Hailey12
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ich verstehe deine Enttäuschung. Ausserdem finde ich es durchaus normal, sich mit jungen 19 Jahren eine Beziehung zu wünschen und irgendwann einmal Kinder haben zu wollen.
Die Partnersuche gestaltet sich tatsächlich nicht einfach - es hat sich viel verändert am Beziehungs-/Bindungsverhalten, an moralischen/gesellschafftlichen Erwartungen, an Auswahl und Vernetzung, an Unabhängigkeit usw.
Im Internet tummeln sich auch viele Fakes, Lügner, Draufgänger, Pappnasen - dahinter verbergen sich aber echte Menschen, die ebenso im realen Leben unterwegs sind - also auch da ist es nicht leicht. Zwei Menschen die passen/die gleichen Ziele verfolgen, müssen sich einfach auch erst einmal irgendwo begegnen.
Oft wird OD als oberflächlich beschrieben, was es einerseits auch ist, weil Tiefe fehlt, Verbindlichkeit usw., andererseits sehe ich zum Beispiel den Punkt der Personenauswahl anhand des optischen Erscheinungsbildes als total normal und menschlich. Ich behaupte, wir entscheiden, vor erster Kommunikation, immer erstmal nach Optik - egal ob online oder offline. Das ist wahrscheinlich biologisch verankert und nichts verwerfliches. Es gibt eben Menschen, die in uns erste Anziehung auslösen, und welche, die es weniger tun. Dabei liegt Attraktivität immer im Auge des Betrachters.
Weiter entscheidend ist dann wohl Mimik, Gestik, Haltung, Gang, Ausstrahlung usw. Etwas das erst offline zu Tage kommt. Letztlich sind es Art, Stimme, Charakter - Chemie.
Im wahren Leben hätte man also schon einen ersten Vorsprung, ob jemand in die nähere Auswahl kommt oder nicht.
Aber wo jemanden kennenlernen?
Welche Möglichkeiten hat man örtlich/in der Umgebung/im Freundeskreis? Welche Veranstaltungen/Treffen/Vereine/Angebote gibt es? Welche möchte/kann man überhaupt nutzen?
Heutzutage sind soziale Interaktionen irgendwie etwas verhaltener geworden. Es scheint als würden wir Menschen weniger gesellig geworden sein - das Leben/die Kontakte verlagern sich immer häufiger ins Digitale - wir Menschen sind vernetzter und doch einsamer.
Man könnte sich beim Einkaufen über den Weg laufen...aber wie kommt man ins Gespräch?
Früher zum Beispiel, haben Männer häufiger noch Frauen angesprochen....Heute ist das immer weniger der Fall - vielleicht aus Angst - Klar könnte man das auch als Frau übernehmen, aber vielen, einschließlich mir, imponiert es, wenn ein Mann da Mut beweist. Ausserdem wurde uns Frauen schon früh eher Zurückhaltung beigebracht.
Ich kann mir vorstellen, dass du schon sämtliche Möglichkeiten durchgegangen bist, bei der Frage wo du jemanden kennenlernen könntest.
Letztlich ist Onlinedating immer auch eine Idee, und klar, manch ein Paar findet sich dort und ist happy
Manchmal liegt es aber nicht an fehlenden Möglichkeiten, sondern daran, dass die Auswahl an Menschen, die sich wirklich binden wollen, recht klein zu sein scheint, oder die Vorstellungen nicht so passen.
Ich kann auch sehr gut nachvollziehen weshalb du von "Müll" geschrieben hast, auch wenn es erstmal sehr abwertend klingt. Das Problem ist nicht Männerhass, sondern, dass man als Frau zum Teil, enorm viele, enorm schlechte Erfahrungen macht.
Männer auch, jedoch wahrscheinlich eher ablehnende Erfahrungen.
Wir Frauen müssen zusätzlich ständig auf der Hut sein, welcher Mann uns nur ins Bett will und welcher nicht. Das ist eine Thematik mit welcher Männer kaum bis selten in Berührung kommen.
