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Wie geht es nach der Affäre weiter?

Begonie


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Jetzt bist Du dran:

Ich bin: weiblich, war zum Zeitpunkt der Affäre 46 Jahre alt
Die Affäre hatte: Ich.
Kinder: keine
Affärenpartner:ein Kollege aus einer anderen Dienststelle, den ich bei einem dienstlichen Termin kennenlernte (150 km Entfernung)
Dauer der Affäre: 14 Monate
Grund der Affäre: Ich war der festen Überzeugung, dass meine Ehe ein Fehler war. Ich bildete mir ein, dass mir mehr zustand. Im Grund genommen war ich unglücklich mit mir und meinem Leben.

Besonderheiten: die Affäre war letztendlich toxisch, weil ich mich nicht daraus lösen konnte, obwohl ich wusste, dass sie mir schon lange nicht mehr gut tat.
Wie wurde die Affäre beendet? Er beendete sie. Klassischer Bindungsphobiker, der innerlich enge Bindungen ablehnte. Dass ich auch unter dieser "Krankheit" litt, erfuhr und begriff ich erst später.
Warum wurde die Affäre beendet? Ihm war es zu eng. Nach Monaten klarer Rollenverteilung (er oben und ich unten) zeigte ich Emanizpationsbestrebungen und wollte das Machtverhältnis zu meinen Gunsten verändern. Das war der "Todesschuss".
Wurde die Affäre gebeichtet? Mein Mann wusste nach vier Monaten Bescheid, weil ich es ihm sagen musste, denn allmählich meldete sich mein Gewissen.
Wer weiß noch darüber Bescheid? Ein Arbeitskollege, mit dem ich vertraut war, der Psychotherapeut, den ich nach dem Ende aufgesucht hatte zu einer Beratung, eine örtlich ferne Freundin. Und mein Mann.

Wie lange haben wir bereits überlebt? Mittlerweile 9 Jahre.
Gab es eine räumliche Trennung? Die war eh da wegen Fernaffäre.
Gab es eine Unterbrechung der Beziehung/Ehe?: Nein.
Gab es eine Scheidung?: Nein
Intimität: Besser als vor der Affäre.

Was hilft der/dem Betrogenen? Geduld und Nachsicht und die Erkenntnis, dass auch der Betrogene einen Anteil daran hat, dass es so weit kam. Das hatte mein Mann im Überfluss.
Was hilft der/dem Betrüger_in?Auch Geduld und schauen, wie sich die Beziehung weiter gestaltet. Auch der Betrüger leidet nach dem Ende der Affäre und muss sich neu sortieren. Das dauert. Auch der Betrüger schadet sich letztendlich selbst und zahlt dann auch dafür.
Was schadet? Selbstmitleid. Unehrlichkeit gegen sich selbst und dem Partner. Überzogene Ansprüche an das Leben mit einem Traumpartner. Selbstbetrug, sich alles schön und gut zu reden. Sich einzureden, die Affäre hätte ihre Berechtigung.

TOP 5 (von gefühlt 100) - Was ich verzeihen musste: Mir selbst, weil ich in einem Irrgarten mein Glück gesucht hatte und dabei meinen Partner ins Abseits gestellt hatte.Die traurige Erkenntnis, dass Menschen nie so sind, wie man sie haben will. Ich musste mit meiner Scham klar kommen, weil ich so dumm und verblendet war.

Meine wichtigsten Erkenntnisse: Lebe ehrlich. Lerne, mit Dir zufrieden zu sein. Richte Dir Dein Leben so ein, wie es zu Dir passt.
Trenne Dich nicht vorschnell von einem alt bewährten Partner. Rede Dir nicht ein, ein Mann ist das Glücksrezept für ein zufriedenes Leben. Wer mit sich nicht klar kommt, kann auch nicht mit einem Anderen klar kommen.

Wichtige Sprüche: Aus Schaden wird man klug. Du lernst nur aus Erfahrungen, die Du selbst gemacht hast. Gib nicht vorschnell auf.Du zahlst für alles im Leben bzw. es kommt alles zurück - das Gute wie das Schlechte.
You can't always get what you want. Die Stones wussten es, ich nicht.

25.12.2019 19:46 • x 14 #16


Pampelmuse

Pampelmuse


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Der Rest meiner Familie puddelt gerade vor sich hin, daher mache ich jetzt auch mal mit...

