibst? Im Gym deinen Body stählen, oder durch den erwachenden Frühling joggen? Dir einen neuen Style verpassen? Deine Fähigkeiten neu Schulen, oder neue Talente in dir entdecken: Musik, Malen, Kochen, ..... . Gib deinem Kontrollbedürfnis mal einen Tritt, und sage dir, dass jetzt andere Dinge deines Wesens und Charakters deiner Aufmerksamkeit bedürfen.
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x 4#31
Scheol Mentor
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@reader001
Zitat:
Glaube mir, ich würde gerne damit aufhören und ich finde selber,
Bei dem Thema heilt nicht die Zeit alle Wunden.
Zitat:
dass es nichts bringt und verstehe einfach nicht, warum ich es nicht wegdrücken kann
Das ist das Problem bei Trauma das es in zu kurzer Zeit , zu viele extreme Dinge passieren wo die Person keine Ressource , Möglichkeiten , Werkzeug ( Wissen , Techniken ) hat um dieses Ereignisse zu verarbeiten.
Zitat:
Ich hasse mich selber dafür, weil ich es nicht kontrollieren kann. Es ist mir so peinlich.
Trauma kann man nicht einfach so kontrollieren und stoppen.
„Ein Ereignis und ein Gefühl ist nicht abkoppelbar! Man lernt nur damit umzugehen“!
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x 3#32
A
Warum hört es nicht auf ?
x 3
R
reader001 Mitglied
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Zitat von GreenTara:
Was könnte dir gut tun? Vielleicht dein Körpergefügl verbessern, indem du Sport betreibst? Im Gym deinen Body stählen,
Sport ist eine der wenigen Sachen, die mir noch Spaß machen. Manchmal gehe ich auch tanzen, trinke dann viel zu viel, verhalte mich teilweise riskant. Meine Arbeit gibt mir auch Halt. Alles könnte eigentlich gut sein, wenn da dieses Trauma nicht wäre
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x 1#33
R
reader001 Mitglied
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Zitat von Scheol:
Trauma kann man nicht einfach so kontrollieren und stoppen.
„Ein Ereignis und ein Gefühl ist nicht abkoppelbar! Man lernt nur damit umzugehen“!
Du meinst, es wird bleiben? Nicht einfach auflösen, wenn ich es integrieren kann? Ich habe vor kurzem lucid geträumt und bin dort meiner Ex-Frau im Traum begegnet. Sie hatte ein Hochzeitskleid an und einen Sonnenkranz. Sie ist erschrocken, als ich auf sie zugegangen bin im Traum. Nach diesem Traum dachte, ich wäre innerlich weitergekommen. War aber nicht so.
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#34
A
Akelei76 Mitglied
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Zitat von reader001:
Sie hat mich wegen eines anderen nach über 20 Jahren Ehe von heute auf morgen verlassen. Obwohl wir (bis heute) keinen Rosenkrieg führen, war die Trennungsphase traumatisch für mich, weil ich mir immer sicher war, dass wir bis ans Lebensende zusammenbleiben werden. Außerdem habe ich Schuldgefühle gegenüber meinen Kindern deshalb.
Sowas kann in seiner Plötzlichkeit traumatisieren.
Würdest du sagen, dass du die Trennung akzeptiert hast? Konntest du damals aussprechen, ihr gegenüber, wie es in dir aussieht?
Kannst du mit deinen Kindern sprechen?
