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Was ist mit den Kindern?

MissLilly

MissLilly

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Hallo liebes Forum,

ich lese und schreibe nun seit einigen Monaten hier mit. Insbesondere in den Affären Threads konnte ich mich irgendwann nicht mehr des Eindrucks erwehren, dass wenn man auch nur einen einzigen Beitrag davon gelesen hat, praktisch alle gelesen hat
Da es aber nun einmal ein sensibles Gefühlsthema ist, werden Betroffene jedweder Konstellationen ( also egal ob AF/AM oder EF/EM) nicht müde auf die Einzigartigkeit ihres "Falls" hinzuweisen und sich nicht nur für ihre Gefühle, sondern auch für die daraus resultierenden Handlungsweisen, teilweise mit voller Inbrunst, zu rechtfertigen. So weit so gut und für mich (insbesondere emotional) auch alles verständlich.
Sind allerdings Kinder in den diversen Geschichten involviert, nimmt mein Verständnis für so manche Art sich zu benehmen schlagartig ab.
Damit plädiere ich nun nicht dafür, sich sein ganzes Leben lang an einem Menschen zu geißeln, nur weil man Kinder zusammen hat. Ich bin lediglich erschrocken darüber, wie das Wohl der Kinder im Eifer der persönlichen Gefühle (gilt sowohl für den Betrügenden, als auch den Betrogenen, sowie den Beihilfe leistenden) vollkommen aus dem Fokus gerät oder schlimmer noch, deren mögliche Blessuren, die durch das Verhalten ihrer vermeintlich erwachsenen Schutzbefohlenen entstehen, teilweise haarsträubenden Rechtfertigungen unterliegen.
Besonders schlimm finde ich Kommentare wie :,, Naja, du musst aber auch mal an dich denken, denn die Kinder sind ja eines Tages erwachsen und aus dem Haus."
Natürlich sind und werden sie das eines Tages und auch dürfte klar sein, das nichts im Leben ewig währt!
Ich bin vielmehr immer wieder erstaunt wie viele Menschen glauben, dass eine gelungene Erziehung von Kindern und deren glückliche Kindheit darin besteht, wenn ihnen Mutter und / oder Vater ein warmes Dach über dem Kopf bieten, ihnen ausreichend Nahrung und Körperhygiene zukommen lassen, ab und an mit ihnen spielen, Trost spenden wenn sie hinfallen und sich verletzten, sie bei Hausaufgaben unterstützen, ihre Geburtstage schön ausrichten und ihnen zum zu Bett gehen eine gute Nacht Geschichte vorzulesen.
Für mich persönlich gehört aber noch weitaus mehr dazu, um das Ziel erreichen zu können - das ist es zumindest was ich mir für meine Tochter und mein noch ungeborenes Kind wünsche- nämlich sie eines Tages in ein selbständiges Leben zu entlassen, indem sie sich im Umgang mit anderen Menschen sicher und angekommen fühlen können!
DAS ist aus meiner Sicht zwar die größte Herausforderung wenn man sich für Kinder entscheidet, aus meiner Sicht aber auch zeitgleich die emotional erfüllenste.

In diesem Sinne muss ich bei allem Verständnis für die eigenen Gefühle, dennoch oftmals fragen, wie Menschen allgemein es schaffen können sich Kindern gegenüber so verhalten?!
Und damit meine ich wirklich alle Beteiligten einer 3er Konstellation.
Wenn ich hier so manche Sprüche seitens von AF´s lese a la: ,,Ja, der hat zwar ein Kind, ist aber nicht meine Baustelle, muss er selbst klären. ", dann ist das zwar augenscheinlich sicher richtig, aber dennoch frage ich mich ob wir nicht auch als Gesellschaft eine gewisse Mitverantwortung für Kinder tragen. Ich meine wenn wir z. B sehen, dass ein Kind auf der Strasse bedroht oder verprügelt wird, dann geht doch wohl hoffentlich auch keiner ignorant vorbei und denkt sich:,, ist nicht mein B.."
Ebenso gilt das auch für EF/EM die es sich aufgrund des tiefen Schmerzes zur Aufgabe machen, ihre Kinder gegen den "Betrüger" zu instrumentalisieren oder ganz im Gegenteil klein beigeben und still vor sich hin leiden, nur weil sie Angst vor der Eigenständigkeit haben und das dass mit dem Kindeswohl rechtfertigen.
Und last but not least der Betrügende selbst, denn da sind die Rechtfertigungen so dermaßen vielfältig , dass ich die schon gar nicht mehr aufzählen kann.

