308

Weihnachtshorror Eheaus nach 10 Jahren

Anaria

Anaria

227
2
583
Liebe annanana

Die Entscheidung ist schwer, niemand mit Anstand lässt leichten Herzens seinen kranken Partner zurück. Und krank ist er unbestritten, körperlich und mit Sicherheit auch schwer psychisch. Aber wenn sich ein Ertrinkender im Wasser an dich klammert kannst du ihn nicht retten, sondern du gehst selber mit unter. Nur wenn du ihn k.o. schlägst hast du eine Chance.

Genau das kann dir hier auch passieren. Inwieweit du noch Gefühle und Rettungswillen für deinen Mann hast kannst nur du selber entscheiden. In jeder Beziehung ist irgendwann soviel Porzellan zerschlagen, dass es einen point of no return gibt. Den definierst einzig und allein du. Aber bedenke auch daß du mit dieser Entscheidung und den möglichen Folgen auch leben musst. Ich weiß wovon ich spreche, denn ich habe einen Lebenspartner durch Selbstmord verloren.

Ich persönlich würde ihm vermutlich noch eine letzte Chance geben. Weil er krank ist, um der alten Zeiten willen, und damit ich jeden Morgen ruhigen Gewissens in den Spiegel schauen kann.
Ich würde aber knallharte Bedingungen formulieren. Die Trennung in getrennten Wohnungen bleibt aufrecht (du musst dich unbedingt auch schützen) und er müsste umgehend in Therapie, am besten stationär! Und dann, erst dann wenn er sich professionelle Hilfe holt und auch wirklich ernsthaft daran arbeitet sein Leben wieder in den Griff zu bekommen, dann kann über eine Fortführung der Ehe überhaupt nachgedacht werden. Mag sein, dass es für die Ehe dann schon zu spät ist, dass zuviele Gefühle unwiderruflich dahin sind, aber zumindest hat er sich dann in seiner Lebenskrise helfen lassen.
Ist er zu keiner Therapie bereit oder bricht diese nach kurzer Zeit ab, dann wäre für mich der Zug entgültig abgelaufen.

Das bedeutet nicht dass DU es so machen musst, denn ob du dafür noch die Kraft hast? Wer weiß. Aber zumindest hättest du wirklich, wirklich alles versucht.

05.01.2019 10:22 • x 6 #121


Verloren1974

Verloren1974

117
149
Scheidung durchziehen! Bleib bei deiner Linie! Es ist dein Leben und jetzt geht es nur um dich! So ein Zwischen-Ding mit freundschaftlicher Trennung wird nicht funktionieren! Das weißt du doch. Es würde wieder ein hin und her geben. Du tust das richtige! Dass man Zweifel hat, ist normal, aber du gehst jetzt deinen Weg!

05.01.2019 10:33 • x 3 #122


annanana


29
1
73
Liebe anaria,

das tut mir so leid, das mit deinem Lebenspartner!
Das ist auch tatsächlich meine Angst. Er verliert jetzt alles und er hat schon einmal gesagt, dass er ohne mich und das Haus keinen Lebenssinn mehr sieht.
Ich werde die Wohnung auf jeden Fall behalten.
Gerade eben habe ich ihm einen gemeinsamen Arztbesuch wegen einer Therapie/Kur angeboten.
Seine Antwort war so niederschmetternd, dass meine Zweifel wieder verschwunden sind.
Er hat mich gefragt, ob ich im Taka Tuka Land lebe, ob ich wüsste, dass die Sch*** KK nichts bezahlt und ich soll ihm die Kur bezahlen.
Das ist wie eine Wand. Ich renne da jetzt nicht mehr dagegen. Er will keine Hilfe.
Ich antworte ihm nicht mehr.

Er wollte also mit seiner Entschuldigung nur erreichen, dass sein bequemes Konstrukt erhalten bleibt. Hilfe will er nicht.
Er tut mir immer noch leid, aber eher auf abstrakte Weise. Er hat ein gefragtes Studium, er war gut in seinem Job, er ist fleißig und eigentlich ein lieber Mensch, warum sabotiert man sich selbst so? Depressionen sind grausam, auch für Partner.