Ich bin: w, 43
Die Affäre hatte: mein EM (43)
Kinder: 1
Affärenpartner: keine Arbeitskollegin, aber im Arbeitsumfeld kennengelernt, eigene Familie mit Kind und Freund, 9 Jahre jünger
Dauer der Affäre: insgesamt 10 Monate (letzte 4 Monate kam S dazu, echte Treffen an einer Hand abzählbar)
Grund der Affäre: EM: er weiß es nicht, ICH: fehlende Aufmerksamkeit, "verloren" im Alltagsstress, meine eigenen Baustellen
Besonderheiten: Sie wohnt am anderen Ende von Deutschland (GsD)
Wie wurde die Affäre beendet? von meinem EM
Warum wurde die Affäre beendet? Ich wollte eine klare Entscheidung - Sie oder ich
Wurde die Affäre gebeichtet? nein, aufgeflogen mit Riesenknall
Wer weiß noch darüber Bescheid? unsere Eltern, wenige allerengste Freunde
Wie lange haben wir bereits überlebt?: 3 Monate und 3 Wochen (nicht sehr lange, aber wir sind uns über die Marschrichtung einig)
Gab es eine räumliche Trennung?: jein, wenn 4 Tage Hotel (als Auszeit) und dann noch eine knappe Woche Gästezimmer zählen?
Gab es eine Unterbrechung der Beziehung/Ehe?: jein, für mich die Zeit der Auszeit, für ihn war das keine Unterbrechung
Gab es eine Scheidung?: hoffentlich nicht
Intimität: ab Tag 2 nach dem Knall wieder, ziemlich intensiv und seitdem viel öfter als vorher
Was hilft der/dem Betrogenen? Ehrlichkeit, Reden auch wenn die Themen wiederholt werden, wenn der Betrüger nicht genervt ist vom Fragen, dieses Forum, ggf. Paartherapie, aktiv wieder Nähe zueinander aufbauen
Was hilft der/dem Betrüger_in? Ruhe zum Durchatmen, Nachdenken und Sortieren (meinte mein Mann), ggf. Paartherapie, aktiv wieder Nähe zueinander aufbauen
Was schadet? genervt sein von Fragen, zu viele Details, in Kontakt bleiben mit dem AP, manchmal auch dieses Forum (manche Stränge können echt verunsichern)
TOP 5 (von gefühlt 100) - Was ich verzeihen musste:
(Ich habe noch nicht verziehen. Ich arbeite noch daran.)
- dass unser Kind alles hautnah mitbekommen hat (hat es aufgedeckt!)
- die bewusste Planung, die vor den Treffen stand
- die Salamitaktik am Anfang
- die ganze besch...Affäre!
- das Rumgeeier am Anfang
Meine wichtigsten Erkenntnisse:
Mein Vertrauen ist weg (mein Selbstwertgefühl leider auch).
Ich brauche professionelle Hilfe und habe eigene Baustellen (war mir vorher nicht so wirklich bewusst).
Eine Beziehung ist kein Selbstläufer.
Wichtige Sprüche: Verlass Dich auf andere und Du bist verlassen (in meinen bitteren Momenten).
Links zu Internetseiten: auch Melanie Mittermaier
Literatur:
Lieben & Verzeihen, Michael Cöllen
Die Macht der Affäre, Esther Perel
Links zu Bild/Ton: /

28.12.2019 16:13 • x 6 #17



Wie geht es nach der Affäre weiter?

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HFS


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Ich bin:
Anfang 50
Die Affäre hatte:
Meine EF
Kinder: 1
Affärenpartner:
ehemalige Jugendliebe auf FB gegunden
Dauer der Affäre:
2017 für ca.6 Monate
Grund der Affäre:
Fühlte sich ungeliebt
Besonderheiten:
Emotionale Onlineaffäre m. 6
Treffen geplant
Wie wurde die Affäre beendet?
per FB.
Warum wurde die Affäre beendet?
Nicht sicher, er hat das Interesse verloren.
Wurde die Affäre gebeichtet?
Nein.
Da war diese Kiste.
250 Seiten Chatverlauf, Bilder, Videos + Tagebuch
Wer weiß noch darüber Bescheid?
3 Freundinnen, 2 haben aktiv mitgewirkt

Wie lange haben wir bereits überlebt?:
7 Monate
Gab es eine räumliche Trennung?:
Nein
Gab es eine Unterbrechung der Beziehung/Ehe?:
Nein
Gab es eine Scheidung?:
Nein
Intimität:
Nach ca. 3 Monaten

Was hilft der/dem Betrogenen?
Reden, Ehrlichkeit, Reue,
Zu wissen, dass es nie wieder Kontakt gibt.
Selbstreflexion
Mit den Wellen zu surfen....
Was hilft der/dem Betrüger_in?
?
Was schadet?
Das ich so viel Schwarz auf weiß habe
Die Alpträume
Salami-Spagettitaktik

TOP 5 (von gefühlt 100) - Was ich verzeihen musste/ was besonders Schmerzt:
Die Lügen
Die Verachtung
Der Perfektionismus wie die Affäre geplant und betrieben wurde


Meine wichtigsten Erkenntnisse:
Du fühlst dich danach wie ein Einjähriger, der gerade laufen lernt-kaum glaubst du es geht, haut es dich wieder auf die Fre..e

Wichtige Sprüche:

Links zu passenden Threads:
Kann ich dir jemals wieder vertrauen - Andrew G. Marshall
Warum hast du mir das angetan - Hans Jellouschek
Die Macht der Affäre - Esther Perel
Ich will bleiben, aber wie - Mira Kirshenbaum


