Zitat von Wölkchen82:Lieber colonel, ich habe mit so was keine ernstzunehmenden Erfahrungen, finde aber, das klingt nicht sehr gut. Hast Du einen guten Hausarzt und mit ihm mal über das Thema gesprochen?
Du schreibst hier sehr sympathisch (wenngleich ein wenig verkopft - aber ich find das ebenso sympathisch), es wäre schlimm, wenn Du in eine Depression oder depressive Verstimmung rutschst.
Ich denke das ist ein langanhaltender Prozess. Das alles hier klingt jetzt sehr depressiv und das ist eine Mischung aus dem "Verlust", der Zurückweisung aber auch aus der allgemeinen Situation, dass ich total ausgelaugt bin. Dieses Aufstehen nach einem Verlust fällt mir immer schwerer. Meine Ärztin und ich ich haben daher auch die Kur beantragt. Ich gehe seit Jahren zu proFamilia zu Einzelgesprächen.
ich war mal bei einem Psychologen, der hat mir aber nicht helfen können - das war nix. Die gespräche mit ProFamilia dagegen helfen mir sehr gut auch mal meinen Bickwinkel zu ändern.
Ich bin sehr Kopflastig, ich kann dagegen nichts tun das kommt aus langer Vergangenheit noch vor meiner Ex-Frau. ich hätte in den jahren mit ihr nur viel viel mehr für mich tun müssen, egoistischer sein müssen aber das war ich nicht.
Letztlich habe ich mich in der Ehe total aufgeopfert, auch wenn sie das vermutlich anders sieht. Am Ende bin ich nach 10h Büro noch zu ihr auf Arbeit gegangen und habe beim Putzen geholfen. Ich sag mal ein Mann im Anzug mit Staubsauger und Wischmopp - sah bestimmt lustig aus. Danach habe ich noch für uns was gekocht. Und ich habe das gern gemacht! Aber ich habe an anderen Stellen mich total vergessen.
Als sie die Ehe beendete, war das für mich kein Schock sondern eine Befreiung. Mein Magen hörte auf zu rebellieren und ich schmiedete Pläne für die Zukunft. ich hatte nie den Mut es selbst zu tun und bin ihr Dankbar, dass sie es getan hat. Das sie warm wechselte habe ich ihr auch "verziehen" - sie brauchte jemanden um diesen Schritt zu gehen. Die Art und Weise war trotzdem nicht schön aber verständlich.
Und nun überlege ich zum einen - wer bin ich? Was zeichnet mich aus?
Aber auch was möchte ich? Letztlich war das Ende unserer Ehe auch dem Alltag geschuldet.
Wir haben viel überstanden. Sie ging fremd, 2 Kinder die mehr oder minder nicht geplant waren, ihre Krankheit, der Alk. ihrer Mum und der daraus folgende Alptraum für meine Ex etc. Gekillt hat uns der Alltag vorm TV. Hier kamen unsere Unterschiede zur geltung. Das Intelligenzgefälle und die untersch. Einstellungen zum Leben.
Das will ich nicht mehr. Ich will nicht mehr den Alltag vorm TV verbringen. Ich will meine Zeit mit meiner Liebsten auf dem Balkon sitzen, an einem warmen lauen Sommerabend, einen Wein trinken und über Gott und die Welt reden können. Mal ausgehen, tanzen gehen...das Leben genießen
Aber die Zweisamkeit, die ich mit meiner Ex-Frau hatte, das Gefühl nicht allein zu sein eben alles irgendwie gemeinsam zu machen darf aber gern wiederkommen. Es war ja nicht alles schlecht.
Zitat von Wölkchen82:Hm - da bin ich ein wenig zwiegespalten. Ein wenig die Ellenbogen auszufahren ist sicher nicht immer verkehrt. Bedeutet für mich aber auch nicht gleich, alle Moralvorstellungen über Bord zu werfen. En bissel Egoismus, ein bissel Bad Guy ist völlig okay, sogar menschlich. Wo ist die Grenze? Ich glaube nicht, dass man das pauschal für jeden Fall beantworten kann. Vertraust Du eigentlich hin und wieder Deinem Bauchgefühl? Einfach mal so?