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#35
S
Sincerite Mitglied
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@reader001 Erst einmal finde ich es wirklich gut, dass du schon mal zu deinem Alter stehst. Ich finde es außerdem mittlerweile wichtig, dass ich zu mir, zu meinem inneren Erleben stehe und ihm mit Achtung und Mitgefühl begegne. Als Kind habe ich emotionale Vernachlässigung erlebt, nicht immer, aber oft. Mein Inneres war nicht wichtig und nicht erwünscht. Es hat gestört. Es sollte anders sein. Die Auswirkung war, ich habe meine Gefühle unterdrückt. Damit habe ich mir das Leben abgeschraubt. Das Weinen liegt ganz nah bei dem Lachen. Als ich mich damals für das Fühlen entschied, habe ich Jahre geheult. Es kam alles hoch und alles durcheinander. Aber ich habe meine Gefühle nicht bewertet nach gut oder schlecht. Gefühle sind nur Gefühle und sie sind endlich. Ich versuche sie in Worte zu fassen. Und wenn ich oder jemand anderes genau das Wort für ein bestimmtes Gefühl trifft, hört es plötzlich auf und es kehrt Ruhe ein. Nach meiner Exbeziehung habe ich auch Monate geheult. Teilweise war der Schmerz so stark, dass es sich so anfühlte, als ob ich in die Knie gehe. Und immer, wenn ich erkannte, dass es ein altes Kinderfühl war, hat es sich beruhigt. Jetzt kann ich an alles denken, ohne dass noch so lange und intensive Gefühle dabei sind. Jetzt kann ich in normalem Maß fühlen und gleichzeitig denken. Manchmal kommen starke Gefühle aber kurz. Ich kann dein Weinen verstehen. Es ist alles zusammen gebrochen. Das hast du nicht gewollt. Aber vielleicht trägst du auch deinen Anteil daran. Auch zu seinen Fehlern muss man stehen und die Verantwortung dafür und für die Konsequenzen übernehmen. Das Wiedergutmachen gehört auch dazu. Das gibt mir auch innere Stabilität. Ohne Fehler und Schmerzen kommt niemand durch dieses Leben. Wenn Gott gewollt hätte, dass wir perfekt sind, dann hätte er uns perfekt gemacht. Das Wort Fehler kommt für mich übrigens nicht von dem Wort "falsch" sondern von dem Wort "fehlen". Irgendetwas hat gefehlt. Deine Gefühle brechen plötzlich durch. Aber wenn du für sie bereit wärst und sie als Teil von dir achten könntest, müssten sie sich vielleicht nicht mehr mit so viel Wucht ein Weg bahnen, sondern sie könnten ruhiger fließen und würden in Liebe angenommen. Ich weiß nicht, ob ich es getroffen habe. Vielleicht hilft dir das ein wenig.
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x 3#36
Worrior Mitglied
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@reader001 Gelegentliche Flashbacks werden immer da sein. Was war das war und wir können es nicht ungeschehen machen. Da kommt etwas Wehmut, Melancholie, Trauer, vielleicht auch Unmut oder Wut. Aber es werden Minuten oder Sekunden sein, es wird nicht Dein Leben bestimmen oder Deine Lebensfreude und Lebensqualität negativ beeinflussen. Wir sind nicht nur unsere Gefühle und Emotionen, wir haben die Macht zu handeln. Wir müssen uns nicht davon hin- und herreißen lassen wie ein Dreijähriger an der Supermarktkasse.
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x 2#37
R
reader001 Mitglied
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Zitat von Akelei76:
Würdest du sagen, dass du die Trennung akzeptiert hast? Konntest du damals aussprechen, ihr gegenüber, wie es in dir aussieht?
während der Trennung hatte ich keine klare Einstellung zu ihr und habe mehrere Gefühle gleichzeitig gehabt. Hauptsächlich geschockt und Schmerz. Sie war fremdverliebt und war nicht wiederzuerkennen. Manchmal denke ich, ich hätte ihr einfach sagen sollen, dass ich sie liebe, aber ihre Liebe zu mir war weg. Wrsl. habe ich gespürt, dass es nichts bringen würde. Ich war total ohnmächtig, vollkommen machtlos. Ihre plötzliche Kälte hat mich total geschockt. Vor allem auch, dass diese Kälte nicht endete. Egal, was ich versucht habe, sie hat mir nur Vorwürfe gemacht. Im Rückblick erscheint es, als wäre das alles in drei Tagen passiert. Ich verstehe auch nicht warum ich sie noch liebe. Ich will sie nicht mehr lieben, weil ich denke, dass es mir dann endlich egal. Wir haben auch nicht viel Kontakt, nur das Nötigste. Ich verstehe nicht, warum ich sie nicht luslassen kann. Ich will es. Ich will endlich frei sein!