LG

05.01.2019 10:49 • x 1 #123


Michael170570

Zitat von annanana:
Er wollte also mit seiner Entschuldigung nur erreichen, dass sein bequemes Konstrukt erhalten bleibt. Hilfe will er nicht.


Das ist des Pudels Kern. Tut mir Leid für Dich!

05.01.2019 10:51 • #124


Verloren1974

Verloren1974

117
149
Du hast jetzt alles versucht! Jetzt musst du ausschließlich an dich denken! Es ist dein Leben und deine Zeit! Du solltest dir jetzt der wichtigste Mensch auf der Welt sein! Viel Kraft! Es wird dir viel besser gehen, wenn diese Geschichte ein Ende hat. Manchmal reichen alle Hilfeangebote, alle Freundschaft nicht aus! Er muss jetzt schauen, dass er selber klarkommt, du bist ausschließlich für dein Leben verantwortlich! Bleib stark, ich verstehe deine Gefühle, deine Zweifel, aber um irgendwann wieder glücklich zu sein, musst du dich aus dieser Beziehung lösen! Mit allen Konsequenzen! Bleib stark, ich verstehe deine Gefühle, deine Zweifel, aber um irgendwann wieder glücklich zu sein, musst du dich aus dieser krankmachenden Beziehung lösen! Mit allen Konsequenzen!

05.01.2019 10:55 • x 3 #125


Anaria

Anaria

227
2
583
Zitat von annanana:
das tut mir so leid, das mit deinem Lebenspartner!
Das ist auch tatsächlich meine Angst. Er verliert jetzt alles und er hat schon einmal gesagt, dass er ohne mich und das Haus keinen Lebenssinn mehr sieht.

Nun, das ist jetzt schon über 35 Jahre her. Aber es war mit die härteste Zeit in meinem Leben. Ich war sehr, sehr jung damals und völlig überfordert mit der Situation. Und da gab es noch keine Internetforen wo man sich Trost und Rat suchen konnte.

Er war psychisch kaputt und er machte mich kaputt. Kein Zureden half. Ich sagte ihm ständig geh zum Arzt, du bist krank, geh zur Therapie. Nein, niemals ER doch nicht. Sowas braucht er nicht. ER ist doch nicht verrückt. Jedes Mal wenn ich mich trennen wollte, drohte er mit Selbstmord. Ich bin geblieben und dann beging er trotzdem Selbstmord. Tja.... Heute würde ich mich nicht mehr so erpressen lassen. Ist wie gesagt, sehr lange her.

DU hast das angebot gemacht. Der Rest ist sein B. Wenn er nicht will, dann ist er noch nicht hart genug auf dem Boden aufgeschlagen. Wenn überhaupt, kannst du ihn nur retten, in dem du gehst. Das sage ich aus tiefster Überzeugung.

05.01.2019 11:07 • x 4 #126


Verloren1974

Verloren1974

117
149
Zitat:
Wenn er nicht will, dann ist er noch nicht hart genug auf dem Boden aufgeschlagen. Wenn überhaupt, kannst du ihn nur retten, in dem du gehst. Das sage ich aus tiefster Überzeugung.


Genau so sieht es aus!

05.01.2019 11:11 • x 1 #127


Anaria

Anaria

227
2
583
Zitat von annanana:
Er hat mich gefragt, ob ich im Taka Tuka Land lebe, ob ich wüsste, dass die Sch*** KK nichts bezahlt und ich soll ihm die Kur bezahlen.

Das ist Schwachsinn. Er kann sich jederzeit selbst einweisen lassen mit der Begründung, dass er suizidal ist. Sowas geht ratzfatz.

Er will nicht! Und solange er nicht will, kannst du nichts tun als vom Höllenzug abzuspringen.