Links zu Internetseiten:
Generell: Melanie Mittermaier

02.01.2020 07:53 • x 8 #18


Durchalten


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Ich bin: 38, w
Die Affäre hatte: mein Mann,44
Kinder: 2 Kinder (6, 10)
Affärenpartner: w 32, seit 13 Jahren in einer Beziehung
Dauer der Affäre: 3 Jahre
Grund der Affäre: Unsere Beziehung war zum Zeitpunkt als die Affäre begann auf einem Tiefpunkt, mein Fokus lag ausschließlich bei den Kindern (damals war Nr. 2 noch ein Baby), haben nur mehr nebeneinander gelebt. kaum Zeit zu zweit, Hausbaustress und generell Zweifel an den Gefühlen von beiden Seiten. Wäre mir ein interessanter Mann über den Weg gelaufen hätte es sein können, dass ich ebenfalls eine Affäre eingegangen wäre (dies kann ich nach getaner Aufarbeitung zumindest behaupten)
Besonderheiten: Affärenfrau übte nach ca. einem Jahr massiven Druck mit Psychospielchen aus/ Sie wollte Ende der Affäre nicht akzeptieren und versuchte in letzter Instanz - ein Jahr nach dem finalen Ende - durch eine Verleumdung unser Leben zu zerstören was ihr aber nicht gelungen ist.
Wie wurde die Affäre beendet? Mein Mann hat es mir gesagt und die Affäre beendet weil sie ihn immer mehr unter Druck setzte und er dem Druck nicht mehr stand hielt.
Warum wurde die Affäre beendet? Weil sie nur mehr aus kranken Verhaltensmustern, Druck und Drohungen bestand
Wurde die Affäre gebeichtet? Ja
Wer weiß noch darüber Bescheid? Eltern, Schwiegereltern, alle engen Freunde, unsere Vorgesetzte und enge Arbeitskollegen (auf beiden Seiten)

Wie lange haben wir bereits überlebt?: seit März 2017
Gab es eine räumliche Trennung?: Nein
Gab es eine Unterbrechung der Beziehung/Ehe?: Nein
Gab es eine Scheidung?: Nein
Intimität: Ja dauerhaft, während und auch nach der Affäre/ Wurde nach der Affäre wieder mehr und so ist es bis heute geblieben

Was hilft der/dem Betrogenen?: Absolute Ehrlichkeit, alle Fragen beantwortet zu bekommen, die Möglichkeit seinen Kummer rauszulassen zu schreien und zu weinen. Die gemeinsame Aufarbeitung nach dem Warum! Zuneigung und die spürbare Liebe des Partners! Paartherapie
Was hilft der/dem Betrüger_in? Paartherapie, Gespräche, die Akzeptanz des Partners dafür, dass Gefühle sich nicht von jetzt auf gleich wieder ausschalten lassen. Bei drei Jahren Affäre ist es wohl klar, dass Gefühle im Spiel waren!
Was schadet? ewiges Nachbohren, ständige Vorwürfe an den Partner - wenn man sich dazu entscheidet weiter zu machen bzw. einen Neuanfang zu wagen dann bringt es nichts den Partner auf Dauer fertig zu machen mit Vorwürfen

TOP 5 (von gefühlt 100) - Was ich verzeihen musste: Doppelleben, Zeit die er meinen Kindern und mir genommen hat und wo anders hinein investiert hat, Lügen, dass er es nicht schon viel früher erzählt hat obwohl es offensichtlich war, dass er es lieber beenden möchte (er war zu feig, aus Angst sein Nest zu verlieren - denn genau dies habe ich ihn immer angedroht für den Fall, dass er mich betrügen sollte), Verrat!

Meine wichtigsten Erkenntnisse: Wenn man den Partner noch liebt und auch spürt, dass der betrügende Part einen liebt und ehrlich bereut und sich bemüht dann kann man es schaffen. Andernfalls nicht! Man sollte die Beziehung niemals schleifen lassen und sich darüber im Klaren sein, dass es nie die 100 prozentige Sicherheit gibt - und es kann absolut JEDEN passieren!

Wichtige Sprüche:" In guten Zeiten Händchen halten können wir alle. In schlechten Zeiten nicht loslassen - das ist was zählt!"

Literatur:die Psychologie der Untreue

07.01.2020 11:05 • x 7 #19


MissLilly

MissLilly


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Hier mal zwei Einblicke in die Gefühlswelt von zwei betrogenen Frauen, die sich entscheiden haben zu bleiben...Habe ich im Internet gefunden und fand die intimen Gedanken dazu ziemlich eindeutig...
Vielleicht ist ja der ein oder andere Mann dabei, der wissen will wie es seiner bei ihm gebliebenen EF tatsächlich geht....

Geschichte Nr.1
"Gestern Abend ca. ein Jahr nachdem ER seine 6-monatige Affäre mit Elke (nennen wir sie mal Elke, das ist zwar nicht ihr richtiger Name, aber es könnte ja sein, dass sie hier mitliest und sie muss ja nicht alles wissen) beendet hat, weil er angeblich infolge einer Midlifecrisis desorientiert war:
Ein schöner Sommerabend. Wir gehen ins Bett. Ich hoffe auf mehr. Aber er knipst das Licht aus. Daraufhin habe ich folgende Gedankengänge:

Ach, er gibt schon auf!
Warum so schnell?
Keine Lust? Wieso?
Zu Müde? Wieso?
Nicht in Stimmung? Wieso?
Hat er bei Elke auch so schnell aufgegeben?
Nein, wahrscheinlich nicht, sonst hätte er ja nicht mit ihr geschlafen.
Warum hat er bei ihr nicht einfach den Schalter ausgeknipst (symbolisch gemeint)?
Angeblich war sie doch "scheu und zurückhaltend".