Ich frage mich daher : Was stimmt mit einigen Menschen nicht und warum sieht man nicht, dass die einzig TATSÄCHLICH Leidtragenden die Kinder sind, weil sie weder ein Mitspracherecht haben, noch in der Lage dazu sind sich gegen die Entscheidungen ihrer Eltern zur Wehr zu setzten.

Wie denkt ihr darüber oder wie sind eure Erfahrungen damit?

09.06.2020 07:38 • x 12 #1


bifi07

bifi07


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Ich habe auch nie verstanden, wieso die Kinder von der einen oder anderen Seite beeinflusst werden.
Als mein heutiger Ex mir damals seine außereheliche Beziehung! beichtete, bin ich nie auf den Gedanken gekommen, ihn vor den Kindern schlecht zu machen oder ihnen abzuraten, sich mit ihm (nach der Trennung) zu treffen. Obwohl beide da schon erwachsen waren, haben sie genug gelitten.
Es ist sicher noch mal eine ganz andere Hausnummet, wenn es um kleine Kinder geht, aber auch da hätte ich sicher nicht viel anders reagiert. Allerdings gehören zu einem fairen und liebevollem Umgang immer zwei, bzw. drei!

09.06.2020 08:01 • x 6 #2



Was ist mit den Kindern?

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unbel Leberwurs.


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Lilly, kaum einer kann Dir hier widersprechen, aber mit diesen Gedanken wirst Du gleichzeitig keine Affären oder Betrug verhindern.

Da kannst Du auch für den Weltfrieden plädieren, den will auch jeder...

09.06.2020 08:03 • x 10 #3


bifi07

bifi07


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Zitat von unbel Leberwurst:
Lilly, kaum einer kann Dir hier widersprechen, aber mit diesen Gedanken wirst Du gleichzeitig keine Affären oder Betrug verhindern.

Da kannst Du auch für den Weltfrieden plädieren, den will auch jeder...

Das stimmt, denn jeder reagiert so, wie er meint, dass es richtig ist.

09.06.2020 08:05 • x 1 #4


MissLilly

MissLilly


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Zitat von unbel Leberwurst:
Da kannst Du auch für den Weltfrieden plädieren, den will auch jeder...


Der war echt gut )))

Zitat von unbel Leberwurst:
aber mit diesen Gedanken wirst Du gleichzeitig keine Affären oder Betrug verhindern.


Mit ging es weniger um das verhindern, sondern vielmehr um den Umgang damit...sprich, also wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist...

09.06.2020 08:06 • x 2 #5


Kummerkasten007

Kummerkasten007


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Es ist doch eigentlich unerheblich, ob eine Affäre läuft oder ob man aus welchen Gründen auch immer, eine Pflicht-/Zweckehe aufrecht erhält, wenn Kinder da sind.

Ich z.B. kann es einfach nicht verstehen wie Mann/Frau auch nur annährend denkt, dass Kinder nichts von den unterschwelligen Spannungen mitbekommen; dass sie nicht genau bemerken, wie die Eltern miteinander umgehen. Und sich dann Jahre später wundern, warum die Tochter, der Sohn irgendwie ständig verkorkste Beziehungen hat.

Das Instrumentalisieren von Kindern, um jemanden eins auszuwischen, ist für mich jenseits von Gut oder Böse. Da würde ich mir wünschen, dass Kinder viel mehr Mitspracherecht bei Trennungen hätten. Ich glaube, in anderen Staaten ist es möglich, dass Kindern in solchen Situationen Anwälte zur Seite gestellt werden. Wäre hier auch wünschenswert.