05.01.2019 12:20 • x 2 #128


solonely

1349
6
1393
Es war damit zu rechnen, dass er sich wieder meldet und versucht Dich einzulullen.
Du hast aus meiner Sicht zwei Möglichkeiten:
Variante 1: Du gehst auf ihn ein und gibst ihm eine Chance. Die Wahrscheinlichkeit, dass er wieder ausfällig wird ist jedoch groß. Somit kann es zu einem endlosen auf und ab führen, was Dich irgendwann zermürbt
2. Du gehst jetzt Deinen Weg und ziehst die Trennung durch mit allen Anstrengungen. Dann wirst Du eines Tages ein befreites Leben führen

05.01.2019 13:07 • x 1 #129


Michael170570

Zitat von solonely:
Es war damit zu rechnen, dass er sich wieder meldet und versucht Dich einzulullen.
Du hast aus meiner Sicht zwei Möglichkeiten:
Variante 1: Du gehst auf ihn ein und gibst ihm eine Chance. Die Wahrscheinlichkeit, dass er wieder ausfällig wird ist jedoch groß. Somit kann es zu einem endlosen auf und ab führen, was Dich irgendwann zermürbt
2. Du gehst jetzt Deinen Weg und ziehst die Trennung durch mit allen Anstrengungen. Dann wirst Du eines Tages ein befreites Leben führen


Selbst bei Variante 2 muss die TE damit rechnen, dass der Ex sich immer wieder meldet und mit allen Mitteln die Trennung rückgängig machen will. Wenn er begreift, dass es keine Rückkehr gibt, wird er wahrscheinlich austicken.

05.01.2019 13:25 • #130


Dattel

885
1
1521
Bitte tue es nicht.
Er ist innerlich kaputt und enorm manipulativ.
Diese Sache mit dem Hund: Das war also NICHTS? Das ist nie geschehen? War nicht schlimm?
Eine lumpige Entschuldigung (die eh nichts ungeschehen macht) und der arme Kerl braucht Dich doch?
Ja, er braucht Dich, unbestritten.
Für Halt, Geld, Nähe, endloses Verständnis, Händchen halten und als Bollwerk gegen die böse Welt da draussen.
Das ist keine Beziehung, das ist großer Mist.
Er beisst ja selbst Dich regelmäßig, denn Du gehörst leider zur bösen Welt da draussen.
Begreife doch, dass das Schicksal Dir endlich eine echte Chance bietet: noch stehst Du aufrecht.und hast die Kraft, das durchzuziehen.
Er hatte so verdammt viel Zeit, sich und sein Leben in Ordnung zu bringen.
Er tat es nicht und er wird es auch nicht tun.
Nach drei Sitzungen kommt er heim und das alles "bringt ihm nichts", ich wette darauf jeden Cent.
Also ist alles so, wie es schon immer war.....Zeitschleife.
Schon in wenigen Jahren bist Du unter seiner Fuchtel müde, mürbe, desillusioniert und kaputt.
Dann hat er alles, was er wirklich will: einen Zellenkameraden.
Eine Partnerin bist Du schon ewig nicht mehr, Du bist eine gratis Therapeutin, die ihn nonstop pampert.
Ich rate Dir, nutze das, was Du jetzt hast, reisse Dich los, verarbeite das und starte neu.
Einknicken wertet er eh nicht als Liebesbeweis sondern unter "schwach und leicht zu steuern".

05.01.2019 14:02 • x 6 #131


Gretel

Gretel

2036
2
1976
Zitat von Anaria:
Das ist Schwachsinn. Er kann sich jederzeit selbst einweisen lassen mit der Begründung, dass er suizidal ist. Sowas geht ratzfatz.

Er will nicht! Und solange er nicht will, kannst du nichts tun als vom Höllenzug abzuspringen.

Es ging ja nicht um einen Psychatrie Aufenthalt, sondern um eine Kur. Aber die würde er natürlich sofort bewilligt bekommen - zumal in seinem körperlichen und psychischen Zustand.