Heute Abend bin ich auch zurückhaltend. (Aber scheu kann ich nicht sein, tut mir leid, nicht nach 25 Jahren).
Er akzeptiert das, ohne weitere Versuche.
Warum hat er das nicht bei Elke akzeptiert oder hat sie ihn etwa raffiniert verführt? Ach nein, sie war doch scheu und zurückhaltend.
Ist sie schöner, besser, ero., intelligenter, aufregender, interessanter?
Hat er sie in letzter Zeit etwa wieder gesehen und deswegen will er heute Abend nicht ? Vielleicht nicht gesehen, aber an sie gedacht? Und dann wurde ihm wieder klar, wie viel schöner, besser, aufregender, ero., interessanter und intelligenter Elke ist.
Soll ich ihm vielleicht zeigen, dass ich Interesse habe?
Ach lieber nicht, vielleicht wirkt das aufdringlich. Ich will ihn auch nicht unter Druck setzen. Vielleicht hat er ja auch schon wieder Kontakt zu Elke und wenn ich ihm dann signalisiere, dass ich Lust hätte, nein ich will nicht noch mal so verarscht werden. Andererseits wenn ich kein Lust und kein Interesse zeige, dann wird er sich daran erinnern wie viel Lust und Interesse Elke hatte, und dann steh ich auch schlecht da. Ich zeige keine Lust und kein Interesse und außerdem bin ich verglichen mit Elke langweiliger, weil er mich ja schon 25 Jahre kennt. Da bleibt nicht viel interessantes zum Entdecken übrig.
Wie viel Lust und Interesse hatte Elke? Wie hat sich das geäußert? Wie oft hatten sie S. miteinander? Und wo? Mit oder ohne Licht? Lag sie unten und er oben oder war es umgekehrt, oder vielleicht im Sitzen, Stehen. Geräuschlos oder mit Stöhnen? Und wie fühlte es sich an für ihn und für sie? Und was hat er gedacht, wenn er wieder zu Hause bei mir war und ich Interesse zeigte und er ablehnte und ich mich abgelehnt fühlte. Und wie war das als die beiden sich am nächsten Morgen auf dem Weg zur Arbeit getroffen haben. Waren sie sehr verliebt, haben sie sich zur Begrüßung geküsst? Waren sie glücklich? Wie kann er glücklich sein, wenn er weiß wie unglücklich ich mich damals gefühlt habe. Aber er hat sowieso nicht gesehen, dass ich Gefühle hatte, sondern mich mehr als funktionierendes Wesen gesehen. Wieso hatte er so eine negative Meinung von mir? Wann fing das an? Hat ihm das seine Mutter eingeredet? Wieso hat er mich überhaupt geheiratet?
Na, und wenn ich dann alles das gedacht habe, dann frage ich mich: Hab ich eigentlich Lust auf S.? Mittlerweile habe ich mich soweit von meinen Bedürfnissen entfernt, dass ich irgendwie den Kontakt zu mir selbst verloren habe. Und ich weiß dann, es wird mühsam sein in Stimmung zu kommen, aber ich muss ja in Stimmung kommen, denn Elke war bestimmt auch in Stimmung. Und ich muss Spaß haben. Das ist unbedingt erforderlich, denn er wird mir Fragen darüber stellen, ob ich denn auch Spaß gehabt habe. Dieser "Spaß" ist eine Verpflichtung. Denn Elke hatte nicht nur Spaß, nein sie sagte sogar, dass sie sich mit keinem Mann je so wunderbar gefühlt hat. Also das ist jetzt die Aufgabenstellung: Zu zeigen, dass ich Spaß habe und ihm das Gefühl zu geben, dass ich mich mit keinem Mann je so wunderbar gefühlt habe. Natürlich wird er sich dann die Frage stellen:" mit welchem Mann soll sie sich denn wunderbarer gefühlt haben? Sie hatte ja seit 25 Jahren keinen anderen, als mich und wahrscheinlich ist sie sowieso nur noch mit mir zusammen, weil sich sowieso kein anderer Mann für sie interessiert."
Und vielleicht wenn ich dann tatsächlich Spaß hätte, dann habe ich plötzlich falsche Bilder im Kopf oder noch schlimmer das Telefon klingelt und Elke macht mal wieder einen Terroranruf!
Na dann schau ich doch lieber Fernsehen. Das ist mir alles zu kompliziert geworden.
Gute Nacht!
PS: Wie ist das eigentlich mit der Liebe?!"

Geschichte Nr.2
"Ich lerne täglich mehr hier im Forum, bekomme Fragen beantwortet die ich weder von meinem Mann, noch von seiner Geliebten beantwortet bekam.
Es vergeht kaum eine Stunde, in der ich nicht an den Betrug denken muss.
Auch die schönen Stunden, die ich mit meinem Mann verbringe, sind mit unschönen Gedanken belastet.

