Du bist seit ca. einem Jahr mit Deinem aktuellen Partner zusammen, warst aber schon 6 Monate nach Beziehungsbeginn hier im Forum, um Dich über Deine fehlende Befriedigung im Bett zu beklagen: wir-sind-wohl-nicht-kompatibel-t58519.html . Statt die Situation nachhaltig mit Deinem Partner zu lösen, hast Du das Problem nun externalisiert: Zitat von Leuchtfeuer83:Nachdem mein Freund und ich schon länger Probleme mit unserem Sechsleben haben und keine Besserung in Sicht ist, ist es passiert.
Ich bin fremd gegangen.
Zitat von Leuchtfeuer83:Unsere Beziehung ist, was die Rahmenbedingungen anbelangt, toll. Er liebt mich und ich liebe ihn. Aber - unser Sechs ist katastrophal.
Zitat von Leuchtfeuer83:Bussis und Geschmuse, Zuneigung bekomme ich so oft es geht - aber keinerlei Leidenschaft, nicht das Gefühl des begehrt werdens.
Und ja, ich brauche das.
Was Du da schilderst, ist eine "Beziehung", die nur äußerlich besteht und das noch nicht sehr lange. Euer Ding hätte längst beendet und allenfalls in eine WG konvertiert gehört.
Zitat von Leuchtfeuer83:schrieb ich mit meinem Ex.
Wir sind meistens miteinander ausschließlich befreundet, es sei denn wir sind Singles. Im Grunde genommen ist er mein bester Freund und kennt mich besser wie jeder andere Mensch. Er ist auch immer da für mich.
Zitat von Leuchtfeuer83:Mein Kumpel lies mich nie daran zweifeln, dass er mich vergöttert, mich begehrt und auf sehr verquere Art und Weise liebt. Ich ihn auch. Irgendwie. Es hat bloß nie gehalten, weil er Panik bekommt, wenn es um Bindung geht. Aber er hat mich auch niemals fallen gelassen, sondern hart dafür gekämpft, dass ich Teil seines Lebens bleibe.
Klassische Freundschaft plus, was Du da beschreibst. Nichts Wahres und nichts Ganzes, genau wie Deine Festbeziehung eben auch. Aber Hauptsache, man kann nach außen vorzeigen, daß man kein Single ist. Alles besser als das, gell?
Zitat von Leuchtfeuer83:ch dachte, ich müsse mir schlecht oder schäbig vorkommen meinem ahnungslosen Partner gegenüber. Ich missbrauche sein Vertrauen, ziehe unsere Beziehung in den Dreck.
Aber im Grunde genommen weiß ich dass es lediglich eine Egowunde wäre, käme es raus.
Zitat von Leuchtfeuer83:Mein Kumpel ist der Grund warum ich der Partnerschaft bleibe und meinen Freund nicht verlasse.
Zitat von Leuchtfeuer83:Ich nehme ihm nichts weg.
Zitat von Leuchtfeuer83:Es ist also eine klassische Win-Win-Situation, wenn man von selbstgemachter Moral absieht.
Du hast mit Deinem Partner
keine offene, sondern eine
monogame Beziehung vereinbart. Insofern ist die "Moral" auch nicht "selbstgemacht", sondern Ihr beide habt so einen Rahmen für Eure Beziehung gesteckt - ob nun klar ausgesprochen oder heimlich erwartet, spielt dafür keine Rolle - denn Dir ist offenkundig
bewußt, daß Dein Freund es als Betrug nehmen
würde, käme Deine Fremdgeherei plötzlich heraus.
In der Tat mißbrauchst Du hier das Vertrauen Deines Partners und veränderst zugleich heimlich den Charakter Eurer Beziehung. Daß er auch selbst einen zwar passiven, aber in all seiner Ignoranz recht erheblichen - Anteil daran hat, daß es überhaupt soweit gekommen ist, ist zwar eine
Erklärung für Deine Eskapaden,
rechtfertigen tut es sie aber
nicht - über längere Zeit hinweg schon gleich gar nicht.
