Zitat von MissLilly:Was stimmt mit einigen Menschen nicht und warum sieht man nicht, dass die einzig TATSÄCHLICH Leidtragenden die Kinder sind, weil sie weder ein Mitspracherecht haben, noch in der Lage dazu sind sich gegen die Entscheidungen ihrer Eltern zur Wehr zu setzten.
Es gibt viele, sehr viele Menschen, die äußerlich erwachsen sind aber innerlich oft noch sehr unreif. Sie sind auf einem emotionalen Entwicklungsstand der nicht unbedingt der Verantwortung entspricht, die sie übernehmen.
Das betrifft in der ein oder anderen Ausprägung JEDEN Menschen. Niemand ist so perfekt gereift, dass er die optimale Übernahme von ständiger Selbst- und Fremdverantwortung gewährleisten kann.
Zudem führt diese emotionale Unreife auch bei vielen Erwachsenen zu einer sehr starken eigenen Bedürftigkeit. Diese Menschen sind immer zuerst bei ihren eigenen Themen und Bedürfnissen. Egal ob es um Partnerschaft, Affäre oder Kindererziehung geht, sie haben die Bedürfnisse ihrer Mitmenschen weniger im Blick als ihre eigenen. Sie können gar nicht anders, weil sie eben eigene starke Entwicklungsdefizite haben. Das kann durchaus auch Menschen betreffen die z. B. beruflich fest im Sattel sitzen, und nicht nur die RTL-2-Real-Family-Gestalten, bei denen das halt sofort offensichtlich ist.
Um da jetzt mal den Bogen zu deiner Frage zu schlagen, wieso Affären das Kindeswohl womöglich gefährden:
Keine Affäre als solche gefährdet ein Kindswohl. Eine Trennung der Eltern als solche übrigens auch nicht. Wenn etwas das Kindswohl in der Familie beeinträchtigt, ist es in der Regel immer der Umgang der Eltern untereinander bzw. ein direkter schädlicher Umgang der Eltern mit dem Kind. Also jedesmal Dinge, deren Verantwortung
ausschließlich bei Mutter und Vater liegt und nicht bei Dritten, nicht beim Nachbarn, Lehrer oder Affärenpartner.
Für das Kindeswohl ist letztlich immer die
Elternebene entscheidend und nicht die
Paarebene. Das zu trennen fällt aber vielen Menschen extrem schwer, weil unsere Idealvorstellung natürlich immer noch die Mama-Papa-Kind-Kernfamilie ist.
Man muss das aber trennen. Die Fähigkeit, ein gutes Elternteil zu sein, ist nämlich nicht an die Fähigkeit gekoppelt ein treuer Ehepartner zu sein. Jemand kann alleinerziehend ein erstklassiger Elternteil sein. Jemand kann seinen Partner jahrelang in der Ehe systematisch hintergehen und trotzdem seinen Kindern der tollste Elternteil sein. Er kann sogar trotzdem ein ganz toller, präsenter, liebevoller Ehepartner sein (weswegen viele Menschen ihren Partnern ein paar Eskapaden nach langjähriger Beziehung recht leicht verzeihen oder womöglich sogar gönnen können).
Nimmt man übrigens das von dir angemahnte Level der erweiterten (gesellschaftlichen) Verantwortung, mit der du versucht hast die Verantwortung für die Kinder den Affärenpartnern zuzuschieben, gäbe es das von dir beschriebene Problem in der Form gar nicht. Dann wären nämlich gar nicht erst Mama und Papa mit gefälligst funktionierender Paarbeziehung allein zuständig fürs Seelenheil des Kindes, sondern das "ganze Dorf" mit allen - Großeltern, Tanten, Onkel, Nachbarn, Freunde... das Zusammenleben als steinzeitliche Sippe ermöglicht problemlos wechselnde Paarebenen und zugleich verlässliche, stabile Elternebene und dürfte am ehesten der natürlichen Sozialstruktur des Menschen entsprechen. Da sind wir nur halt ziemlich weit von entfernt in unseren modernen Gesellschaften.
Zitat von MissLilly:sowie den Beihilfe leistenden