- Ich wache morgens neben ihm auf und denke:
  So viele Geliebte im Forum, würden gerne neben ihrem Geiger aufwachen.
- Dann trinken wir zusammen eine Tasse Kaffee bevor er zur Arbeit geht und ich denke:
  Geht er nun an sein 2. Handy und sagt ihr auch guten Morgen?
- Am Nachmittag (wohl nach der Arbeit?) ruft er mich an, fragt wie mein Tag war und ob es mir gut geht. Und ich denke:
  Wie lange hat er wohl schon Feierabend, (all die Jahre, traf er sich nachmittags mit ihr).
- Dann komme ich nach Hause, wir essen gemeinsam, erzählen ein bisschen und gehen dann meistens noch zum Sport.
  Und ich denke:
  Jetzt sehe ich sie gleich wieder.
- Wenn wir dann gemeinsam da sind, bin ich Frau Aufmerksamkeit persönlich. Da entgeht mir selten was.
  Anstrengend und saublöd ist das.
- Beim Betrachten seines Körpers, kann ich nur daran denken, dass sie ihn berührt hat.
  Das geht mir bei ihr genauso, diese Kopfkino eben.
- Dann gehen wir nach Hause und mein Mann ist sich sicher, wir hatten einen schönen Abend. Und ich denke:
  Ohne mein Wissen, wäre er wirklich schön gewesen.
- Dann darf ich wieder neben ihm einschlafen und ich denke:
  Wie viele Geliebte im Forum wären froh, mit ihren Geigern einzuschlafen.

Also alles in allem, wenn ich das so lese, bin ich nicht zu beneiden."

07.01.2020 15:31 • x 13 #20


Wurstmopped

Wurstmopped


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....tolle Beschreibung! Kenne ich ähnlich!

07.01.2020 16:01 • x 1 #21


paulaner

paulaner


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Okay, dann oute ich mich auch mal

Ich bin: m, 60 J.
Die Affäre hatte: meine (damals noch nicht) Frau.
Kinder: heute 4, damals 0.
Affärenpartner: Ihr Chef, 20 Jahre älter (50).
Dauer der Affäre: weiß ich bis heute nicht genau. Irgendwas zwischen vier Monaten und einem Jahr.
Grund der Affäre: Lockeres Umfeld (macht doch fast jeder), Gelegenheit (Geschäftsreisen) und Nachholbedarf. Aber Beziehung eigentlich gut, ein bisschen eingeschlafen, aber trotzdem viel zusammen unternommen.
Besonderheiten: Das Arbeitsverhältnis (inkl. Geschäftsreisen) ging noch zwei Jahre lang weiter.
Wie wurde die Affäre beendet? Angeblich von ihr (?)
Warum wurde die Affäre beendet? Da gibt es auch bis heute eigentlich keine klare Aussage.
Wurde die Affäre gebeichtet? Jein. Zwei Nächte, ja. Aber nicht die Affäre. Das habe ich erst vor ein paar Jahren erfahren.
Wer weiß noch darüber Bescheid? Ein guter Freund von mir.

Wie lange haben wir bereits überlebt?: 23 Jahre. Davon die letzten 2 1/2 mit schlimmer, weil vollkommen unbefriedigender Aufarbeitung.
Gab es eine räumliche Trennung?: Nein.
Gab es eine Unterbrechung der Beziehung/Ehe?: Nein.
Gab es eine Scheidung?: Nein.
Intimität: Haha...4 Kinder seitdem. Die letzten Jahre fast nichts.

Was hilft der/dem Betrogenen? Absolute Offenheit und Ehrlichkeit. Wahre Reue und die Gewissheit, dass dem Betrüger es bewusst ist, was er da getan hat. Das Klarwerden über die Tragweite der Affäre (für alle, für die Beziehung, den Partner und einen selber. Stichwort Selbsterkenntnis).
Was hilft der/dem Betrüger_in? s.o.
Was schadet? Kleinreden, weiteres Verheimlichen, Schönfärben, Drum-Herum-Lavieren. Unehrlichkeit und Salamitaktik.

TOP 5 (von gefühlt 100) - Was ich verzeihen musste: Ich habe die (gebeichteten) Seitensprünge verziehen. Mehr noch: Ich habe sie sogar in gewisser Weise gegönnt. Aber die lange Affäre konnte ich ja nicht verzeihen, weil ich davon ja gar nichts wusste. Heute verzeihe ich auch die. Was ich aber nicht verzeihen kann/werde: Die Lüge bei der Beichte (Seitensprung statt langer Affäre).

Tja...und die Tatsache, dass man vom geliebten Partner so dermaßen hintergangen wurde. Dass einem über einen so langen Zeitraum eine Beziehung vorgespielt wurde, die es so nicht mehr gab.

Womit ich immer noch umgehen muss ist der extrem unbefriedigende Umgang mit der Aufarbeitung.

Meine wichtigsten Erkenntnisse: Zu was meine Frau in der Lage war. Das auch im Hinblick auf ihre eigenen (angeblichen) hohen moralischen Ansprüche.
Das jahrzehntelange Ungleichgewicht unserer Beziehung (sie hat immense Schwierigkeiten mit Dingen, die sie selber wie selbstverständlich tut, wenn ich sie tue. Damit sind ganz alltägliche Sachen mit Menschen des anderen Geschlechts gemeint).