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x 3#38
Sonnenschein85 Mentorin
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Zitat von reader001:
während der Trennung hatte ich keine klare Einstellung zu ihr und habe mehrere Gefühle gleichzeitig gehabt. Hauptsächlich geschockt und Schmerz. ...
Du wirst irgendwann loslassen..nur wahrscheinlich machst du dir selbst viel Druck. Du weißt rational schon das es nichts bringt ihr nachzutrauern. Doch das Herz braucht länger um loszulassen. Ich finde aber, du machst das schon gut. Vielleicht wird es im Sommer einfacher. Gutes Wetter, viel draußen....
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x 3#39
A
Akelei76 Mitglied
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Zitat von reader001:
Ich verstehe nicht, warum ich sie nicht luslassen kann.
Vielleicht, weil du nie die Möglichkeit hattest, dich zu trennen. Vielleicht, weil du dich nicht gesehen gefühlt hast, vielleicht, weil du nie der Adressatin deine Gefühle ausdrücken konntest vor lauter Schock und Vorwürfen.
Oder vielleicht, weil du durch den Schock die Phasen der Trennung nicht fühlen konntest?
Spür mal rein.
Seid ihr schon geschieden? Wenn nein, warum nicht?
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x 3#40
S
Sincerite Mitglied
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@reader001 Alles, was man nicht will, zieht man in sein Leben. Es sind doch nur Gefühle. Du bist trotzdem frei. Von jetzt auf gleich bricht das ganze Leben weg. Ich finde es normal, dass da noch immer wieder Schmerz hochkommt. So wie du das schreibst, erinnert mich das eher an Wut. Die ist gerechtfertigt. Aber du richtest sie gegen dich. Wut ist ok, wenn man damit verantwortungsvoll umgeht. Trauerarbeit vollzieht sich nach Kübler-Ross in fünf Stufen aber nicht schön geordnet nacheinander. Man quält sich da hindurch zedernd, um sich schlagend, mal vor, mal zurück. verdrängen Wut feilschen trauern akzeptieren, annehmen
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x 1#41
mokka_23 Mitglied
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Zitat von reader001:
Ich verstehe auch nicht warum ich sie noch liebe. Ich will sie nicht mehr lieben, weil ich denke, dass es mir dann endlich egal. Wir haben auch nicht viel Kontakt, nur das Nötigste. Ich verstehe nicht, warum ich sie nicht luslassen kann. Ich will es. Ich will endlich frei sein!
Für mich hört sich das auch nach einem schweren Trauma und einer komplizierten Trauer an (complicated grief), bei welcher die Trauer länger dauert und sich die Gefühle nicht verändern. Deshalb würde ich dir auch raten, das mit professioneller Hilfe anzugehen. Ich glaube, es ist ganz wichtig, dass du deiner Trauer Raum gibst, aber dass du sie zeitlich und räumlich begrenzt. Ich habe zum Beispiel für mich und meine Kinder eine kleine hellblaue Figur aus einem Buch für Kinder über Trauer nachgebildet und ihr ein Haus gebaut. Wenn meine Kinder und ich wegen der Trennung traurig sind, schreiben wir der Figur, die heisst Frau Traurigkeit, kleine Briefe und geben sie ihr. Und manchmal lesen wir die Briefe später. Vielleicht findest du auch für dich ein Trauerritual in der Art, das dir ermöglicht, die Trauer bewusst zu Leben und nicht nur zu erleiden.
@reader001 Ich habe da noch ein Frage, aber du musst nicht antworten, wenn du nicht willst. Welche Vorwürfe hat sie dir gemach? Kannst du diese nachvollziehen oder sind sie haltlos?
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#44
S
Sincerite Mitglied
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@mokka_23 Das ist wirklich eine gute Idee! Frau Traurig wirkt auf mich warmherzig.