Zitat von Bodil:Am Anfang habe ich auch hier geschrieben "ich wünsche ihm alles Gute etc. u.s.w." Weil ich umbedingt ein "guter Mensch" sein wollte. Ihn auch noch vor mir selbst verteidigt habe. Bis Sick mich mit einem Kommentar auf den Boden der Tatsachen geholt hat und meine Perspektive vollkommen geändert hat.
Ich habe das nochmal nachgelesen:
ich-fuehle-mich-benutzt-t32492.html#p725114Dabei sah ich auch, daß wir beide vor ein paar Monaten schon mal kurz Gedanken ausgetauscht hatten:
uns-zurueckgelassen-um-bei-ihr-zu-sein-t30267.html#p641774report.php?f=8&p=641995Zitat:Er war nicht fair und anständig. Er hat keine Rücksicht genommen.
Zitat:Also auf die Frage, was hat sie, was ich nicht habe, gibt es eine einfache, klare Antwort.
Sie hat ihn.
Selbst wenn es sie nicht gäbe, wäre er als Partner ebenso ungeeignet wie als Vater. Sei bloß froh, daß Du diesen Heckenpenner los bist.
Zitat:Aber fertig bin ich noch nicht mit ihm.
Du willst Rache? Dafür solltest Du Dir meines Erachtens einen langen Atem zulegen.
Denn irgendwann wird auch er mal alt. Eines nicht mehr allzu fernen Tages wird er einsam auf einem Krankenbett im Flur eines Spitals liegen - weil kein Kind mehr da ist, das kommt, um nach ihm zu sehen, hat das überforderte Pflegepersonal ihn dort "abgestellt", nachdem alle Zimmer überbelegt sind und da heutzutage keiner mehr Zeit und Nerv hat, sich 'nen proaktiven Kopp zu machen, hat es ihn dort "vergessen".
Da liegt er nun, die Stunden rinnen dahin, er läßt sein Leben revue passieren und muß erkennen, wie sinnlos er es vergeudet hat. Endlich schaut jemand rein, um ihm sein Abendessen zu bringen. Leise wimmert er, man möge doch bitte seinen Sohn verständigen, es gebe nur ein Problem: Er habe leider dessen Ruf-Nr. nicht mehr.
Erneut vergehen qualvolle Tage und Nächte, bis die Verwaltung des Spitals sich auch endlich dieser Akte angenommen und die Kontaktdaten Deines Sohnes recherchiert hat. Tatsächlich ruft der irgendwann auch zurück - nach mehreren Anläufen auf dem Anrufbeantworter; er war gerade für (gefühlte) zwei Wochen in Urlaub und hatte sie daher jetzt erst wahrgenommen. Doch die Antwort ist klar und hart:
Kein Vergeben, kein Vergessen. "Vater? Ich hatte nie einen und jetzt will ich ihn auch nicht mehr.'"
Er sei aber gern bereit, dem Krankenhaus 50 Cent für die beiden Anrufe per Überweisung zu erstatten - auch wenn der Vater die für
ihn einst
nicht übrig gehabt habe. "Danke für Ihre Mühe, auf Wiederhören."
Stell Dir diese Szene einfach nur vor - es ist gar nicht mal so unwahrscheinlich, daß sie eines Tages real wird - aber das spielt keine Rolle. Mach Dir bitte bewußt, wie reich Dein Leben ist, allein schon durch die Nähe, die Du zu Deinem Sohn hast - und wie arm er in seinem ist, auch wenn er gut verdient, die Next bei sich hat und es vermutlich erst in vielen Jahren erkennen wird, wenn es zu spät ist, noch etwas daran zu ändern und Du nichts mehr von der oben geschilderten Szene mitbekommen solltest.
Nochmal, @Bodil : Das mit dem Brief ist o.k. und auch ich denke, es war ein wichtiger Schritt für Dich. Aber wenn ich lese, was für ein asozialer Vater dieser Typ ist, dann kann ich nur wiederholen, was ich Dir auch vor Monaten schon (sinngemäß, nicht wörtlich) schrieb: Hak ihn ab, verstoß ihn aus Eurem Leben und konzentrier Dich auf Deines.
Denn Du
hast noch eines.
Laß Dir das nicht kaputtmachen, indem Du Dich von dem, was an seinem - rein äußerlich! - glänzt, für Dich erkennbar ist, auch nur ansatzweise beeindrucken läßt. Innendrin sieht es hohl und düster aus; so einer miesen Hemisphäre solltest Du Dich entziehen, wo Du nur kannst.
Alles Gute Dir.