Wichtige Sprüche:
Ich hab das nicht gemerkt.
Das hatte mit dir/uns nichts zu tun.
Ich wollte mich doch nie von dir trennen.
Du stellst dir das alles völlig falsch vor.
Das war eigentlich gar nicht schön.
Ich kam da dann nicht mehr raus.
Ich hab dann halt mitgemacht.
Usw, usf. (Unser Phrasenschwein müsste prall gefüllt sein)

Links zu passenden Threads:

betrogen-vor-laaaaanger-zeit-t56012.html

TE, die es bisher geschafft haben:

Links zu Internetseiten:
Literatur: Esther Perel: Die Macht der Affäre, u.a.
Links zu Bild/Ton:

07.01.2020 16:59 • x 6 #22


Unheilig


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Jetzt bist Du dran:
Also, Updates laufen, altes E-Mail-Fach mal wieder gecheckt und über eine "Danke"-Benachrichtigung für einen alten Beitrag dann hier gelandet, finde ich das Thema doch interessant, deshalb also:
Ich bin: weiblich und 56
Die Affäre hatte: mein Mann (jetzt 57)
Kinder: ja, zwei mittlerweile Endteenager
Affärenpartnerin: war ebenfalls verheiratet, 3 Kinder und 11 Jahre jünger
Dauer der Affäre: ca. 3 Jahre
Grund der Affäre: eingeschlafene Zweisamkeit zu Hause, zuviel Alltag, ausgeprägte MLC meines Mannes
Besonderheiten: haben sich ausschließlich zum 7-1 im Stundenhotel getroffen sonst Austausch via E-Mail
Wie wurde die Affäre beendet? per E-Mail
Warum wurde die Affäre beendet? ich habe es herausgefunden
Wurde die Affäre gebeichtet? Nein, s.o.
Wer weiß noch darüber Bescheid? einige wenige gute Freunde von ihm und mir

Wie lange haben wir bereits überlebt?: 8 Jahre
Gab es eine räumliche Trennung?: anfangs ja, aber nur innerhalb des Hauses
Gab es eine Unterbrechung der Beziehung/Ehe?: nein
Gab es eine Scheidung?: nein
Intimität: eine Woche nach dem Auffliegen wieder, ansonsten auch während der Affäre wenn auch in geringerer Frequenz

Was hilft der/dem Betrogenen? Aufrichtigkeit zumindest bei der Aufarbeitung, gezeigte ehrliche Reue in Taten, ein Ende der "Verarschung" nach dem Auffliegen, keine Ausflüchte in Schuldumkehr usw. suchen
Was hilft der/dem Betrüger_in? Ihm zuhören, versuchen seine Position zu verstehen jedoch klare Grenzen setzen.
Was schadet? Salamitaktik (früher oder später kommt sowieso alles ans Licht), zuviel Blickrichtung in die Affärenzeit, Überbewertung der eigenen Verletzungen (das ist beidseitig gemeint)

TOP 5 (von gefühlt 100) - Was ich verzeihen musste:
1. Jahrelanges Lügen, trotz gezielter Fragen (ich hatte ja schon ziemlich bald den Verdacht, aber "würdest Du mir denn sowas zutrauen?".....), also die dadurch mir gegenüber offenbarte Respektlosigkeit
2. Wieviel Energie und Zeitaufwand in die Organisation der Treffen gesteckt wurde, was von uns als Paar bzw. der ganzen Familie abgezogen wurde
3. GV ohne Kond. und damit die Inkaufnahme von gesundheitlichen Risiken für die gesamte Familie, insgesamt die "Gedankenlosigkeit bzw. Fahrlässigkeit" des Umgangs
4. Die Tatsache, dass mein Mann vieles einfach ausblenden konnte, erfolgreich verdrängt hatte und wenn doch irgendwas im Gesamtkonstrukt nicht "rund" lief immer mir die Schuld gab.
5. Meine Wünsche wurden von ihm dezent ignoriert, von anderer Stelle vorgetragen jedoch als "bereichernd" empfunden.

Meine wichtigsten Erkenntnisse: Höre immer auf Dein Bauchgefühl, lasse es Dir nicht von anderen, insbesondere dem Ehepartner weg reden. Habe immer einen Plan "B" parat und vertraue Dir selbst. Bringe Deine persönlichen Grenzen klar zum Ausdruck und achte auf die Einhaltung auch durch Dich selbst. Wenn irgendetwas als "unpassend" aufpoppt, rede mit Deinem Partner darüber und lass da nicht nach bis ausreichend geklärt, jedoch ohne alles immer wieder von vorne bis hinten durchzukauen. Akzeptiere dabei, dass Dein Partner durchaus auch einmal andere Ansichten hat. Achte darauf, dass die Beziehung nicht im Alltagstrott untergeht. Achte auf Deinen Selbstwert, dann tun es auch andere...

Wichtige Sprüche: Nichts wird so heiß gegessen wie gekocht. Denke vor dem Handeln lieber zweimal nach! Denke immer auch bis ans Ende!

Links zu passenden Threads: Müsste ich jetzt aus der Vergangenheit suchen, es gab da mal "wie haben es geschafft die Beziehung zu retten" oder so ähnlich und einen Thread "für alle Affairenbeteiligten"


So, ich bin dann mal wieder weiter arbeiten....
Und glaubt es mir, es kann durchaus gut funktionieren mit einer Beziehung 2.0, gesetzt beide sind wirklich willig hierzu und es gibt noch etwas an gegenseitigen positiven Gefühlen, was eine Reanimation wert ist.

08.01.2020 17:33 • x 6 #23


Marie_83


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Ich bin: w, 37 Jahre
Die Affäre hatte: Mein Mann, 38
Kinder: 2 (3 und 5 Jahre alt)
Affärenpartner: die Kollegin, so was
Dauer der Affäre: er sagt, 4 Wochen. Ich glaube es noch nicht ganz, da sie sich seit Jahren kennen.
Grund der Affäre: "mit mir kann man nicht reden"
Besonderheiten: Leider war nichts besonderes an diese Affäre, wie man in diesem Forum oft lesen kann
Wie wurde die Affäre beendet? : Klärendes Gespräch zwischen den beiden
Warum wurde die Affäre beendet? : weil ich es rausgefunden habe
Wurde die Affäre gebeichtet? : nein
Wer weiß noch darüber Bescheid? : ein paar Freundinnen von mir, meine Familie, seine Familie.

