Theresiesasum
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Ich (39) und mein Freund (43) bekommen es einfach nicht auf die Reihe.
Wir haben uns im Februar kennengelernt.
Ich habe starke Gefühle für ihn, jedenfalls finde ich ihn irgendwie anziehend, obwohl ich das garnicht mehr einordnen kann alles.
Ich reite, habe ein Pferd, das mir gehört und einen Job, der mit 40 Stunden gut ausfüllt, Nebenher gehe ich noch 3x die Woche zum Sport. Ich gehe nahezu jeden Tag zum Pferd, oft direkte nach der Arbeit, auch am Wochenende 2-3 Stunden. Dieses Hobby habe ich seit Jahren, es ist mir wichtig, auch der Sport. Ich sitze viel im Büro und brauche den Ausgleich. Das ist ein großes Problem in unserer Beziehung, sofern sie überhaupt zu retten ist.
Wir haben uns im Februar kennengelernt, über Gespräche, bei einer Wohnungseinweihungsfeier eines Nachbarn. Er stand da, zog neu zu, hatte auf mich irgend eine Ausstrahlung. Eigentlich entspricht er meinem Typ garnicht, klein schmächtig, vorher dachte ich immer auf große und trainierte Männer zu stehen. Er ist optisch das Gegenteil.
Ich hatte damals eine stressige schwere Phase, im Job bei mir lief es nicht rund, mein Pferd war ständig verletzt, ich war abends damals oft zuhause, weil mein Pferd auch garnicht laufen konnte. Wir telefonierten im Februar viel, trafen uns, waren oft spazieren und hatten tolle Gespräche.
Im März war mein Pferd wieder fitter, ich musste viel mit ihm arbeiten, und da begannen die Probleme. "Eigentlich stellt man so ein Hobby zurück, wenn man eine Beziehung führt und dann hat die Beziehung priorität". Das war ein Satz, der sich einprägte.
Ich versuchte dann es meinem Freund auch recht zu machen, er wurde ziemlich schnell unzufrieden. Für mich ist es so, ich brauche meine Freiräume, wollte aber die Beziehung mit ihm. 3-4x sahen wir uns, 2x unter der Woche Abends und Samstags ab Nachmittag und den Sonntag oft bis Nachmittag, ich übernachtete bei ihm meistens.
Ich fühlte schnell, das sagte er dann auch, dass es ihm zu wenig sei. Nun war es leider im Alltag so, wir hatten echt verdammt wenig Gemeinsamkeiten, bis auf Spaziergänge, was für mich überhaupt nicht schlimm war, er war am liebsten daheim, oder wir machten Ausflüge (was eigentlich eher von mir als von ihm kam, weil er merkte, dass ich nicht non stop daheim rum hängen kann bei ihm vor Netflix und Co). . irgendwie wandelten sich unsere vorher tollen breit gefächterten Gesprächsthemen. Es ging immer nur um Mängel in unserer Beziehung, was ihm alles auffalle, was nicht gut ist und was eigentlich "man nicht so macht". Ich empfand das zunehmend als zermürbend, für ihn waren das "völlig normale Gespräche". Für mich war das ab dem zweiten, dritten Monat einfach nur noch ätzend, weil ich mir jedesmal dachte, jetzt verbringen wir schon - in seinen Augen so wenig Zeit - mit einander und die wenige Zeit ist er dann ständig nur am Wälzen schwerer Themen, statt einfach mal die Zeit schön zu finden.
Das war der Teufelskreis, dass ich eigentlich umso weniger Lust hatte, Zeit frei zu schaufeln, was für mich super stressig war, ich gab oft die Pflege des Pferdes ab, dafür muss ich natürlich Geld bezahlen, aber ich hatte trotzdem irgendwie das Gefühl, dass ihm das auch nicht schmeckte.
Nächstes Thema war dann das Fitness Studio, wo ich nicht mehr hin sollte, weil das sowieso nur was für Singles sei und er unterstellte mir dann nach und nach, dass ich da ja eh nur hingehe, weil ich mich präsentieren möchte.
Ihr lest heraus, wir waren irgendwann wirklich nur noch am streiten, oder diskutieren. Irgendwann meinte er "mit dir kann man keine Beziehung führen, du bist ein Vermeider, ein Bindungsängstler, das wird immer so weitergehen". Mit diesen Worten hatte er recht früh im April schon mal die Beziehung beendet, ich bin dann aber auf ihn zugegangen, habe 1 Tag dann meinen Sport gestrichen.
Achso, mein Pferdehobby fand er sowieso immer sinnlos, und ich hatte oft gefragt, ob er Lust hätte gemeinsam Sport zu machen, aber er ist eher ein bequemerer Typ, raucht auch und sagt, dass ihm das keinen Spaß mache.
So wirklich eigene Dinge hatte er nicht, auch die Sache war am Wochenende. wir hingen halt einfach bei ihm daheim herum, die Glotze lief den gesamten Tag, so wirklich sinnvoll fand ich das nicht, er hatte dann auch immer ein Problem damit, wenn ich Sa oder So einfach mal heim wollte, meinen Haushalt machen, zum Pferd, irgendwie war er nur noch am Motzen, ich hatte das Gefühl, am Ende, ich bin wirklich komplett bindungsunfähig und unkompatibel. Dabei hatte ich bereits Beziehungen, die funktioniert haben, 3-4 Jahre. Bei ihm endeten die letzten Beziehungsversuche, davon gab es einige, von denen er erzählte, im letzten Jahr 2024 allein vier solcher Versuche, die nach wenigen Wochen scheiterten.
Ich frage mich gerade wirklich bin ich hier unfähig, kompromisslos durch mein Pferd oder hat er unrecht, ich bin komplett verwirrt und überlege auch, ob ich mit meinem Leben überhaupt eine Beziehung führen könnte. Witzig: Reiterkolleginnen von mir sind noch viel mehr im Stall als ich und reiten sogar Turnier, haben alle einen Partner. Bei denen klappt es.
Kompromisse fanden wir irgendwie nicht, er rastet auch recht schnell aus, fühlt sich generell benachteiligt und im Recht, ich hatte immer das Gefühl "ich muss es einfach mal einsehen, dass das so nicht funktioniert". Zwar erzählte er immer, was er alles nicht mehr mache seit wir zusammen sind, aber um ehrlich zu sein, er hat auch vorher nichts gemacht, ausser TV schauen.