Hallo Chiby,
die gefühlte Einsamkeit zeigt mir auch gerade ihre langen Zähne. Meine 2 jährige Beziehung ist vor nicht einmal 2 Wochen den Bach runtergegangen, .. die Auswirkungen sind kaum auszuhalten.
Was mir gerade hilft, ist meine Tage möglichst voll zu packen mit Dingen dir mir Spaß machen. Nur was macht (noch) Spaß in dieser Situation, zumal doch vorher vieles mit der Partnerin verbunden war? Alles fühlt sich dann doch irgendwo gekünstelt an. Und dennoch, es hilft.
Um nicht in Platitüden zu versinken, das ist was mir konkret hilft:
1. mir klarzumachen, das ich nicht wirklich alleine bin. Ich habe Freunde, mit denen ich über alles sprechen kann und nichts zu verstecken brauche, vor allem nicht meine Gefühle, meine Ohnmacht, meine Traurigkeit. Wo ich weinen kann, und mich nicht dafür schämen muß oder irgendwas zurückhalten. Und klar, sie können nicht jederzeit da sein, haben ihr eigenes Leben, ihre eigenen Verpflichtungen .. Und dann kommt dieses beschi... einsamkeitsgefühl ..
2. möglichst nicht in Selbstmitleid (schwieriges Wort an dieser Stelle, mir fällt kein besseres ein) zu versinken, sondern aktiv werden, rausgehen, wenn du die Kraft dafür hast. Ich setze mich oft auf die Wiese, dem Sommer sei dank, ... das fühlt sich nicht wirklich besser an, dort bin ich allein unter anderen. Aber -> eben nicht allein.
3. die Gefühle zulassen, denn sie sind da, egal was du machst .. du kannst sie vielleicht verschieben, unterdrücken .. whatever .. aber sie wollen gefühlt werden, daran gibt es (leider) keinen Weg vorbei wie es scheint, keine Abkürzung, nichts was andere für dich daran ändern könnten.
4. ich empfinde für mich den Sport als sehr hilfreich. Shackleton hat es in seinem dankenswerten Beitrag gut auf den Punkt gebracht.
Die Sache ist, das während einer funktionierenden Beziehung dopamin und serotonin ausgeschüttet werden .. und das über einen langen Zeitraum, .. solange die Beziehung halt läuft. Das gefühlte Loch, in das man fällt, hat auch viel damit zu tun, das sich die Biochemie umstellt und anfängt Stresshormone, speziell Cortisol zu produzieren, und kaum noch D und S. Das sprengt einem den Kopf weg. Sport erzeugt nun wiederum D und S und baut Stresshormone ab... deswegen tut er so gut und macht tatsächlich etwas .. auch im Kopf.
(die Ehre dieses Zusammenhanges gebührt Shackleton, nicht mir)
liebeskummer-tipps-und-erkenntnisse-von-einem-veteran-t37551.htmlZusammenfassend: In die Aktion gehen wann immer es möglich ist, nicht versinken. Gleichzeitig aber auch alles zulassen was an Gefühlen da ist, egal was, ohne zu beurteilen. Es darf alles da sein, alles hat seinen Grund und seine Berechtigung.
Mit Freunden darüber sprechen, möglichst nicht alles mit dir allein ausmachen.
Das ist meine "Erkenntnis", und erhebt kein Anspruch auf Allgemeingültigkeit! Aber vielleicht hilft es dir irgendwie ....