Wie lange haben wir bereits überlebt?: Über einem Jahr.
Gab es eine räumliche Trennung?: Nein
Gab es eine Unterbrechung der Beziehung/Ehe?: Nein
Gab es eine Scheidung?: Nein
Intimität:Ja

Was hilft der/dem Betrogenen?: ufff, ich kann nicht von mir reden, aber ich denke dass der Betrüger müsste es irgendwie versuchen, es wieder gut zu machen. Er müsste immer wieder seine Liebe beweisen, da man als betrogene EF sehr an die Liebes des Ehemannes zweifelt.
Ansonsten, Freunde, Familie, die einem lange Stunden zuhören können. Trauer zulassen, Weinen, Fluchen. Sport, Ablenkung
Was hilft der/dem Betrüger_in? Keine Ahnung
Was schadet?

TOP 5 (von gefühlt 100) - Was ich verzeihen musste:
Dass er die Frau immer noch täglich sehen kann, wenn er will.
Schuldumkehr, alles ist meine Schuld, "ich kann nicht reden", "ich bin so schwierig", sowie verschiedene sinnlose Anschuldigungen
Dass er ihre private Telefonnummer nicht löschen wollte, ich musste ihn zwingen.
Dass er sein Verhalten nicht geändert hat, eigentlich der Grundkern unsere Probleme: seine Dominanz, sich IMMER durchsetzen zu müssen, keine Kompromisse eingehen, vieles alleine entscheiden zu müssen. Macht er weiter, nach wie vor.

Meine wichtigsten Erkenntnisse: wir sind nicht lange nicht überm Berg. Ich kann auch gehen, wenn ich will.


Wichtige Sprüche:

Links zu passenden Threads:
TE, die es bisher geschafft haben:

Links zu Internetseiten:
Literatur:
Links zu Bild/Ton:

01.09.2020 10:42 • x 3 #24


Vegetari

Vegetari


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Zitat von Marie_83:
wir sind nicht lange nicht überm Berg. Ich kann auch gehen, wenn ich will.


Gehen ist oft leichter als an sich arbeiten...

So eine Krise gleicht ja einem Tsunami und besser wäre es sich professionelle
Hilfe zu suchen. Es gibt Studien die besagen ,dass nach Affäre 80 % zusammen bleiben .2 Jahre später trennen sich ca. 50 % davon und die anderen 50% schaffen es nur mit Paarberatung gemeinsam an sich zu arbeiten mit beider postiven Verhaltensänderung und somit eine viel bessere Ehe als vor der Affäre

Zitat von Marie_83:
Dass er sein Verhalten nicht geändert ha


Es gehören zur Verhaltensänderung immer zwei in einer Beziehung!

04.09.2020 14:32 • x 2 #25


Löwin45

Löwin45


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Zitat von Vegetari:
So eine Krise gleicht ja einem Tsunami und besser wäre es sich professionelle
Hilfe zu suchen. Es gibt Studien die besagen ,dass nach Affäre 80 % zusammen bleiben .2 Jahre später trennen sich ca. 50 % davon und die anderen 50% schaffen es nur mit Paarberatung gemeinsam an sich zu arbeiten mit beider postiven Verhaltensänderung und somit eine viel bessere Ehe als vor der Affäre

Liebe @Vegetari
Schön, Mal wieder von dir zu lesen

Ja, es stimmt, so eine Krise gleicht einem Tsunami.
Über deine statistisch erhobenen Zahlen kann ich nichts sagen, da ich diese Studie nicht kenne, möchte sie aber auch nicht komplett anzweifeln.
Aber, dass die von dir genannten 50% , die diese Krise überstehen und gefestigt daraus hervorgehen, dies ausschließlich mit Paarberatung geschafft haben, kann ich nicht bestätigen.
Denn uns gelang es damals ohne Hilfe von Außen.

Vielleicht erkläre ich es kurz.
Mein "Tsunami" ist jetzt über 4 Jahre her.
Es war damals eine sehr schlimme Zeit.
Nicht nur für mich, sondern auch für meinen Mann, der damals leichtfertig diese Affäre begann.
Vielleicht war es unser Glück, dass ich erst nach dem Affärenende davon erfuhr, vielleicht auch, dass sie nicht sehr lange dauerte und vielleicht auch, dass er sich nicht komplett emotional verlor... keine Ahnung.

Dennoch, ich war lange Zeit nicht sicher, wo mein Weg hingeht, ob es überhaupt noch einen gemeinsamen Weg geben kann und ob ich dazu überhaupt noch bereit bin, denn ich war sehr verletzt.