09.06.2020 08:09 • x 6 #6


Marinella


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Ich sehe das etwas anders. Du bist nicht nur mutter oder vater sondern auch mensch. Dass ein dreieck nicht gut und richtig ost, ist unumstritten. Dennoch kann es passieren, dass du in so eine situation gerätst. Oder in eine andere, die dich zwischen wissen und gefühl machtlos ist. Wer von sich behaupten kann alles in der erziehung richtig gemacht zu haben lügt. Das geht nicht. Für mich gehört es dazu meine kinder auch darauf vorzubereiten, dass das leben eben nicht immer rosa ist. Was nicht bedeutet, dass eltern sich gegenseitig oder die kinder aufhetzen , sie in ihre beziehungen involvieren sollen oder was auch immer. Dennoch müssen auch kinder damit leben lernen, dass ihre eltern nur menschen sind, gefühle haben und menschlich auch mal falsche Entscheidungen treffen, solange diese nicht auf dem rücken der kinder ausgefochten werden

09.06.2020 08:16 • x 10 #7


Kummerkasten007

Kummerkasten007


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Zitat von Marinella:
sie in ihre beziehungen involvieren


Sind sie nicht schon involviert, wenn ihnen liebloses miteinander umgehen vorgelebt wird?

09.06.2020 08:18 • x 4 #8


MissLilly

MissLilly


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Ich persönlich finde das es um Verantwortlichkeit geht und nicht darum seine Kinder in irgendeiner Art durch vermeintlich "wohlwollende Lügen" beschützen zu wollen...Ich verstehe einfach nicht, warum Eltern es nicht schaffen sich einzig und allein im Sinne ihrer Kinder mit diesen gemeinsam hinzusetzen und ihnen aufzeigen, wie man sich aus einer emotional ziemlich desolaten Situation vernünftig und im Sinne aller Beteiligten löst bzw. damit umgeht.
Vielmehr ist allerdings zu beobachten, dass man immer nur die Schuld auf den anderen schiebt, in dem man ständig sein eigenes Verhalten ausschließlich vom Verhalten des anderen abhängig macht ...und damit, so finde ich persönlich, sollte irgendwann einmal Schluß sein!

09.06.2020 08:35 • x 3 #9


Marinella


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Finde ich nicht. Ich lese hier wenig darüber, besonders in den affärenthreads wie mit den kinder ungegangen wird.
Denn hier liest man ja meist nur von einer seite.

Na klar sind sie involviert, wenn die eltern lieblos miteinander sind, sich trennen, sich betrügen. Ganz kann man das nicht verhindern.
Und natürlich wäre ein offener umgang wünschenswert.
Aber... es gibt eltern die meinen hauptsache zusammen, den kindern bleibt so eine trennjng erspart. Und es gibt eltern wie mich, die sagen, durch die trennung kommen sie schon durch, wenn die eltern sich nicht zerhackstücken und danach glücklicher sind.

Aber wer will da von außen sagen welcher weg richtig ist?

Einige kinder sagen später gott sei dank haben sich meine eltern getrennt, andere sagen wären sie mal zusammengeblieben.

Ehrlich und authentisch mit den kindern ider unheil generell fernhalten?! Wer will da den schiedsrichter machen und sich anmaßen anderen zu sagen was gut für ihre kinder ist?

Sich zerhackstücken natürlich nicht.

09.06.2020 09:14 • x 5 #10


EngelohneFlügel

EngelohneFlügel.


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Interessantes Thema.....
Ich glaube das hängt eben vom eigenen Charakter ab wie jeder gestrickt ist. Richtig oder falsch......das definiert jeder anders. Wenn ich mich mal her nehme. Meine NF hat sich getrennt weil sie mit dem Familienleben und ihrem eigenen Leben wohl etwas auf Kriegsfuß steht. Natürlich nach Außen bin ich einfach nur der Böse der alles kaputt gemacht hat, wie auch immer denn wirklich reden wollte sie ja nicht.