Es ist wirklich ein Armutszeugnis wie übergriffig viele Männer sind. Wie säggsuell bedürftig viele sind - wie wenig sie sich im Griff haben. Wie sehr sie auf Quantität aus sind, wie wenig auf Qualität. Wir Frauen werden dafür kritisiert anspruchsvoll zu sein, würden gleichzeitig verurteilt werden, wenn wir es nicht sind und uns säggsuell so ausleben würden wie viele Männer.
Ich würde behaupten, dass ein Großteil der Anfragen von Männern online, säggsueller Natur sind (diese leben aber auch in freier Wildbahn und sind dort auch zu genüge anzutreffen).
Früher war es irgendwie normal irgendwann zu heiraten - eigentlich eine gesellschaftliche Erwartung. Seit es diese nicht mehr gibt und jeder walten und schalten kann wie er möchte (was ja auch gut ist), erhält man gleichzeitig den Eindruck, die Wenigsten, vor allem Männer wollten intensivere Bindung noch (ja es gibt auch Frauen - aber in Summe viel weniger).
F-Plus scheint bei vielen das Nonplusultra zu sein, um immer abrufbar jemanden für seine säggsuellen Bedürfnisse zu haben und möglichst wenig Verantwortung übernehmen zu müssen.
Man bekommt fast den Eindruck als wäre ein Großteil so einfach gestrickt, als würde ihnen Nahrung, eine Glotze und Pimpern genügen. Das hört sich jetzt sehr scharf an....aber das macht tatsächlich ein Vielfaches der Erfahrungen aus, die ich oder sämtliche weiblichen Singles aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis machen.
Das ist wirklich sehr enttäuschend.
Und ja, es gibt auch den anderen großen Teil der Männer, die gerne eine Beziehung möchten.
Diese sind aber oft sehr zurückhaltend. Sehr passiv. Wirken sehr unsicher. Es kommt kaum ein flüssiges Gespräch zustande. Es werden kaum Fragen gestellt usw. Vielen Frauen fehlt es dann verständlichlicherweise an Intensität, an Anziehung.
Ich erlebe viele Frauen als sehr stark. Stark - nicht im Sinne von männlich, sondern zum Beispiel bei der Übernahme von Verantwortung, bei Selbstreflektion, bei der Übernahme/Organisation/Struktur von Aufgaben...Sie arbeiten, kümmern sich zum Großteil um Kinder, Haushalt, Eltern, das Essen, ihren Körper, die Gesundheit, um ihre Psyche usw.
Bei vielen Männern hingegen (ich meine nicht alle gell, aber das was man in der Überzahl irgendwie erlebt) hat man das Gefühl, sie sind so bequem, fast lasch, so passiv, sind nicht in ihrer Kraft. Als Frau bekommt man da schnell das Gefühl, als sei man stärker als der Mann - und das macht einen Mann für uns oft weniger attraktiv. Das ist nicht böse gemeint - das ist biologisch bedingt.
Die Emanzipation war/ist wichtig. Nicht weil Männer und Frauen gleich sind, sondern weil wir den gleichen Wert haben sollten.
Das heißt aber trotzdem, dass wir Frauen uns oft die typisch männlichen Eigenschaften wünschen, wie Verlässlichkeit, Stärke, für die Familie einstehen, für sich selbst einstehen, ein Macher sein, die Initiative ergreifen usw.
Und liebe TE, ich persönlich finde (ohne wertend zu sein), dass es häufig entweder Männer gibt, die einem das Gefühl von Intensität geben, dann aber oft Draufgänger sind, oder sie geben Verlässlichkeit, aber es fehlt die Anziehung. Männer aus der goldenen Mitte scheinen rar.
Du bist erst 19 und hast noch viel viel Zeit. Du wirst bestimmt jemanden tollen, kompatiblen kennenlernen. Bis dahin versuche den Fokus auf dich, auf Freunde/Familie/Ausbildung/Sport/Hobbies/Gesundheit zu legen. Auch wenn das diese spezielle Nähe zu einem Partner nicht ersetzen kann, aber es macht es etwas leichter.
Wichtig ist auch immer sich selbst etwas zu durchleuchten...Gibt es da vielleicht noch Baustellen/Veränderungsbedarf usw.
Und zu guter letzt, manchmal gefällt einem jemand auch erst nach dem 2.ten, 3.ten Blick....
Ich wünsche dir und allen Singles dieser Welt viel Glück 💕