Eines ist Fakt, wäre mein Mann damals nicht, nachdem ich davon erfuhr, so unermüdlich bei mir gewesen und hätte nicht alles getan, um mein Vertrauen zurückzugewinnen, wären wir heute kein Paar mehr.
Er hatte es damals verstanden, bereute es sehr, schämte sich, mich so verletzt zu haben, tat alles, um mich aufzufangen und war ab diesem Zeitpunkt (das hat sich bis heute nicht geändert ) ehrlich, offen und immer gesprächsbereit.
Es war eine harte Zeit, die uns beiden viel abverlangte.
Wir lernten mehr über uns gegenseitig - aber auch über uns selbst, als all die Jahre zuvor.
Wir bemerkten beide, dass wir füreinander nicht selbstverständlich sind.
Wir bemerkten ebenfalls, dass eine gute Partnerschaft ein Geschenk ist, dass man nicht leichtfertig aufs Spiel setzten darf.
Und wir bemerkten, dass wir uns zwar gegenseitig verletzen, aber im Gegensatz dazu eben auch gut tun können.
Wir stellen fest, wie wichtig es ist, immer im Gespräch zu bleiben.
Das klingt vielleicht alles ziemlich banal - ist es aber nicht.

Nun, letztendlich gelang es, dass ich ihm wirklich verzeihen und wieder vertrauen konnte.
Ich habe es bis heute nicht bereut.
Wir führen jetzt - schon seit vielen Jahren - eine viel bessere Ehe, als zuvor.
Ja, für uns war es ein Weckruf.
Auch wenn ich gerne auf diese harte Zeit verzichtet hätte - ging es scheinbar aber ohne diese nicht.

Warum schreibe ich das alles?

Nun, ich glaube, dass diese Voraussetzungen (so wie beschrieben) gegeben sein müssen. Anderenfalls ist auch eine Paarberatung nutzlos.
Eine solche Paarberatung oder auch Paartherapie kann vielleicht helfen, um gegenseitige Erwartungen, Defizite... besser zu ergründen.
Vielleicht.
Aber, ohne die Gesprächsbereitschaft von beiden, ohne Ehrlichkeit und Offenheit und ohne die immer noch vorhandene Liebe inkl. Begehren von beiden, wird es trotzdem nicht zum Erfolg führen.
Dann ist es bestenfalls eine begleitete Trennung, was ja auch hilfreich sein kann.

Aber, es ist eh schwierig, solche Erfahrungen statistisch auszuwerten. Dafür ist es einfach zu individuell, auch wenn sich die Abläufe oft zu ähneln scheinen.

04.09.2020 15:31 • x 7 #26


Ex-Mitglied


Ich neige auch wie Löwin dazu, dass es auch ohne Paarberatung funktionieren kann. Aber ich unterschreibe eins zu eins lowins Erfahrung.

04.09.2020 16:19 • #27


Vegetari

Vegetari


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Zitat von Löwin45:
Aber, ohne die Gesprächsbereitschaft von beiden, ohne Ehrlichkeit und Offenheit und ohne die immer noch vorhandene Liebe inkl. Begehren von beiden, wird es trotzdem nicht zum Erfolg führen.


Dito!

Liebe Löwin45 ,
die Affäre Deines Mannes ging nicht lang und war wohl nicht so ernst gemeint als " Fluchthilfe" aus der Ehe ?
Allerdings gibt es nicht selten tiefe Verletzungen nach Seitensprung/ Affäre , die langanhaltend zu psychosomat. Beschwerden , Depressionen und sogar PTBS bei Betrogenen führen können , versteckt , verdeckt oder einem bewusst. Daher wäre Eheberatung auch zur Vorbeugung nicht schlecht , allerdings will ich es nicht in Abrede stellen , dass es manche Krisenpaare sogar auch ohne profess. Hilfe hin bekommen.

04.09.2020 19:53 • x 2 #28


Ex-Mitglied


Naja, auch Einzeltherapie ist sicher auch nicht verkehrt.
Aber ich glaube, dass das Projekt nur gelingt, wenn beide sich im klaren sind, das kein Stein auf dem anderen bleibt und das alte Leben komplett weg ist.

04.09.2020 20:20 • x 2 #29


Trust_him


Hallo zusammen,
es ist schon eine Weile her und ich hatte mich abgemeldet. Aber siehe da mein Benutzername war noch frei und ich habe mich erneut anmelden können.
Ich dachte, ich berichte mal, wie es aktuell aussieht. Die Aufdeckung der Affäre (>3 Jahre) meines Mannes ist nun fast ein Jahr her. Er hatte sie zu diesem Zeitpunkt bereits mehrere Monate beendet. Sie meinte damals, mich informieren zu müssen. Wir sind immer noch zusammen und glücklicher als wir jemals waren. Wir haben wieder zueinander gefunden. Wir haben viel gelernt über uns und unsere Ehe. Ich schaue zuversichtlich in unsere gemeinsame Zukunft. Er macht seither alles richtig. Auch wenn ich das Thema immer noch nicht ruhen lassen kann - er nimmt alles ruhig und mitfühlend an.
Auch wenn sie damals glaubte, ich würde ihn sofort nach dieser Geschichte verlassen und dies der eigentliche Grund für ihre Nachricht war, bin ich ihr heute fast schon dankbar dafür, dass mich informiert hat. Wer weiß, ob wir sonst heute noch zusammen wären. Die Mauer von Lügen zwischen uns ist damals zuammengefallen und wir konnten uns wieder neu kennenlernen.
Ich habe seither nicht nur eine Ehe 2.0, sondern auch den Ehemann 2.0... anfängliche Bugs wurden gefixt und neue Features eingebaut

30.09.2020 22:38 • x 8 #30



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