Aber jetzt zu unseren kleinen Kindern. Bei uns gibt es bisher keine neuen Partner und ein Dritter war auch soweit bekannt nicht in die Trennung involviert. Was meine NF diesbezüglich nun macht, das ist ihre Sache und da habe ich mich auch nicht einzumischen solange es nichts mit den Kindern zu tun hat.
Ich selber halte es einfach, bei mir gibt es keine neue Partnerin solange die Kinder klein sind. Fertig. Das versteht kaum jemand weil viele sagen, du mußt dir doch was neues suchen usw.....nein, will ich nicht. Weil ich nicht weiß was die Mutter der Kinder noch für Spinnereien entwickelt bleibe ich momentan einfach Papa für meine Kinder. Da hätte eine neue Partnerin auch keinen Platz. Den schließlich hat diese ja dann auch ein Recht auf Zeit und Zuneigung. Aber meiner Meinung nach brauchen Kinder eben ihre Eltern. Und wenn ich der Meinung bin so wie bei uns, das Mama schon "unberechenbar" reagiert weil sie ihr Leben frei gestallten will.....mei gut, soll sie. Ich lege meine Verantwortung und den Blickpunkt auf die Kinder. Denn ja sie werden groß und gehen irgendwann. Aber sie sollen diesen Weg nicht allein bestreiten müssen. Es sind nicht all zu viele Jahre dorthin.....man würde sich wünschen das Menschen sich diese Zeit nehmen sollten für ihre Kinder und mal ihre eigenen Bedürfnisse etwas zurück zu schrauben. Denn wir haben noch genügend Zeit für uns. Die Zeit dieser "Entbehrung" ist ja absehbar.

Letztendlich muß jeder selber entscheiden was er für richtig hält.

09.06.2020 10:00 • x 8 #11


DieSeherin

DieSeherin


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Zitat von EngelohneFlügel:
Richtig oder falsch......das definiert jeder anders.


und es gibt auch kein absolutes richtig oder falsch, denn es ist tatsächlich jede situation anders, weil die darin hängenden personen immer verschieden sind!

Zitat von MissLilly:
warum sieht man nicht, dass die einzig TATSÄCHLICH Leidtragenden die Kinder sind


ich denke nicht, dass sie es immer sind. meine ex-affäre und ich haben es durch unsere affäre geschafft unsere ehen so lange aufrecht zu halten, bis die "richtige" zeit für trennungen gekommen war (und unsere kinder haben das im nachgang bestätigt, dass sie froh sind, so lange in einer für sie intakten familie gelebt zu haben)

Zitat von bifi07:
Ich habe auch nie verstanden, wieso die Kinder von der einen oder anderen Seite beeinflusst werden.
Als mein heutiger Ex mir damals seine außereheliche Beziehung! beichtete, bin ich nie auf den Gedanken gekommen, ihn vor den Kindern schlecht zu machen


und das ist doch nochmal eine ganz andere geschichte! da geht es doch insgesamt um trennungen, bzw. darum, ob man kinder als machtmittel dem anderen gegenüber missbraucht!?

09.06.2020 10:11 • x 2 #12


MissLilly

MissLilly


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Zitat von DieSeherin:
meine ex-affäre und ich haben es durch unsere affäre geschafft unsere ehen so lange aufrecht zu halten, bis die "richtige" zeit für trennungen gekommen war


Darf ich fragen wie das genau ausgesehen hat ?

09.06.2020 10:30 • x 2 #13


DieSeherin

DieSeherin


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wir hatten eine fast 10 jahre dauernde on-off-affäre, haben uns dann mal für ein paar jahre wirklich getrennt und um unsere ehen bemüht... später haben sich (im abstand von einiger zeit) unsere partner verlassen und mittlerweile sind wir seit 14 jahren ein paar (davon 10 jahre verheiratet)

das ist eine lange geschichte um die es hier nicht gehen soll... es geht in diesem faden um die kinder! und unsere kinder sind froh, dass sie in ihrer jeweiligen familie behütet aufwachsen konnten, miteinander befreundet sein konnten - und heute geschwister sind!

09.06.2020 10:35 • x 1 #14


MissLilly

MissLilly


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Ok das beantwortet zwar meine Frage nicht, aber trotzdem danke dafür, dass du dich bemüht hast zu antworten.

09.06.2020 10:43 • x 1 #15



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