05.01.2019 14:11 • x 2 #132


unregistriert

unregistriert

4226
1
5640
Zitat von annanana:
Gerade eben habe ich ihm einen gemeinsamen Arztbesuch wegen einer Therapie/Kur angeboten.


Das ist jetzt schwer für Dich auszuhalten, aber mach das nicht.
Du musst ihm SEINE Verantwortung für sich zurückgeben.
Du kannst seine Eltern informieren, oder Geschwister.
Aber das therapieren oder begleiten beim therapieren ist nicht mehr DEIN Job, und Du hilfst ihm damit auch nicht.
Lass ihn bitte selber machen.

05.01.2019 14:27 • x 3 #133


Scheol

2768
8
3088
Zitat von annanana:
Liebe anaria,

das tut mir so leid, das mit deinem Lebenspartner!
Das ist auch tatsächlich meine Angst. Er verliert jetzt alles und er hat schon einmal gesagt, dass er ohne mich und das Haus keinen Lebenssinn mehr sieht.
Ich werde die Wohnung auf jeden Fall behalten.
Gerade eben habe ich ihm einen gemeinsamen Arztbesuch wegen einer Therapie/Kur angeboten.
Seine Antwort war so niederschmetternd, dass meine Zweifel wieder verschwunden sind.
Er hat mich gefragt, ob ich im Taka Tuka Land lebe, ob ich wüsste, dass die Sch*** KK nichts bezahlt und ich soll ihm die Kur bezahlen.
Das ist wie eine Wand. Ich renne da jetzt nicht mehr dagegen. Er will keine Hilfe.
Ich antworte ihm nicht mehr.

Er wollte also mit seiner Entschuldigung nur erreichen, dass sein bequemes Konstrukt erhalten bleibt. Hilfe will er nicht.
Er tut mir immer noch leid, aber eher auf abstrakte Weise. Er hat ein gefragtes Studium, er war gut in seinem Job, er ist fleißig und eigentlich ein lieber Mensch, warum sabotiert man sich selbst so? Depressionen sind grausam, auch für Partner.

LG


Private Krankenkasse ?

Kur wird bei der Diagnose nicht viel bringen.

Eine Rehabilitation durch den Rententräger , wäre erst dran , wenn alle Leistungen Vorort ausgeschöpft wurden. Sprich er 6 Monate lang mindestens eine Therapie schon gemacht hat.

05.01.2019 14:52 • x 1 #134


Sorgild

802
2
1360
Zitat von annanana:
Soll ich eine freundschaftliche Trennung versuchen?


Aus meiner Erfahrung heraus würde ich die Frage mit einem überzeugten Ja beantworten. Du warst jahrelang an seiner Seite, ihr habt zusammen viel durchgemacht, es wäre meiner Meinung nach unfair, ihn jetzt in seiner härtesten Zeit komplett allein zu lassen. Zu einer Beziehung gehört eben auch die Trennungsphase - die letzte Phase einer Verbindung. Wenn man sich im weiteren Leben problemlos über den Weg laufen möchte, sollte man diese letzte Phase noch gemeinsam absolvieren.

Ich sage dir gleich, das ist nicht der Weg des geringsten Widerstands. Im Gegenteil - es wird hart.
Wenn du für ihn da bist, wenn er dich braucht, dich aber auch zurück ziehen kannst, wenn es dir zuviel wird. Das ist der goldene Mittelweg dadurch. Wenn du die Trennung wirklich willst, bleib konsequent bei der Entscheidung. Du wirst ihm das immer wieder klar machen müssen. Und er wird begreifen, dass sein Weg sich von deinem sehr bald abzweigen wird. Mein Ex hat sich dazu entschieden, alle Brücken abzureißen. Er hat mich komplett allein gelassen, mit all meinen Nöten und Sorgen. Dafür verachte ich ihn. Und ich werde es mein ganzes Leben lang tun. Er ist wirklich der erste Ex, der das hingekriegt hat.

05.01.2019 15:05 • x 1 #135




Ähnliche Themen

Hits

Antworten

Letzter Beitrag