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Wir treffen uns - so wie immer

N
Hallo @Sincerite ,

danke für Deinen Brief. Kann mir gut vorstellen, dass mein inneres Kind sich allein gelassen fühlt. Ich bin da nicht dran geblieben. Ich bin extrem schlecht darin, meinen Fokus zu teilen. Das habe ich nie gelernt.

Das hat Vorteile, weil ich mit meiner Intensität in Tiefen gelange. Und Nachteile. Weil mein Engagement ab einem gewissen Punkt der Umorientierung wirklich kippt. Und ich kann das dann auch nicht zurück drehen.

Zu Deiner Frage - ich bin diejenige, die pflegt. Inzwischen etliche Jahre. Da ist meine Veranlagung schwierig . Auszeiten nehmen kostet Willenskraft. Wenn ich es schaffe, tut es mir gut. Aber das macht es beim nächsten Mal nicht leichter. Und mein Willensakku scheint chronisch schwach. 🫤

Ob ich vorm Sterben Angst habe. Ja, davor sicher auch. Mehr jedoch vor einem Lebensweg, der immer weiter runter führt. Hohe Kriegsgefahr, realer wirtschaftlicher Niedergang, Abbau des Sozialstaats. Anhaltendes Gejammer darüber, dass die Alten schon jetzt zuviel Kosten. Pflegenotstand und so weiter...

Nichts von alledem kann ich kleines Würstchen ändern. Ich kann nur versuchen, dankbar für das zu sein, was (noch) da ist. Und dann denke ich wieder, dass es das nicht sein kann. Dass ich irgendwas tun müsste, statt den Mächtigen einfach so das Feld zu überlassen.

So brav in meiner Pfleger-Ecke, wo ich den öffentlichen Kassen Monat für Monat um die 3000 Euro spare, die ohne mich als Zuschuss für eine Heimunterbringung fällig wären

Liebe Grüße

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S
@Nachtgedanke
Wenn ich deine Antwort lese, werden meine Glieder ganz schwer. Vermutlich fühlst du dich zur Zeit auch so. Vielleicht überfordert. Ich glaube nicht, dass du die Pflege machst, um dem Staat 3000,00 Euro monatlich zu sparen. Du hast bestimmt andere Gründe. Für Pflegende gibt es auch Unterstützung, z.B. ein paar Wochen einen Heimplatz, damit der Pflegende mal Urlaub machen kann. Vielleicht können auch Pflegedienste unterstützen, finanziert aus Pflegegeld. Aber dann bist du ja gar nicht ganz allein, wie du weiter oben beschrieben hast. Ich glaube, du hast auch noch eine Tochter. Dass in unserem Staat nicht alles gut läuft, wissen wir alle. Aber es sollte dir nicht die Lebensfreude nehmen. Was brauchst du, um dich wieder besser fühlen zu können?

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