Mein Bauchgefühl lasse ich seit seit kurzen zu. Es hatte in der jüngeren Zeit eine verdammt hohe Trefferquote, nur möchte ich es gern als Berater aber nicht als Handlungsbevollmächtigten haben.
Denn emotional macht man manchmal Dinge, die man später bereut.
Ich habe in meiner Vergangenheit Dinge getan, die ich heute bereue bzw. beinahe Dinge getan, die rein aus den Gefühlen heraus kamen, aber überhaupt nicht angebracht waren. Eine rationale Instanz darüber ist definitiv von Nöten. Ich lerne noch beides zu kombinieren.
Mehr oder minder klappote das schon ganz gut. Wenn ich meinen aktuellen Fall mal rational betrachte...
Es war sehr schön mit ihr, mein bauch sagte mir - da stimmt was nicht - aber ich stalkte sie nicht sondern schrieb auch mal gar nicht. Überlegte was ich tue und sprach sie als es reif war ganz direkt an und schilderte mein Problem.
Ok es passt nicht zwischen uns.
So vom Ablauf her fand ich das schon gut.
Das schlechte Gefühl dahinter aber darf gern verschwinden. Ich hatte genug Liebeskummer - so langsam darf da gern mal ein wenig Glück kommen.
Zudem ich kann meinen Kopf nicht abschalten. Ich bekomme es nicht hin, also möchte ich ihn nutzen. Er soll über Sinnvolles nachdenken und reflektieren.
Z.B: war ich in den letzten Ehejahren echt teilweise Gemein zu meiner Ex. Ich habe resigniert, mich hat nichts mehr interessiert. Aus dem empathischen, gefühlvollen Mann wurde ein halber Egozentriker.
Ich weiß wie es dazu kam und ich hoffe, dass mir mein Kopf hilft, diese schlechte Eigenschaft mir abzugewöhnen. Indem ich eben einfach über alles so viel nachdenke.
Es ist Fluch und Seegen zu gleich. In meinem Scheidungsverfahren war mein Kopf der Held, am Ende konnte ich den geg. Anwalt vor mir hertreiben, alles parieren und bekam ein Ergebnis, mit dem ich leben kann. Aber im Liebesleben...da hilft er mir wenig.
Ich versuche da eher diese Kraft zu nutzen um etwas Positives zu erreichen.
Sie z.B. wollte die Kids nicht einbeziehen, es liegen 90km zw. uns aber ich wollte sie trotzem sehen. Also habe ich nach Lösungen gesucht.
Letztlich ist es mein kopf, der mich antreibt nicht aufzugeben. Mein Kopf schreibt bei PS Frauen an. mein Kopf treibt mich zum Sport und nun auch zu den Tanzparties. Das alles passiert nicht weil ich mich so sehr freue. Die Freude kommt dann, wenn ich da bin.
Heute auch. ich bin müde und würde am liebsten schlafen. Und trotzdem gehe ich zum Tanzen und es wird mir Spaß machen, der soziale Umgang, etwas zu lernen, das bewegen aber wenn ich jetzt meinem Gefühl nachgebe lande ich zu Hause vorm TV.
Morgen das gleiche Spiel. Mein Freund lud mich ein mit zum paddeln zu gehen. Eine soziale Komponente mit vielen anderen Männern und Frauen - abseits der Partnersuche. Man laugt sich aus, freut sich und paddelt.
Ich werde mitmachen aber freuen tue ich mich derzeit nicht darauf.
Mein Kopf ist mein Motor nur irgendwann geht auch ihm der Saft aus. Und ich hoffe, dass mir die Kur Mittel und Wege zeigt meine Akkus aufzuladen und meine Gefühlseinstellung zu ändern, so Ar. ich wieder innerlich Vorfreude empfinde und nicht nur Angst und Sorgen.