Zudem trägst Du mit Deinem Fremdgehen eine Nähe nach außen, die eigentlich ausschließlich Deinem Partner vorbehalten sein und bleiben sollte. Natürlich könnte man sagen: "Was er nicht weiß, macht ihn nicht heiß" - Du selbst schreibst ja sogar von "Win-Win-Situation". Aber de facto treibst Du so einen unsichtbaren Keil zwischen Euch. Du weißt nicht mal, ob Dein Partner Dich noch wollen würde, wüßte er über Dein Treiben Bescheid. Im Grunde lebst Du mit einem Mann, der Dich gar nicht richtig kennt und vielleicht nur deshalb (noch) Dein "Partner" ist, weil Du ihn bewußt im Glauben läßt, seine Lethargie im Bett werde toleriert.
Ebensogut könntest Du fremdgehen, weil Dein Partner zuviel trinkt, statt ihn mit seinem Verhalten zu konfrontieren und so an einen Punkt zu bringen, wo er nicht mehr umhin kann sich eingestehen zu müssen, daß es zu einem Problem geworden ist. Ein Problem, daß er hat und daher auch selbst lösen muß.
So wie ein trinkender Partner in die Entzugsklinik gehört, so gehört Dein eigener Partner entweder zum Arzt / Therapeuten, um feststellen zu lassen, ob sein fehlendes Interesse an Körperlichkeit sich evt. durch Gespräche oder Medikamente wecken läßt - oder raus aus Eurer Beziehung und (vielleicht) rein in eine offene WG mit Dir, falls sich dabei herausstellen sollte, daß er diesbezüglich schlicht
behindert ist (also gar nichts daran ändern
kann, daß ihn Körperlichkeit nun mal nicht reizt).
Wie die meisten Trinker wird auch Dein Partner diesen Schritt vermutlich erst tun, wenn ihm nichts anderes mehr übrig bleibt - weil sein Umfeld (also auch die Partnerin) ihm eine klare Grenze aufzeigt, an der er nicht mehr vorbeikommt. Es wäre Deine Aufgabe gewesen,
a) schon bei Partnerwahl darauf zu achten, daß Deine Kernbedürfnisse erfüllt werden, statt schon hier faule Kompromisse zu schließen
b) sie auch innerhalb der Beziehung geltend zu machen und auf angemessene (!) Weise durchzusetzen - oder eben zu gehen, wenn dies nicht möglich ist,
statt Dich damit abzufinden, daß Du bei a) in die Kloschüssel gegriffen hast und b) nicht auf die Kette bekommst und dies nun dahingehend kompensieren zu wollen, daß Du eine Beziehungsschieflage dauerhaft außerhäusig zu lösen suchst, indem Du Dir trotz der Fremdgeherei ebenso selbst vorlügst, Deine "Partnerschaft" sei in Ordnung, wie Dein "Partner" es tut, wenn er sich drei Tage lange die Zähne nicht putzt und dann meint, Dir damit Deine Bettwünsche dauerhaft ausgetrieben zu haben.
Die Wahrheit ist, daß Du zu feige bist, für Deine Bedürfnisse einzustehen und entsprechend konsequent mit Menschen umzugehen, die sie nicht angemessen bedienen können und werden. Stattdessen versuchst Du Dir nun die Brosamen schönzureden, die beide Männer - jeder auf seine ganz eigene Weise - Dir achtlos zuwerfen, damit Du beschäftigst bist, während sie ihren eigenen Interessen nachgehen können.
"Gewinnen" tut dabei keiner von Euch dreien irgendwas: Deinen "Partner" bringt die Fremdgeherei in seiner Bettproblematik kein Stück weiter, Du selbst lebst auf einem Vulkan, der bei Auffliegen jederzeit explodieren kann und Dein "Kumpel" kann weiterhin seiner Bindungsangst frönen, statt sich ihr offen zu stellen, so daß er auch mal eine echte Beziehung führen kann, statt für eine billige F+ "kämpfen" zu müssen.
Jenu - jedem Tierchen sein Pläsierchen. Wenn's Euch glücklich macht, dann ist doch gut...